OBI plant Umzug in die Innenstadt

Auf diesem Areal von Josef Scheibel soll, wenn es nach seinem Willen geht, im kommenden Jahr ein OBI-Baumarkt errichtet werden. Foto: Lorenz

Der Kaufbeurer Bauausschuss hat vergangene Woche die Ansiedlung eines Baumarktes westlich der Mindelheimer Straße mit einer Gegenstimme (Klaus Bauernfeind CSU) befürwortete. Das es sich dabei um OBI handelt, signalisierte die Anwesenheit eines Mitarbeiters des Unternehmens, den Investor Josef Scheibel zur Sitzung mitgebracht hatte. Geplant ist die Errichtung eines Bau- und Gartenmarktes mit rund 5500 Quadratmetern Verkaufsfläche (davon 1500 für einen Gartenmarkt) auf dem Areal des früheren Baumarktes Toom.

Wie berichtet, wollte Scheibel auf diesem Areal eigentlich ein Fachmarktzentrum, mit der Firma Feneberg als möglichen Mieter, errichten. Diesen Antrag lehnte der Stadtrat im Juli dieses Jahres mehrheitlich ab. Jetzt hat Investor Scheibel ein neues Konzept erarbeitet und einen Antrag bei der Stadt gestellt. Dabei geht es um die Errichtung eines Bau- und Gartenmarktes mit rund 5500 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem Backshop mit rund 100 Quadratmetern. Der bestehende Getränkemarkt wird sich von der Verkaufsfläche beinahe verdoppeln und der vorhandene Modellbauhandel in gleicher Größe erhalten bleiben. Für die Realisierung des Vorhabens sollen die bestehenden Gebäude teilweise abgerissen und durch Neubauten ergänzt werden. „Dadurch, und in Verbindung mit einem verbesserten Grünkonzept, wird die jetzige städtebauliche Situation aufgewertet“, erklärte Stadtplaner Manfred Pfefferle. Auch Dr. Manfred Heider, der das Einzelhandelsgutachten für Kaufbeuren erstellt hat, sieht das Vorhaben auf dem Areal als realisierbar an. Natürlich müsse noch im Zuge des Genehmigungsverfahrens geprüft werden, inwieweit das Projekt aus landesplanerischer Sicht verträglich sei, so Pfefferle. Soll heißen: Die Regierung von Schwaben prüft, ob durch den Bau zu viele Baumarktflächen in Kaufbeuren entstehen. In der anschließenden Diskussion stand auch das Forettle im Fokus. Denn dieses Areal sollte ebenfalls überbaut werden. Ein möglicher Investor sei hier die Firma Dobler. Doch bis dato sei kein Antrag eingegangen und Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) hält es für realistisch, „dass im Forettle auch in den kommenden fünf Jahre nichts passieren wird“. Daher dürfe das Gremium den Investor nicht länger hinhalten, zumal der neue Baumarkt an der Mindelheimer Straße niemanden schade und Scheibel als Unternehmer auch gehörig Geld in die Gewerbesteuerkasse der Stadt spüle, erklärte Bucher und betonte: „Das Konzept ist in Ordnung.“ Klaus Bauernfeind (CSU), der als einziger gegen das Vorhaben stimmte, erklärte, dass „Stadtratsentscheide nicht von Interessen geprägt sein dürfen“. Eine Stärkung des Nordens hält er für nicht nötig. Vielmehr sollte man die „klaffende Wunde“ im Süden stärken. Auch müsse man das Forettle im Auge behalten, denn, „was passiert, wenn sich dort nun doch schnell etwas entwickeln sollte“? Einen Baumarkt in dieser Größe im Forettle hält Stadtplaner Pfefferle aus städtebaulicher Sicht für falsch. So würde kein Platz mehr für eine anvisierte Wohnbebauung bleiben. Er machte deutlich, dass er in seiner über 20jährigen Amtszeit keine Entwicklung im Forettle verzeichnen konnte. „Es ist daher utopisch zu glauben, dass jetzt in einem Jahr ein Gesamtkonzept erstellt werden kann“, betonte Pfefferle. Für Alexius Batzer (Kaufbeurer Initiative) sind die neuen Planungen für den Baumarkt an der Mindelheimer Straße angemessen. Darüber hinaus ziehe ein Baumarkt viele Menschen aus dem Umland an: „Es ist ein Gewinn für die Innenstadt.“ Mit Blick aufs Forettle sagte Batzer: „Es war genug Zeit, jetzt müssen wir handeln.“ Auch Johannes Espermüller (FDP) hält das Vorhaben für ein gutes Gegengewicht zur „Verdichtung in Neugablonz“. Oberbürgermeister Stefan Bosse stellte die Frage bezüglich des Forettles, ob man tatsächlich warten könne, ob eine Fiktion irgendwann Realität werde. Seine Antwort: „Ich glaube nicht.“ Auch Investor Scheibel kam zu Wort. Er betonte die Vorzüge dieses Projektes für die Innenstadt, zumal die entstehenden Parkplätze ohne Schranken versehen werden und damit von jedermann genutzt werden könnten. Was aus dem alten OBI-Standort an der Sudetenstraße wird, konnte im Gremium noch nicht erörtert werden. Letztlich sprach der Bauausschuss seine Empfehlung gegen ein Stimme für die Errichtung des Bau- und Gartenmarktes an der Mindelheimer Straße aus. Damit stimmt die Stadt Kaufbeuren der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens grundsätzlich zu. Wenn es nach den Plänen Scheibels geht, sollten die Bauarbeiten bereits im kommenden Jahr beginnen. Mit einer Fertigstellung rechnet der Investor für 2012.

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