An der Pfarrkirche in Leuterschach: 2,3 Millionen Euro Kosten – Zuschuss der Stadt

Die umfassende Renovierung

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Bedarf am Dach, am Turm und am Mauerwerk ebenso wie im Inneren einer gründlichen Renovierung; die Kirche St. Johann Baptist in Leuterschach.

Marktoberdorf – Wenn es darum geht, die Finanzierung für die umfassende Renovierung der Pfarrkirche in Leuterschach abzuklären, ist man nun einen Schritt weiter gekommen. Denn zu den Gesamtkosten, die laut Kirchenpfleger Franz Brenner auf 2,3 Millionen Euro veranschlagt sind, steuert die Stadt Marktoberdorf laut aktuellem Beschluss zehn Prozent bei.

Kämmerer Wolfgang Guggenmos – er ist übrigens selbst Kirchenpfleger in einer kleinen Filialkirche der Pfarreiengemeinschaft Leuterschach, nämlich in Hattenhofen St.- Andreas – informierte darüber, dass der Betrag in zwei Raten gezahlt werde. 130.000 Euro sollen nächstes Jahr an die Kirchenstiftung in Leuterschach fließen; 2019 wird noch einmal der gleiche Betrag überwiesen.

Kirchenpfleger Franz Brenner informierte im Gespräch mit dem Kreisbote darüber, dass noch Gespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege zu führen sind. Auch aus dem Topf der Denkmalpflege erhofft sich die kleine Pfarrei mit der großen Kirche eine finanzielle Förderung. Den Hauptanteil hat freilich das Bistum Augsburg zu tragen. Zur Sanierung des Bauwerks steuert sie prozentual mehr bei als zur Innenrenovierung.

Die Arbeiten sind umfassend. Der Dachstuhl muss stabilisiert, das Dach neu eingedeckt werden. Auch der Turm, der 42 Meter aufragt, ist schadhaft. Die barocke Zwiebelhaube sei zwar in Ordnung, verweist Kirchenpfleger Brenner auf eine Begutachtung vom Autokran aus. Doch das Mauerwerk müsse saniert werden.

Das Gerüst im Kirchenschiff, das im November 2016 erstellt wurde, wird wohl noch zwei Jahre stehen bleiben.

Mit den Arbeiten wird im nächsten Jahr begonnen. Innen ist die Kirche bereits seit November 2016 eingerüstet. Im Kirchenschiff wurde über dem Gerüst eine große Holzdecke eingezogen; damit wird die Decke in elf Meter Höhe gestützt. Zudem stützen Balken die erste Empore. Gottesdienste und Andachten können in der Kirche abgehalten werden; die meisten Sitzplätze in den Bänken sind zugänglich.

Zuschuss der Stadt: Konträre Ansichten

Im Marktoberdorfer Stadtrat gab es, was den Zuschuss zur Kirchenrenovierung in Leuterschach betrifft, durchaus konträre Stimmen. Während Eduard Gapp (CSU) mit dem Satz „Das sind wir den Leuterschachern schuldig“ seine Meinung bekundete, entgegnete Stefan Elmer (SPD), dass er anderer Meinung sei. Er stellte den Antrag, statt der zehn Prozent nur fünf Prozent Zuschuss zu geben.

Elmer verweis drauf, dass die Stadt Marktoberdorf auch in anderen Bereichen, zum Beispiel im sozialen, zum Sparen angehalten sei, die römisch-katholische Kirche aber sehr wohl hohe Steuereinnahmen erhalte. Thorsten Krebs (CSU) hielt die Pfarrkirche zweifelsohne für erhaltenswert. Die Frage sei nur, wer dafür verantwortlich sei. Peter Fendt (Bayernpartei) erwähnte, dass in Leuterschach vor einigen Jahren bereits die andere Kirche für zwei Millionen Euro saniert worden sei.

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig (SPD) erläuterte dazu, dass Leuterschach nicht mit anderen Stadtteilen zu vergleichen sei. Denn ein Gotteshaus gehöre der Stadt und das große der Pfarrei. Es sei nicht gerecht, den Leuterschachern das zu verwehren, was bei den meisten anderen Sanierungsmaßnahmen auch ausbezahlt worden sei.

Veronika Diepolder, früher selbst in Leuterschach zu Hause, sprach auf die Stadtteile bezogen von der „letzten Kirche, die noch nicht saniert worden ist“. Allein aus diesem Grund gelte es, am Modus mit zehn Prozent Zuschuss festzuhalten. Schließlich wurde bei fünf Gegenstimmen entschieden, einen zehnprozentigen Zuschuss zu den veranschlagten Kosten an die Kirchenstiftung St. Johannes Baptist in Leuterschach zu gewähren – maximal jedoch einen Betrag von 230.000 Euro.

jj

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