Mehrheit befürwortet zweite Variante mit Mehrfamilienhaus

„Plan B“ für Baugebiet in Sulzschneid

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Noch grüne Wiese, bald ein Baugebiet: die knapp zwei Hektar große Fläche im Nordwesten von Sulzschneid. Die beiden Linden sind Naturdenkmal und bleiben erhalten.

Marktoberdorf/Sulzschneid – Unter den zwei Varianten, die Architekt Martin Hofmann für das neue Baugebiet im Marktoberdorfer Stadtteil Sulzschneid vorgestellt hat, soll „Plan B“ greifen. Dafür haben sich die Stadträte in der Juli-Sitzung einhellig ausgesprochen. Diese zweite Variante umfasst 18 Bauplätze.

Auf einem größeren Grundstück im Osten des Quartiers ist zudem ein Mehrfamilienhaus mit fünf Parteien vorgesehen. So können im neuen Baugebiet, das im Nordwesten der Ortschaft befindet, nach Fertigstellung der Häuser bis zu 24 Familien und Paare einziehen. Geprüft wird, ob anstelle von Einfamilienhäusern ein zweites Mehrfamilienhaus in diesem Wohngebiet errichtet werden kann.

In der zweiten Variante, die Planer Martin Hofmann (Irsee) im Marktoberdorfer Stadtrat vorgestellt hat, ist auch ein Doppelhaus eingezeichnet. Dieses wurde im ersten Entwurf ebenso weggelassen wie ein Mehrfamilienhaus. Ein weiterer Unterschied: Im „Plan B“ hat das Feuerwehrhaus, das auf der Westseite des Baugebietes entstehen soll, eine eigene Zufahrt zur Straße von Sulzschneid nach Balteratsried.

Garagen im Haus

Die Grundstücke haben zwischen 345 Quadratmeter und 710 Quadratmeter. Deutlich größer ist das Areal für das Mehrfamilienhaus: Es misst 1300 Quadratmeter. Ungefähr bei der Hälfte der Einfamilienhäuser stehen die Garagen nicht separat. Sie sind ins Haus integriert und werden im Obergeschoss überbaut. Alle Gebäude sollen zwei Vollgeschosse erhalten; beim Mehrfamilienhaus kann zudem das Dachgeschoss genutzt werden.

Die Fläche am Feuerwehrhaus ist im Vergleich zur Variante A etwas reduziert. Aber das Gebäude ist mit dem Hof nach Süden ausgerichtet und hat eine eigene Zufahrt. Mitten im Baugebiet entsteht ein Kreuzungspunkt mit leichtem Platzcharakter. Nach Norden und Westen soll das Baugebiet, das laut Marion Schmidt vom Marktoberdorfer Bauamt eine Größe von 1,9 Hektar hat, eingegrünt werden. Eine Besonderheit sind die zwei alten Linden, die als Naturdenkmale ausgewiesen sind und zu denen ein ausreichender Abstand einzuhalten ist.

Zum Sulzschneider Baugebiet gab es etliche Wortmeldungen. Ortssprecher Roland Müller betonte, dass in einer Versammlung in Sulzschneid die Variante B eindeutig favorisiert worden sei. Zwei Mehrfamilienhäuser seien „besser als eines“, bekundete Müller. Seien bislang die jungen Bewohner von Sulzschneid bei den Plänen zum Baugebiet im Fokus gestanden, so wolle man mehr als bisher an ältere Bewohner denken.

Müller freute sich, dass es nach den „zähen Verhandlungen“ zum Erwerb der Grundstücke nun mit dem Bebauungsplan vorangeht. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell blickte voraus, dass die 18 Bauplätze von der Stadt nicht in einem Zug, sondern „in zwei Abschnitten“ vermarktet würden.

Nahwärmekonzept

Georg Martin (Grüne) bekräftige den Wunsch für ein zweites Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten auf der Ostseite. Außerdem vertrat er die Ansicht, dass ein Nahwärmekonzept als „Vorzeigeprojekt“ in Sulzschneid realisiert werden soll.

Ralf Baur vom Stadtbauamt machte „einen Vorschlag zur Güte“. Die Bauverwaltung wolle erst mal ausloten, wo Gebäude und Technik für so eine Nahwärmeversorgung platziert werden können; dann gebe es später dazu eine eigene Beschlussfassung. Martin war damit einverstanden und zog den spontanen Antrag zurück.

„Wir wissen, es geht zäh voran mit Baugebieten“, sagte Werner Moll (Stadtteile aktiv). Umso besser sei die Ausweisung in Sulzschneid, wo er die Größe der Grundstücke gut finde. Stadtrat Carl Singer fragte zu Vorgaben bei Dachneigung und Vordächern nach. Da wolle man „grundsätzlich sehr konservativ“ vorgehen, antwortete Architekt Hoffmann. Es könne nicht jeder bauen, wie er will. Ziel sei es, die klaren Strukturen im eng bebauten Dorf auch im neuen Baugebiet aufzunehmen und fortzuführen.

Sulzschneid ist mit knapp 600 Einwohnern der kleinste und südlichste Stadtteil von Marktoberdorf. Er liegt knapp 800 Meter hoch.

jj

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