OP geglückt – Patient genesen

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Kaufbeuren – Der betagte Patient, und damit meinte er das Haus St. Clara, sei vollkommen genesen, sagte Architekt Karl Georg Bauernfeind anlässlich der Einweihungsfeier der Pflegestation und Verwaltungsräume im Crescentiakloster. Nach anderthalb Jahren Bauzeit konnte der Gebäudeteil vergangene Woche der neuen Nutzung übergeben werden.

In vielen Räumen findet man noch alte Balken – eine Verknüpfung von Historie und Moderne.

Zuvor befand sich die Pflegestation für kranke und alte Mitschwestern im Konventgebäude, aus Brandschutzgründen musste aber eine neue Lösung her, berichtete der Architekt. Das knapp 600 Jahre alte Haus sei in einem kritischen Allgemeinzustand gewesen, war sogar einsturzgefährdet. Bauernfeind, der die Sanierung mit einer Operation verglich, sagte, dass das Gebäude für jegliche Nutzung gesperrt werden musste. Und dann wurde dem Haus ein „neues Rückgrat“ mit einem Stahlgerüst implantiert. Die Sanierung kostete mehr als zwei Millionen Euro, „unschöne OP-Narben“ seien verhindert worden. Dabei haben die Architekten und Arbeiter einige historische Bauteile wie Türen oder das Dachgebälk erhalten können.

Die Ordensschwestern seien sehr dankbar, dass die Arbeiten am Haus St. Clara, das gegenüber der Klosterpforte liegt, abgeschlossen seien, berichtete Oberin Martha Lang. Dennoch werde den Schwestern der rege Betrieb auf dem Klosterareal fehlen, habe doch stets eine „angenehme, frohe Atmosphäre“ geherrscht. Flexibilität, Können und Wachsamkeit seien von den Bauarbeitern gefordert gewesen. Mit dem Ergebnis hätten die Schwestern nun an Lebensqualität gewonnen, zumal sie zuvor Lärm und Schmutz ertragen hätten müssen.

„Mir bedeutet das Kloster sehr viel“, sagte Bürgermeister Gerhard Bucher. Vor allem seit der Heiligsprechung der Crescentia sei das Kloster für viele Kaufbeu­rer in den Mittelpunkt gerückt. Die Arbeiten am Haus St. Clara, das an die Gedenkstätte grenzt, sei eine „äußerst anspruchsvolle Aufgabe“ und „viel Gehirnschmalz, Geduld, Geld und Hände“ für das gelingen vonnöten gewesen. Bei der Finanzierung seien der Stadt die Hände gebunden gewesen, sie habe sich nur am Denkmalschutz mit 10.000 Euro beteiligen dürfen.

Von der Diözese Augsburg flossen hingegen 300.000 Euro in die Sanierung. Für den bischöflichen Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer sei diese „Investition in den Menschen“ ein Signal nach außen, denn mit der Pflegestation im Kloster würde man den alten und pflegebedürftigen Schwestern Wertschätzung entgegen bringen.

Die neuen Stationszimmer sind komplett ausgestattet, es sind auch Waschbecken vorhanden. Die angrenzenden Badezimmer sind altersgerecht gestaltet.

Ordensreferent Pfarrer Dr. Ulrich Lindl bat nach dem Festakt um den göttlichen Segen für den „Ort des Heils“. Die Auflagen für den Umbau seien groß gewesen, umso gelungener fände er nun das Raumkonzept. Seiner Meinung nach käme es auf das Leben in den Räumen an, die Klostergemeinschaft sei schließlich ein „lebendiger Organismus“. Alte Schwestern bekämen in den neuen Räumen nun die nötige Zuwendung.

Neben der Treppe gibt es einen gläsernen Aufzug.

Nach der Segnung waren die Gäste eingeladen, die Räume zu besichtigen, in die die pflegebedürftigen Schwestern am 13. Februar einziehen. Viele Baustellenfotos ermöglichten an den betreffenden Stellen einen Vorher-Nachher-Vergleich. Musikalisch umrahmt wurde die Feier mit Panflötenmusik von Gisela und Joachim Butz.

Raumaufteilung

Die künftige klösterliche Pflegestation befindet sich im ersten und zweiten Obergeschoss. Im Erdgeschoss und angrenzend an die sogenannte Pfortenstube finden die Verwaltung, Registratur, sowie das Archiv ihren Platz.

von Martina Staudinger

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