Smartphone-App statt Geldbörse

Parkgebühren: In Kaufbeuren künftig mit Mobiltelefon möglich

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„Parkgebühren-App“: Den App-Angeboten auf dem Smartphone können Nutzer bald auch eine App für das mobile Bezahlen an gebührenpflichtigen Parkplätzen im öffentlichen Raum hinzufügen.

Kaufbeuren – Die Stadt Kaufbeuren möchte allen autofahrenden Nutzern der Altstadt das mühsame Suchen nach den Parkmünzen oder – mangels Münze und Parken ohne Schein – das allseits bekannte „Knöllchen“ ersparen. Denn die Bezahlung soll nach dem Willen der Stadt künftig auch mit einem Smartphone möglich sein.

Bei dem jüngst im Verwaltungs-, Finanz- und Stiftungsausschuss vom zuständigen Abteilungsleiter Bruno Dangel vorgestellten System entstehen für die Stadt keine Kosten. Außerdem bleiben die vorhandenen Parkschein­automaten mit dem möglichen Lösen eines Parkscheins bestehen und das von der Verkehrsüberwachung verwendete Programm „WiNOWIG mobil“ ist voll kompatibel.

Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, Parkgebühren mittels Mobiltelefon zu bezahlen. Der Service wird in immer mehr Städten angeboten. Seit der Einführung des Smartphones bieten unterschiedlichste Anbieter sogenannte „App-Lösungen“ – ein spezielles Programm – an, mit denen das Bezahlen der Parkgebühren einfacher und benutzerfreundlicher geworden ist, sodass das „Handy-Parken“ zunehmend eine Alternative zur konventionellen Art des Bezahlens der Parkgebühren am Parkscheinautomaten bildet. Beim Handyparken benötigt der Nutzer kein Kleingeld. Zudem kann der Parkvorgang auch aus der Ferne gestartet, verlängert und beendet werden.

Im Frühjahr war seitens Ausschuss der Auftrag an die Verwaltung ergangen, detaillierte Varianten als mögliche Lösungen zu erarbeiten. Bei dem nun von Dangel vorgestellten Ergebnis wurde deutlich, dass die Lösung des Bezahlens mit der EC-Karte nicht nur anfällig, sondern mit 23.000 Euro auch hohe Investitionen in die Park­infrastruktur erforderlich machen würde.

System im Markt etabliert

Anhand eines erarbeiteten Kriterienkataloges (siehe unten) hatte sich im Vergleich von vier verschiedenen Systembetreibern unter den genannten Schwerpunkten ergeben, dass der Anbieter „easypark“ die angelegten Kriterien am Besten erfüllt und bereits in 140 Kommunen deutschlandweit eingeführt ist. Kommunen vergleichbarer Größe zu Kaufbeuren wie zum Beispiel Neu-Ulm gehören dazu und die Verbindung zu WiNOWIG mobil funktioniert reibungslos. Die Nutzungskosten für den Autofahrer liegen mit 15 Prozent des Ticketpreises (mindestens 20 Cent) laut Dangel im marktüblichen Rahmen und auch die „Semmeltastenfunktion“ bleibt erhalten. Zunächst wird ein Vertrag mit zweijähriger Laufzeit und Verlängerungsoption über Handyparken abgeschlossen, um in dem dynamischen Markt auch weiterhin flexibel reagieren zu können.

Vor- und Nachteile

Für Kommunen ist die Einführung des Systems kostenlos. Es erfolgt eine exakte Abrechnung über das gewählte Zahlungsmittel, beispielsweise über die Handyvertragsabrechnung des Nutzers über Paypal, Lastschriftverfahren oder Kreditkarte durch den Systembetreiber. Außerdem erhält der Kunde 15 Minuten vor Ablauf der Parkzeit eine Push-Mitteilung oder SMS, mit dem Hinweis, dass der Parkvorgang bald endet. Eine Verlängerung des Parkvorgangs ist dann im Rahmen der maximalen Parkzeit möglich. Es besteht eine Auswahl zwischen registrierungsfreier und -pflichtiger Nutzung.

Bei Nutzung der App-Lösung muss man sich im Vorfeld einmalig registrieren, kann dies dann aber auch für mehrere Fahrzeuge in anderen Städten mit dem gleichen System ebenfalls nutzen. Erfolgt keine Abmeldung bei der Rückkehr zum Fahrzeug, werden die Parkgebühren bis zum vom Kunden gewählten Zeitpunkt abgerechnet. Für den Service fällt zusätzlich zu den Parkgebühren eine sogenannte Transaktionsgebühr an. Generelle Parkgebühr­erhöhungen sind laut Dangel aber derzeit nicht geplant. Eine datenschutzrechtliche Überprüfung soll ebenfalls noch stattfinden.

Kriterien für Bezahlsystem:

• Kompatibilität zu WiNOWIG mobil

• Geringe Kosten für den Nutzer

• Semmeltastenfunktion

• Kostenneutralität für die Stadt

• Einhaltung datenschutzrechtlicher Anforderungen

• Nutzung über Telefon, SMS oder App-Lösung

• Benutzerfreundlichkeit

• Auswahl zwischen registrierungsfreier und -pflichtiger Nutzung

von Wolfgang Becker

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