Planung mit Entwicklungspotenzial

Das geht schöner und praktischer: Der freie Platz in der Marktoberdorfer Stadtmitte, derzeit als Parkplatz genutzt, wird in die Gestaltungsplanung für den ISEK-Planungsbereich Rathaus/Marktplatz mit einbezogen.

Über einzelne Maßnahmen aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) hat kürzlich der Marktoberdorfer Stadtrat abgestimmt. Diese Maßnahmen sind das vorläufige Ergebnis aus den bisherigen Planungen, Diskussionen und Beratungen, die die Stadt Marktoberdorf vor gut eineinhalb Jahren mit der Begleitung des Stadtplanungs- Büros Schirmer begonnen hatte (wir berichteten).

Andreas Brockhof vom Büro Schirmer gab zuerst eine kurze Rückschau auf den bisherigen Projektverlauf und stellte die gemeinsam erarbeiteten Strategiekonzepte „Wirtschaft-Soziales-Wohnen“ sowie „Land- schaft“ und „Verkehr“ vor. Viele Anregungen, Einwände, Wünsche und auch kritische Anmerkungen seien laut Brockhof in die Planung aufgenommen und in den Ausschüssen besprochen und behandelt worden. „Daraus wurden dann Projektlisten entwickelt und die einzelnen Maßnahmen den Umsetzungszeiträumen kurzfristig (2012 bis 2015), mittelfristig (2016 bis 2021) und langfristig (2022 bis 2027) zugeordnet“, erklärte der Experte das Prozedere: „Außerdem wurde festgelegt, wer als Träger, und damit für die Finanzierung, in Frage kommt“. Das Konzept „Wirtschaft-Soziales-Wohnen“ will versuchen, unter Einbeziehung sozialer Träger bei der Standortsuche für seniorengerechtes Wohnen in der Innenstadt ein qualitativ hochwertiges „Wohnen für alle Lebensphasen“ zu schaffen, einschließlich der notwendigen medizinischen Betreuung. Zu den Plänen gehören laut Brockhof außerdem die Entwicklung eines „nachhaltigen, kosten- und flächensparenden“ Konzepts für Neubaugebiete, eine Anbindung an das bestehende Fernwärmenetz sowie ein kom- munales Förderprogramm, das den privaten Grundstückseigentümern finanzielle Anreize für notwendige Sanierungsmaßnahmen anbietet. Im Rahmen der weiteren Stadtentwicklung werden für das Gebiet Poststraße, Schützenstraße/ Froelichstraße und Marktplatz Bebauungs- und Gestaltungskonzepte erarbeitet. Ein „ganz wichtiges Projekt“ im Rahmen der Verbesserung und Gestaltung der kulturellen Infrastruktur sei zudem der Neubau des Schul- und Kinderbetreuungs-Zentrums St. Martin. Begrünung nach Plan Beim Konzept mit dem Schwerpunkt Landschaft soll die Begrünung der Innenstadt geregelt werden. Ziel ist, bei neuen Bauvorhaben die Flächenversiegelung von vorne herein zu minimieren und Anreize für die Grundstücksbesitzer zu schaffen, bestehende Flächenverdichtungen durch wasserdurchlässige Beläge zu ersetzen. Geplant ist hier auch eine systematische Begrünung von Pkw-Stellplätzen im Innenstadtbereich gedacht (Beispiel: für je fünf Stellplätze wird ein Baum eingeplant). Wie wichtig eine Verbindung von der Stadt ins Umland ist, werde wiederum am Beispiel Schlossallee deutlich, so Brockhof. Deshalb sehen die Planungen vor, Fuß- und Radwege mit Baumreihen als Erkennungsmerkmal nach Weibletshofen, und an die Wertach zu schaffen. An dieser Stelle meldete sich Stadtrat Peter Fendt (BP) zu Wort: „Für die Lindenallee nach Weibletshofen stifte ich zehn Bäume, aber nur wenn auch die Straße hergerichtet wird.“ Der Bürgermeister ließ den Wortbeitrag wohlwollend zu Protokoll nehmen. Straßen aufwerten Beim Problemfeld Verkehr zeigte sich dagegen schnell, dass hier noch weitere Untersuchungen, Gespräche und Entscheidungen notwendig sind. Zunächst beschränken sich die angedachten Maßnahmen auf den öffentlichen Raum in der Innenstadt. Bereits vorhandene Planungen werden zusammengeführt, um zu einer Verbesserung der Sicherheit für Fußgänger, Radfahrer und behinderte Menschen beizutragen. In diesem Zusammenhang wolle man die Poststraße, Jahnstraße und den Birkenweg mit Hilfe einer neuen Gestaltung als Geschäfts- beziehungsweise Anliegerstraßen aufwerten und den öffentlichen Platz an der Kreuzung Poststraße/Jahnstraße als „Aufenthalts- und Begegnungsraum“ ausbauen, verlas Brockhof aus den Projektvorlagen. Stadträtin Doris Rößle (FW) kommentierte: „Wenn wir die Bürger mit ins Boot holen wollen, sollte die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und auch den Richard-Wengenmeier-Platz in die kurzfristige Projektliste aufnehmen und entsprechend gestalten“. In der Folge beauftragte der Stadtrat den Planer einstimmig, die Vorhabenliste entsprechend zu ergänzen. Weitere Entwicklung Am Ende seiner Vorstellung des Maßnahmenkatalogs machte der Experte deutlich, dass diese erarbeitete Beschlussvorlage „kein festge- schriebenes Werk“ darstelle, sondern vielmehr ein „veränderbares, entwickelbares Konzept“ sei. „Projekte werden ge- meinsam mit den Betroffenen und Institutionen weiterverfolgt, beraten, je nach Wichtigkeit in die Maßnahmenliste positioniert und vom Stadtrat nach Haushaltslage beschlossen“, kündigten die Beteiligten an. Ohne Diskussion wurde der vorgestellte Maßnahmenkatalog, der zuvor in den Ausschüssen diskutiert worden war, nun im Stadtrat einstimmig angenommen.

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