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Kassiererin hinters Licht geführt: Betrüger erbeuten 1.350 Euro

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Kassiererin
Symbolfoto © Tom Weller/dpa/Archivbild

Biessenhofen – Betrüger melden sich immer wieder telefonisch bei Verbrauchermärkten, Ladengeschäften oder Tankstellen und verlangen unter einem Vorwand die Herausgabe von Guthabenkarten-Codes. Bei der Marktoberdorfer Polizei kam nun ein neuer Fall zur Anzeige.  Dieses Mal wurde eine Verkäuferin aus Biessenhofen das Opfer von Callcenterbetrügern.

In einem Verbrauchermarkt in der Poststraße in Biessenhofen erhielt die 49-jährige Kassiererin von einer Frau, welche sich laut Polizeibericht als Kassentechnikerin ausgab, einen Anruf. Die Kassiererin wurde von der Anruferin aufgefordert, sämtliche „Googleplay“-Karten aus dem Sortiment zu nehmen und diese zum Löschen über den Kassenscanner zu ziehen.

Die vermeintliche Technikerin gab auch an, den Code der Karten zu benötigen, da ansonsten die Summe nicht storniert werden könne und die Kasse dann im Minus sei. Zunächst machte sich die Angestellte laut Polizei keine Gedanken, da die angezeigte Telefonnummer die der Geschäftszentrale war.

Nach eine Weile fiel der 49-Jährigen dann ein, dass es in Kempten einen gleichgelagerten Fall gab und es sich um einen Betrug handelte. Die Kassiererin stoppte mit dem Scannen. Leider war bis dahin schon ein Schaden von 1.350 Euro entstanden, wie die Polizei berichtet.

Wie gehen die Täter vor?

Die Täter rufen organisiert aus Callcentern – meist aus dem Ausland – an. Sie täuschen vor, ein Mitarbeiter eines Dienstleisters zu sein oder rufen unter der Nummer des Chefs der Geschäftes an, die sie vorher erlangt haben.

Unter der Legende, dass es ein technisches Problem gebe, beispielsweise sei ein Drucker defekt oder ein Guthabenkarten-Lesegerät müsse getauscht werden, oder dem Vorwand, die Guthabenkarten seien abgelaufen und müssen entwertet werden, verwickeln sie Angestellte rhetorisch gewandt in ein Gespräch und nutzen den Umstand aus, dass die Kassiererinnen und Kassier oft unter Zeitdruck stehen.

So verlangen sie zur Behebung der vorgetäuschten Probleme dann telefonisch die Übermittlung der Codes auf den Guthabenkarten. Einmal durchgegeben, sind die Codes in Sekundenschnelle eingelöst und die Guthabenkarten damit wertlos. Pro erfolgreichem Fall registrierte das Polizeipräsidium einen Schaden von meist etwa 500 bis 1.500 Euro.

Was empfiehlt die Polizei?

Die Polizei rät Gewerbetreibenden:

Weisen Sie Ihr Personal auf die Betrugsmasche hin

Schulen Sie das Personal im Umgang mit den Geräten

Hinterlegen Sie eine Liste mit den Telefonnummern der Dienstleister/Anbieter für Rückrufe

Erstatten Sie bei einem erfolgten Betrug Anzeige bei der Polizei

Die Polizei rät Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern:

Seien Sie vorsichtig bei angeblichen Defekten von Geräten oder ungültigen Wertkarten

Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen

Wird von Ihnen eine Übermittlung von Codes gefordert, legen Sie auf und wählen selbst die Nummer des Dienstleisters oder Anbieters. Dieser soll Ihnen die Richtigkeit des Anliegens bestätigen

Haben Sie Codes übermittelt: Kontaktieren Sie unverzüglich den Dienstleister oder Anbieter zur Stornierung der übermittelten Codes

kb

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