Forettle-Center: Investor will auf jeden Fall bauen – Bauantrag kommt aber definitiv nicht mehr im April

"Es geht auch ohne Elektromarkt"

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Dr. Jochen Ehlers im Jahr 2013 bei Erläuterungen zu den Forettle-Plänen im Rathaus.

Kaufbeuren – Der Bauantrag für das Fachmarktzentrum Forettle wird nun doch nicht, wie ursprünglich angekündigt, im April eingereicht. Grund laut Dr. Jochen Ehlers vom Investor Dr. Aldinger und Fischer GmbH: „Mehr Arbeit als erwartet“ bei den Detailplanungen und baulichen Abstimmungen mit Mietern.

„Besondere Probleme“ gebe es hier aber nicht, so Ehlers. Sorgen dürfte dem Investor allerdings machen, dass bislang noch kein Elektronikanbieter als „Ankermieter“ für das Fachmarktzentrum gefunden werden konnte. Bis Mitte Juli hat der Investor laut Baureferent Helge Carl noch Zeit, den Bauantrag bei der Stadt einzureichen. 

„In enger Abstimmung mit der Stadt und den Mietern machen wir gerade die Detailplanungen, zum Beispiel zu Leitungen, Feuertreppen, und ähnlichem. Außerdem stehen wir weiter in Verhandlungen mit Elektronikanbietern, um hier noch einen Mieter zu gewinnen“, beschreibt Ehlers den derzeitigen Stand des Projekts auf Nachfrage des Kreisbote

Doch ob Letztgenanntes noch im Zeitrahmen vor dem Bauantrag gelingt, scheint fraglich. „Die Branche steht derzeit unter Druck wegen der starken Konkurrenz durch den Internethandel“, so Ehlers. In Gefahr sieht er das Projekt Fachmarktzentrum dadurch aber nicht: „Wir führen die Planungen fort, auch wenn die Fläche für einen Elektronikmarkt noch keinen festen Mieter hat. Ein Elektronikmarkt im Forettle ist keine Voraussetzung, sondern ein Wunsch“, so Ehlers am Dienstag. 

Aber war nicht gerade die Aussicht auf einen großen Elektronikanbieter das Aushängeschild der FMZ-Befürworter in Bürgerschaft und Stadtrat? Wäre das Forettle jetzt auch ohne Elektronikmarkt denkbar? Dr. Jochen Ehlers als Sprecher des Investors sagt dazu: „Wir wollen das Projekt auf jeden Fall durchziehen, es ist auch ohne Elektronikmarkt nicht in Gefahr“. Zu einem möglichen „Plan B“ will er sich derzeit aber nicht äußern. 

Auch Baureferent Helge Carl weiß, dass es bislang noch keinen Vertrag mit einem Elektronikanbieter für das geplante Forettle-Center gibt. Er sieht das aber erst einmal gelassen: „Wir warten, bis der Bauantrag vorliegt“, so Carl. 

Halten muss sich der Investor hier an die im sogenannten Durchführungsvertrag festgelegte Gesamtgröße des FMZ von rund 15.000 Quadratmetern (Verkaufsfläche: maximal 8.500 Quadratmeter) sowie an die für die einzelnen Sortimente festgelegten Mindest- und Höchstflächen. Für den Elektronikmarkt ist im Vertrag eine Höchstfläche von 2.800 Quadratmetern vorgesehen, als Untergrenze gilt – wie für alle anderen Sortimentsflächen – 600 Quadratmeter. In zwei Fällen darf der Investor davon allerdings abweichen. 

Im Klartext: Der Investor hat sich auf eine Gesamtfläche des FMZ festgelegt, die er im Bauantrag nun mit Ladenflächen für die bestimmten Sortimente füllen muss. Ob diese dort aber tatsächlich einziehen – „dafür muss und kann der Investor keine Garantie geben, es kann ja immer ein Mieter abspringen“, so Carl. Zwischen 600 und 2.800 Quadratmeter sollen für einen Elektronikmarkt zur Verfügung stehen. 

Ob der Bauantrag auch ohne den Elektronikmarkt die Flächenvorgaben erfüllen kann, ist ein Rechenkunststück – Baureferent Carl hält es zumindest für „schwierig“. Sollte der Investor bei seinem Bauantrag bis spätestens Mitte Juli von den Vorgaben im Durchführungsvertrag maßgeblich abweichen, wäre dies laut Carl ein Vertragsbruch, der Stadtrat müsste neu abstimmen. 

Allerdings ist davon auszugehen, dass der Investor in enger Abstimmung mit der Stadt derzeit besonders genau auf Details der Planung achtet – denn im Raum steht weiterhin die Normenkontrollklage gegen das Projekt Fachmarktzentrum, die ein Anwohner im Zuge des Bebauungsplans angestrengt hat (wir berichteten). Laut Carl ging am Dienstag hierzu die Klagebegründung ein.

von Michaela Frisch

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