1,2 Millionen Euro für Beton

Wieder ein Parkhaus marode

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Das Parkhaus am Rathaus weist gravierende Schäden an der Fahrbahnbeschichtung auf und muss saniert werden.

Kaufbeuren – Der Zahn der Zeit nagt nicht nur am alten Eisstadion und am ehemaligen Parkhaus Süd. Jetzt hat es auch das Rathaus-Parkhaus getroffen: Tausalz ist in die Betonkonstruktion gelangt und eine Sanierung der Beschichtung und weiterer Bereiche unumgänglich. In seiner letzten Sitzung in 2015 am Dienstag beauftragte der Stadtrat die Verwaltung mit der Sanierung von März bis November 2016.

Für diesen Zeitraum wird das Rathaus-Parkhaus komplett gesperrt. Dauerparker und die 16 Dienstfahrzeuge werden auf das Parkhaus am Kunsthaus ausweichen müssen. „Die Arbeiten müssen zwingend in 2016 durchgeführt und abgerechnet werden, um weitere Schäden an der Betonkonstruktion zu vermeiden und um noch Versicherungsleistungen in Höhe von 55.000 Euro aus den Brandschäden von 2012 zu erhalten“, erklärte Christian Mandl von der Abteilung Hochbau die Situation. Wie berichtet, war 2012 ein Fahrzeug im Rathaus-Parkhaus in Brand geraten, wodurch eine betontechnologische Untersuchung veranlasst worden war.

Hier wurde jedoch lediglich eine Verrußung der Bauteiloberflächen festgestellt. Was aber auch herauskam, war, dass der Verkehr seit der letzten Sanierung vor etwa 25 Jahren die Oberflächenbeschichtung beschädigt hat, wodurch Tausalz in den Beton gelangte. Detailliertere Untersuchungen von Fachleuten ergaben, dass die Schäden sogar massiver sind, als anfangs angenommen, so Mandl. Demnach müssen nicht nur die Fahrbahnflächen neu beschichtet werden, sondern auch Wandpfeiler, Stützen und Teilbereiche der Decken mit saniert werden. Statikprobleme bestünden nicht. Die Kosten werden sich laut Mandl auf rund 1,2 Millionen Euro belaufen.

Wer das Parkhaus am Rathaus kennt, weiß, dass man im Voraus für eine bestimmte Zeit einen Parkschein lösen muss. Hält man diese nicht ein, kassiert man womöglich einen Strafzettel. Ernst Schönhaar (CSU) regte in der Sitzung an, das „Parksystem intelligenter zu gestalten“, beispielsweise mit einer Schranke. Oberbürgermeister Stefan Bosse gab zu bedenken, dass diese Maßnahmen viel Geld kosten würden und man abwägen müsse, wie viel es tatsächlich bringen würde.

Richard Drexl (FW) hakte nach, ob man die Schäden genau kennen würde oder nur wegen der Versicherungsleistungen „auf einmal“ tätig würde. Diesen Einwand konnte Bosse nicht nachvollziehen, habe Mandl doch genau erklärt, dass man über den Zustand „genau im Bilde“ und dieser detailliert ermittelt worden sei. Catrin Riedl (SPD) dachte über das Parkhaus hinaus und fragte, ob es angedacht sei, den Bereich vor dem Parkhaus und insbesondere die Beleuchtung ebenfalls zu verbessern. Laut Baureferatsleiter Helge Carl sei das seit langem der Fall. Allerdings müsse abgewartet werden, wann das Forettle möglicherweise fertig werde und könnte dieses Thema danach auf die Tagesordnung bringen.

Das Parkhaus in eine Quartiersgarage umzuwandeln war ein Vorschlag von Ottmar Maier (FW). Laut Bosse habe man in der Vergangenheit bereits diese Absicht gehabt, er jedoch „würde davon abraten“. Kaufbeuren brauche „im Süden einen Parkplatz“. Um die Diskussion zu beenden, schaltete sich Oliver Schill von den Grünen ein. „Wir haben die Vorlage von Anfang an verstanden und würden vorschlagen, langsam zur Abstimmung zu kommen.“

Die Räte genehmigten schließlich die Maßnahmen zur Parkhaussanierung. Aus 2015 besteht ein Mittelübertrag von 350.000 Euro, wodurch Restmittel in Höhe von 850.000 Euro in den Haushaltsplan 2016 eingestellt werden. Die Verwaltung rechnet damit, dass die Arbeiten in der Stadtratssitzung im kommenden Februar vergeben und im März beginnen werden können.

von Martina Staudinger

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