Wie der Phoenix aus der Asche...

Glänzender Einstand des neuen Dirigenten beim MVN-Frühjahrskonzert

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Erwartete Ehrungen: Güschi Seydel (v. li.), Peter Vogt, Heinrich Hallatschek, Hannah Peitz und Herbert Hofer.

Kaufbeuren-Neugablonz – Seit einigen Jahren findet das Jahreskonzert der Musikvereinigung Neugablonz (MVN) immer am letzten Sonntag im April statt. Dieses Jahr war dem Publikum bis zum letzten Augenblick nicht bekannt, wer nach dem Tod von Conny Wiblishauser dieses Konzert denn nun dirigieren würde. Erst nach einem im vollbesetzten großen Saal des Gablonzer Hauses ohne Dirigenten gespielten Stück rief Vorstand Güschi Seydel den Schlagzeuger Peter Vogt (Jahrgang 1998) als neuen Dirigenten ans Pult.

Der frisch gebackene junge Dirigent – er hatte erst an diesem Tag vormittags in Krumbach seine Dirigentenprüfung „mit ausgezeichnetem Erfolg“ abgelegt – entledigte sich seiner Aufgabe ruhig und souverän. Er setzte mit winzigen Gesten dynamische Akzente und beherrschte majestätisches Fortissimo ebenso wie ganz zarte Töne. Trotz relativ kurzer Probenzeit hatte er die Musiker zu einer harmonischen Einheit geschmiedet und sie spielten schmissig und exakt die von Vogt zum Teil ziemlich veränderten Stücke.

Das zweiteilige Programm enthielt im ersten Teil eher konzertante Werke. Diesen Teil beschloss das vom Publikum traditionell stehend mitgesungene Isergebirgslied, die heimliche Nationalhymne des Isergebirges, die bisher immer erst ganz am Ende des Konzerts gespielt wurde.

Nach Grußworten von Oberbürgermeister Stefan Bosse und MdL Bernhard Pohl appellierte Vorstandsmitglied und Jugendwart Heinrich Hallatschek an weitere interessierte Musiker jeglichen Alters, in die MVN einzutreten. Zwar versuche man auch selbst Nachwuchs heranzuziehen, beste Beispiele für die erfolgreiche Jugendarbeit seien der neue Dirigent Peter Vogt oder Annalena Holy. Die Hummelflug-Solistin im letztjährigen Frühjahrskonzert hat trotz ihrer erst 16 Jahre bereits das Amt der Notenwartin inne. Aber der Musikvereinigung wären zusätzliche aktive Mitglieder sehr willkommen.

Der frisch gebackene, nun auch offizielle neue Dirigent der MVN: Peter Vogt

Neben dem konzertanten ersten Teil und schwungvoller Unterhaltungsmusik nach der Pause erlebte das Konzertpublikum einige Extra-Überraschungen: Zunächst überbrachte Borek Tichy, der mit einer Delegation aus Gablonz an der Neiße gekommen war, als Gastgeschenk die überdimensionalen Noten des von „Jovita Richter, Chorregent, componierten und der Marktgemeine Wiesenthal anläßlich der Eröffnung des Wassergas-Werkes ergebenst gewidmeten“ Erinnerungs-Marsches. Tichy verlieh der Hoffnung Ausdruck, diesen Marsch beim nächsten Zusammenspiel mit der Gablonzer Kapelle Mlada Dechovka entweder in Gablonz oder in Neugablonz zu hören.

Nach der Pause nahm Herbert Hofer, der Bezirksvorsitzende von Bezirk 5 im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM), die fälligen Ehrungen vor: Hannah Peitz hatte gleich zwei Prüfungen bestanden, die Bläserprüfung für Tenorhorn und für Trompete. Vorstandsmitglied Heinrich Hallatschek erhielt eine Urkunde für zehnjährige Vereinstreue. Und Peter Vogt durfte unter „Standing Ovations“ von jetzt ganz offiziell „seinen“ Musikern die Urkunde für die mit einem Notendurchschnitt von 1,3 bestandene Dirigentenprüfung entgegennehmen. ASM-Präsident Franz JosefPschierer hatte sich bei der MVN entschuldigt – er musste in Krumbach den übrigen ASM-Prüflingen des Tages ihre Urkunden überreichen.

Außer den erwarteten Ehrungen gab es abschließend noch einen gänzlich unerwarteten Geldsegen für die Musikvereinigung Neugablonz: Jürgen Feldmeier überreichte Güschi Seydel einen symbolischen Spenden-Scheck über 1.334,39 Euro aus der Auflösung des Vereinsrings Neugablonz e. V.

Das Publikum war von der neuen Linie der MVN und ihrem jungen Dirigenten begeistert und erklatschte sich stehend zwei Zugaben.

von Ingrid Zasche

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