Abschied ohne Traurigkeit

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Pächter Jürgen Hortig verlässt die Kaffeebar Kirschkern.

Kaufbeuren – Es gibt wohl keinen in Kaufbeuren, der das Café im Kunsthaus Kaufbeuren nicht kennt. Im Jahre 1999 hat Jürgen Hortig die Kaffeebar „Kirschkern“ übernommen. Jetzt soll Schluss sein.

„Damals war der Spitalhof noch nicht so schön hergerichtet wie heute, auf dem Sand bildeten sich im Winter große, gefrorene Pfützen und an heißen Sommertagen wehte uns der Sand um die Ohren“, erinnert sich Hortig. In 18 Jahren ist viel geschehen, der Spitalhof wurde gepflastert und die Zierplatanen geben dem Café jetzt im Sommer einen wunderschönen Sonnenschutz. Mit dem direkten Anschluss an das Kunsthaus und die zentrale Lage zwischen Parkhaus und Kaufbeurer Innenstadt hat sich das Café in dieser Zeit auch zu einer kleinen Kultstätte entwickelt. Wer in den Tagen des Lagerlebens und des Tänzelfestes über den Spitalhof geht, könnte meinen, dass sich hier auf diesem Platz und in diesem Café der Mittelpunkt der Stadt befindet.

Wie immer gibt es zu diesen Highlights auch andere Erfahrungen. Jürgen Hortig erinnert sich, dass zur Heiligsprechung der seligen Crescentia im Jahr 2001 der ganze Spitalhof mit Tischen und Stühlen festlich hergerichtet wurde, um die in Aussicht gestellten Zuschauermassen zu versorgen und dann schlussendlich nur eine Handvoll Besucher zu verköstigen waren.

So sind die Jahre ins Land gegangen. Am 30. Juni 2017 läuft für den Gastronom aus Leidenschaft Jürgen Hortig, den seine Stammgäste auch liebevoll „Yogi“ nennen, der Pachtvertrag in der Kaffeebar „Kirschkern“ aus.

„Wenn vorher ein neuer Pächter bereit stünde, würde ich auch sofort gehen“, erklärt Jürgen Hortig gegenüber dem Kreisbote, denn in seiner neuen Wirkungsstätte, der Staatlichen Berufsschule Kaufbeuren, sei er jetzt schon an sechs Tagen in der Woche parallel tätig.

„Die geregelte Arbeitszeit, die freien Wochenenden und vor allem die Ferien sind gute Gründe für die Veränderung“, erklärt der Endfünfziger noch mit einem Augenzwinkern.

von Jürgen Wischhöfer

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