Neuer Lehrpfad verbindet

Pforzen und Kaufbeuren planen gemeinsamen „Biotopverbund“

Der Pforzener „Burgstall“.
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Der Pforzener „Burgstall“, ein künstlich aufgeschütteter Burghügel am Mühlbach ist ebenfalls eine Station am geplanten Lehrpfad zwischen Höfelmayr-Kapelle und der Gemeinde Pforzen.

Pforzen – Zwei Tagesordnungspunkte bestimmten die jüngste öffentliche Sitzung des Pforzener Gemeinderates. Dabei ging es um einen gestellten Antrag zur Erweiterung einer Biogasanlage und der Beteiligung der Gemeinde Pforzen an der Förderantragstellung „Errichtung eines Lehrpfades“ zwischen der Stadt Kaufbeuren und Pforzen im Rahmen eines Biotopverbundes.

Drittes Blockheizkraftwerk

Zu Beginn der Sitzung stellte Bürgermeister Herbert Hofer den Ratsmitgliedern die geplanten Änderungen an der Biogasanlage der Betreiberfirma Leuthen-Gas GbR vor. Durch die Errichtung eines dritten Blockheizkraftwerkes soll eine flexiblere Stromerzeugung erreicht werden. Außerdem ist die Installation einer Gasaufbereitungsanlage vorgesehen, sowie der Einbau eines Trafos und einer Trocknungsanlage. Die Rührwerke sollen bei dieser Gelegenheit ausgetauscht und eine Vergrößerung des Technikgebäudes vorgenommen werden. Durch ein eingehaustes Vordach möchte der Betreiber einen besseren Schallschutz erreichen. Außerdem werde größter Wert darauf gelegt, so Hofer, dass alle geforderten Grenzwerte, speziell zum nahegelegenen Gewerbegebiet im Bereich der B16, eingehalten werden.

Einstimmig wurden die als notwendig erachteten Änderungen gebilligt und das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Neuer Lehrpfad

Die Umsetzung einer Biotop-Studie zwischen der Stadt Kaufbeuren und der Gemeinde Pforzen sei schon an die 20 Jahre alt, so Pforzens Rathauschef. Zwischenzeitlich, fast schon in Vergessenheit geraten, habe man sich an diese Idee nun wieder erinnert und im Rahmen einer Sitzung im Kauf­beurer Rathaus eine Projektgruppe „Biotopverbund Pforzen - Kaufbeuren“ gegründet.

Bei diesem Projekt geht es um drei Teilbereiche: Biotopverbund, Lehrpfad und Umweltbildung. Im Dezember soll das Projekt dem Umweltausschuss der Stadt Kaufbeuren und dem Gemeinderat Pforzen dann näher vorgestellt werden. Zunächst musste aber grundsätzlich geklärt werden, ob sich die Gemeinde Pforzen an diesem Vorhaben, das auch Kosten verursache, beteiligen möchte.

Josef Freuding, Natur-und Umweltschutzbeauftragter der Gemeinde, plädierte eindeutig für eine Beteiligung und bezeichnete dieses Projekt als wertvolles Verbindungselement zwischen der Stadt und der Gemeinde Pforzen. Es sei auch eine wichtige Grundlage zum Erhalt der Biodiversität im Bereich vom Leinauer-Hang und an der Wertach. Ziel sei es, die Naherholung in dieses Vorhaben voll einzubinden, schließlich wäre diese wichtiger denn je. Er selbst werde die Projektbetreuung übernehmen.

Der geplante Lehrpfad soll in Kaufbeuren bei der Höfelmayr-Kapelle seinen Anfang nehmen und über die Magerwiesen des Leinauer-Hangs in Richtung ehemaliger Bahnhof Leinau nach Pforzen, mit seinen kulturell und geschichtlich interessanten Berührungspunkten, führen. An der Wertach soll dieser Pfad dann enden. Insgesamt neun Stationen mit Infotafeln seien geplant. Am Pforzener Mühlbach soll beispielsweise eine Wassertretstelle eingerichtet und zur Wertach ein besseren Zugang geschaffen werden. Allerdings bedarf es hier noch entsprechende Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt und weiteren zuständigen Behörden.

Das Büro Hoffmann & Dietz erstellte für diesen Lehrpfad in Form einer Machbarkeitsuntersuchung die notwendigen Grundlagen einer Umsetzung. Die Regierung von Schwaben will sich, so Bürgermeister Hofer, in Höhe von 50 Prozent an den Kosten, die nach grober Schätzung bei circa 70.000 Euro liegen, beteiligen. Nachdem die Stadt Kaufbeuren die Hälfte dieser Summe trägt, dürften auf die Gemeinde Pforzen, nach Abzug des zugesagten Förderbetrages, noch Kosten in Höhe von 17.500 Euro zukommen.

Landschaftspflegeverband und Deutscher Alpenverein konnten zur Realisierung des Gesamtkonzeptes inklusive Umweltschutz und -bildung gewonnen werden, sodass dieses gemeinschaftliche Projekt mit Sicherheit für die hiesige Region eine Bereicherung sein wird. Einstimmig billigte der Gemeinderat die Beteiligung an der Förderantragstellung. Dieser Antrag kann nun durch die Abteilung „Umwelt“ der Stadt Kaufbeuren gestellt werden.

Klaus-Dieter Körber

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