Das Tauziehen mit Bulle und Bär: Siegergruppen

Planspiel Börse: Teams der Sparkasse Kaufbeuren kämpfen mit schwankenden Kursen

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Die Sieger: Alle Teams präsentierten sich mit den Lehrkräften und den Bankbetreuern des Börsenspiels zum Gemeinschaftsfoto.

Kaufbeuren – Das im Dezember zu Ende gegangene „Planspiel Börse“ der Sparkassen hat allen Teilnehmern deutschlandweit wieder viel Freude bereitet. Auch die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren nahm mit zwölf Schulen, Lehrerteams und jungen Erwachsenen am Spielgeschehen teil und zeichnete nun die Siegergruppen aus.

Die Ehrungen nahmen Carmen Wallraven als Vertriebsleiterin Privatkunden, Marketingleiter Michael Sambeth und Tobias Philipp als Experte für Börse und Wertpapiermanagement vergangene Woche in den Räumen der Sparkasse vor. Dabei erhielten die fünf Siegergruppen der Depotgesamtwertung sowie die Siegergruppe des Nachhaltigkeitswettbewerbs Urkunden und attraktive Preise. Sieger in der Depotgesamtwertung wurde die Spielgruppe „Team Rambo“ von der Mittelschule Germaringen mit einem Ertrag von 4.549,58 Euro – das Dreifache der Gewinner des Vorjahres!

Wieder einmal waren die Teams im Planspiel Börse einem durchaus schwankenden Börsenmarkt ausgesetzt. Auslöser waren beispielsweise die politischen Spannungen wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China oder der ungeordnete Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Der Spielverlauf war durch viel Bewegung am Aktienmarkt und auch Kursverluste für die Teilnehmer gekennzeichnet, doch der Dax erreichte sein Jahreshoch. Diese besondere Börsensituation war somit kein Selbstläufer. Mit sorgfältiger Recherchearbeit gelang es den Siegerteams, die aussichtsreichsten Wertpapiere auszuloten und ihr virtuelles Depot gewinnbringend zu vermehren. Rund 25.000 Teams aus Deutschland, Italien, Frankreich, und Schweden waren elf Wochen lang live dabei und erlebten so eine spannende und interessante Börsenzeit. Im Geschäftsgebiet der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren beteiligten sich zwölf Schulen mit 335 Schülern in mehr als 90 Teams.

„Mit Weitblick spekuliert“

Carmen Wallraven gratulierte den anwesenden Siegern: „Sie haben mit Weitblick viele Gruppen hinter sich gelassen und Ihr Kapital erhöht.“ Der verantwortliche Umgang mit Geld sei auch für eine vorausschauende Finanz- und Lebensplanung wesentlich. Sie verwies zudem auf die erforderliche Kommunikation im Team bei der Auswertung von Informationen sowie von Unternehmens- und Wirtschaftsdaten. Tobias Philipp, der in der Sparkasse für Vermögensmanagement, Börse und Wertpapierhandel zuständig ist, ließ in einem kurzen Rückblick das elfwöchige Spiel Revue passieren: die Entwicklung des DAX 30, die umsatzstärksten und -schwächsten Wertpapiere und die Tops und Flops. Er machte auch deutlich, dass viele – insbesondere negative Prognosen der Fachwelt – nicht eingetroffen waren: Keine wirtschaftliche Abschwächung, kein Crash und auch die Notenbankpolitik stellte kein Problem für die Börse dar. Er richtete abschließend eine Bitte an die Teilnehmer: „Ich wünsche mir, dass Sie sich weiter mit dem Thema beschäftigen, denn es wird für die nächsten Jahre ein Thema bleiben.“

Michael Sambeth machte nochmals den Vorteil der Teilnahme an dem Börsenplanspiel deutlich: „Sie haben einen intensiven Einblick in das Börsengeschehen bekommen, konnten gleichzeitig vollkommen risikolos mit unterschiedlichen Anlagewerten spekulieren und so ohne Berührungsängste mit dem Wertpapierhandel die Zusammenhänge aus dem Schulunterricht spielerisch durch praxisnahe Erfahrungen sinnvoll ergänzen.“ Ihn freue besonders, dass über die Hälfte der Teams in nachhaltige Anlagen investiert hätten.

Schulische Ergänzung

Das „Team Rambo“ von der Mittelschule Germaringen stellte den Sieger als beste Spielgruppe in der Depotgesamtwertung mit 54.549,58 Euro (bayernweit Platz 65 von über 6.500 und deutschlandweit 237 von 22.000 Teams). Sven Dünner vom Team Rambo mit seinen Mitspielern Patrick Huch und Noah Zimmermann war begeistert: „Es war sehr interessant!“ Anfangs habe die Gruppe Aktientipps auf verschiedenen Webseiten genutzt und immer wieder mal Tops und Flops kassiert. „Doch im Endeffekt hat es gut funktioniert, obwohl wir anfangs im Minus waren“, sagte er. Sabina Zeiler als Lehrerin zeigte sich trotz langer Erfahrung bei der Betreuung mit dem Planspiel Börse ebenfalls erfreut: „Ich bin fast jedes Jahr bei den Siegern unter den ersten Fünf, aber heuer das erste Mal auf Platz eins.“ Für sie passe das Spiel mit dem Geld am Aktienmarkt ausgezeichnet zum Unterricht in der zehnten Klasse: „In Ergänzung des im Lehrplan verankerten Themas ‚Börse‘ wird hier spielerisch Hintergrund und Fachwissen vermittelt.“ Eva Gruber, Lehrerin vom Gymnasium Buchloe, deren Gruppe im Vorjahr den Sieger stellte, belegte dieses Mal mit ihrer Gruppe erfolgreich den zweiten Platz.

„Zufriedener kann man fast nicht sein“, freute sich Vinzenz Reichart von der Siegergruppe „JBG-10a“ in der Nachhaltigkeitswertung. Zusammen mit seinen Partnern Daniel Dulsan und Tobias Elbs vom Jakob-Brucker-Gymnasium hatte er mit einem Nachhaltigkeitsertrag in Höhe von 1.599,49 Euro den ersten Platz erzielt.

Im Lehrerwettbewerb konnte sich Wolfgang Sima von der Mittelschule Germaringen als Sieger durchsetzen. „Und das, obwohl er Geld verbrannte“, wie Sambeth schmunzelnd anmerkte, denn das Startkapital war von 50.000 Euro auf 49.434, 41 Euro geschmolzen. Die Auszeichnung der Sieger im Wettbewerb für Studenten, Azubis und junge Erwachsene war bereits vor einiger Zeit erfolgt. Erster bei einem Startkapital von 100.000 Euro wurde Christopher Friedmann in der Depotgesamtwertung mit einem Endbetrag in Höhe von 104.894,01 Euro.

von Wolfgang Becker

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