Stadt Marktoberdorf verlangt künftig auf gekiesten Grundstück nördlich des Bahnhofs eine Gebühr

Mini-Gebühr fürs Parken am Bahnhof

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Die Stadt verlangt künftig fürs Parken auf dem gekiesten Grundstück einen Euro pro Tag.

Marktoberdorf – Die Stadt Marktoberdorf verlangt künftig fürs Parken auf dem gekiesten Grundstück nördlich des Bahnhofs eine geringe Gebühr. Diese macht in der Zeit von 6 bis 18 Uhr einen Euro pro Tag aus. Fünf Euro sind es in der Woche und 20 Euro im Monat. Bis zu einer halben Stunde ist es kostenfrei. Anlass für die Maßnahme ist, dass den Platz mit den 70 Stellflächen nicht nur Pendler nutzen, die in den Zug umsteigen, sondern auch Mitarbeiter umliegender Betriebe.

Bisher war der kostenfreie P&R-Platz nördlich des Bahnhofs und nördlich der Busspur ein Alleinstellungsmarkmal Marktoberdorfs. Als einzige Kommune hat sie dafür keine Gebühr verlangt. Doch damit ist es bald vorbei. Weil man bislang keine Handhabe gegenüber Autofahrern hat, die ihr Auto dort abstellen, obwohl sie gar nicht zum Zug wollen, möchte die Stadt mit der Mini-Gebühr regulierend eingreifen.

Umstritten war die Frage, ob es auf dem länglichen Parkplatz zwei Parkscheinautomaten braucht oder ob einer reicht. Eine knappe Mehrheit votierte dafür, es bei einem zu belassen und damit weitere 9000 Euro für ein zweites Gerät zu sparen. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell konnte sich mit seinem Plädoyer für einen zweiten Automaten nicht durchsetzen. Zwei Stück seien auf dem langen Parkplatz „ein Service“, lautete seine Meinung. Stresssituationen könnten so in der Früh, wenn die Leute den Zug erreichen wollen, vermieden werden.

Durchsetzen konnten sich bei der zusätzlichen Abstimmung Stadträte wie Werner Moll und Franz Barnsteiner, die einen Automaten als ausreichend erachteten. Auch Wolfgang Hannig (SPD) plädierte für nur ein Gerät. „Dann müssen sie halt fünf Minuten früher aufstehen“, kommentierte er zum Verhalten der Pendler.

Keine Mehrheit fand Christian Vávra mit seinem Antrag, dass die Stadt im Bürgerbüro allen Pendlern mit einem Dauerticket der Bahn (für einen Monat oder gar ein ganzes Jahr) kostenfrei eine Berechtigung für den Parkplatz ausstellt. Fünf Räte waren dafür, die große Mehrheit war jedoch dagegen.

Reservierung nicht möglich

Eine Wochenkarte für fünf Euro oder eine Monatskarte für 20 Euro bedeuten nicht, dass eine Stellfläche reserviert wird. Sie bringt aber für Pendler den Vorteil, dass ein Autofahrer nicht jeden Tag aufs Neue ein Ticket am Automaten ziehen muss. Technisch wird daran gedacht, dass Nutzer entweder mit Münzen oder mit EC-Karte bezahlen können.

Durch die Einführung der Gebührenpflicht am Parkplatz beim Bahnhof von Montag bis Freitag rechnet die Stadt mit Einnahmen von zirka 10.000 Euro im Jahr. Die Investition für den Automaten, für das Fundament und für Arbeiten des Bauhofs auf dem Gelände hätte sich damit nach zirka einem Jahr amortisiert. Dieses langgezogene und schmale Grundstück hatte die Stadt vor mehreren Jahren der Deutschen Bahn abgekauft.

jj

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