Phantasie ist gefragt

Mit Tipps und gut gemeinten Ratschlägen stimmte Tänzelfest-Vorstandsmitglied und zugleich Lagerleben-Chef Ulrich Wiedemann die Verantwortlichen der einzelnen Lager auf das diesjährige Fest ein. Besonders dem Charakter des mittelalterlichen Lebens soll mehr Bedeutung geschenkt werden. So ist die Phantasie der Lagerbetreiber gefragt, von der Dekoration angefangen über die Bekleidung bis hin zu kreativen Namen für die Speisen.

Immer wieder ziehen einzelne Stände des Lagerlebens den Groll der Tänzelfest-Verantwortlichen auf sich, wenn sie sich nicht an die „Spielregeln” halten. Das Lagerleben möchte an zwei Abenden in der Kaufbeurer Innenstadt das Mittelalter wieder aufleben lassen. Glas- flaschen und Plastikgeschirr passen da ebenso wenig rein wie ungeschmückte Bierzeltgarnituren, meint Ulrich Wiedemann vom Tänzelfestverein. Zwei Lagerbetreiber, die trotz mehrfacher Ermahnungen schon 2008 keine Änderungen vornahmen, erhalten für dieses Jahr keine Genehmigung mehr. Wiedemann kündigt für 2009 Kontrollen an und „wer sich nicht dran hält, ist 2010 nicht mehr dabei”. Doch die Tänzelfest-Führung macht auch deutlich, dass es sich dabei um Ausnahmen handelt, und zeigt anhand von Fotos, wie es im besten Fall aussehen kann. Baumstümpfe, Holzbänke und Strohballen dienen als Sitzgelegenheiten. Die Stände sind mit Fellen, Leder, Jute und Stroh sowie Pflanzen geschmückt. Licht spenden Fackeln, Feuer oder ein Lagerfeuer. Passt dann noch die Kleidung der Helfer am Stand, ist der Tänzelfestverein zufrieden. Auch für Speisen und Getränke gelten Vorgaben. Glasflaschen und Plastik sind verpönnt, genauso ist das Ausschenken von Cocktails und so genannten Alkopops verboten. Für ein halbes Bier müssen unverändert wieder 2,80 Euro berappt werden. Nach kurzer Diskussion bei der Vorbereitungsversammlung einigten sich die Teilnehmer bei den alkoholfreien Getränken auf einen einheitlichen Preis von 2,50 Euro für einen halben Liter; nur Wasser gibt es bereits für zwei Euro. Damit die Besucher des Lagerlebens neben Speis und Trank auch ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm vorfinden, fordert Ulrich Wiedemann die Standbetreiber dazu auf, die Gäste mit Mittelalter-Attraktionen zu begeistern. Das können typische Spiele der damaligen Zeit, Gesang, Tanz, Musik oder ein kleines Theaterstück sein. Der Tänzelfestverein langt ebenfalls tüchtig in die Kasse, um den passenden Rahmen zu bieten. Dazu gehören einerseits die Ausgaben für die Fanfarenzüge, die durch die Altstadt ziehen, aber wesentlich mehr kosten die Sicherheitsleute, die Toilettenanlagen, Strom, Technik und Rotes Kreuz. Insgesamt zahlt der Verein für das Lagerleben laut Wiedemann rund 33000 Euro; im Vergleich dazu: Durch die Standmieten nimmt der Verein etwa 16000 Euro wieder ein.

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