Passiert doch noch ein Wunder?

Der Tag rückt näher, wo die Mönche der Abtei St. Severin in Leinau endgültig die vertrauten Räume verlassen müssen und buchstäblich auf der Straße stehen.

Das gleiche gilt im übrigen für die Peruhilfe, die bislang in den Räumlichkeiten des Klosters ihre Waren - derzeit hauptsächlich Kleidung und Medikamente - lagern konnte, bis der jeweilige Container, dann zeitnah durch Nahrungsmittel-Spenden ergänzt, im Frühjahr zusammengestellt und ins Hochland von Peru verschifft wurde. Um den aktuellen „Stand der Lage" zu erfahren, hat der KREISBOTE mit dem Abt von St. Severin, Pater Klaus, ein Gespräch geführt. Zunächst ein- mal ging der Abt auch auf die Situation auf Haiti ein, wo der Orden in Port-au-Prince ein Waisenhaus, man muss jetzt ja sagen „führte" bzw. unterhielt, in dem stets 25 bis 30 Waisen zwischen drei und 21 Jahren lebten. Das Gebbäude ist eingestürzt und die Kinder und Jugendlichen konnten sich nur retten, weil sie sich unter die eisernen Bettgestelle warfen. Nur zwei Mädchen wurden leicht verletzt, ihre Versorgung war allerdings bis dato nicht gewährleistet. Alle „leben jetzt quasi auf der Straße", so Pater Klaus. Jetzt aber zum „eigenen Elend": Es wurden bislang etwa 80 Objekte gesichtet, wobei eine ganze Reihe davon für die Zwecke der Abtei nicht geeignet erschienen. Und der „kleinere Teil", bei dem eine Verlagerung vorstellbar gewesen wäre, schlichtweg zu teuer war. Man hat die vielen Verbindungen durchaus „spielen lassen" - während unseres Gesprächs rief sogar die Fürstin Fugger an, um ihre Hilfe anzubieten - aber es kam leider nichts „zählbares dabei heraus", wie Abt Klaus meinte, wobei die finanziellen Mittel der Abtei durch den Ausfall des Verkaufs der eigenen Produkte auf ein Minimum geschrumpft sind. Wenn also nicht „in letzter Minute" ein Wunder geschieht, man packt ja bereits seit Wochen die Sachen und lagert sie in einem leeren Stall in der Nähe ein, dann sind die Mönche der Ökumenischen Zisterzienzer-Kongregation vom Orden Port Royal, die zu den Altkatholiken gehören, am Sonntag, 31. Januar, heimatlos! Pater Klaus vermutet dahinter inzwischen „eine Art kalkulierte Handlungs- weise, um das Kloster zu zerstören“. Bitte melden Sie sich, wenn Sie helfen können: Mit Räumlichkeiten, als Helfer beim unausweichlichen „Exodus", bei der Unterbringung der vorhandenen Hilfsgüter des Peruhilfswerkes, oder mit einer Spende (gegen Spendenquittung), um die schwierige Situation zu überbrücken. Ansprechpartner sind: Für das Kloster St. Severin, in Leinau, Bruder Johannes, Tel. 08346/921781, für das Peruhilfswerk, Martin Sutter, Tel. 08341/9091874. Spendenkonto Abtei St. Severin, Nr. 103500136 Raiba Kirchweihtal (BLZ: 733 699 18), Peruhilfswerk (Förderverein) Nr. 5587167 bei der Sparkasse Kaufbeuren (BLZ: 734 500 00).

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
Kinotipp: "Die versunkene Stadt Z"
Kinotipp: "Die versunkene Stadt Z"
Kein Durchkommen in Fußgängerzone
Kein Durchkommen in Fußgängerzone
"Gerne noch behalten"
"Gerne noch behalten"

Kommentare