Platz für 86 Kinder

Mütter, die studieren, Elternpaare, bei denen Mann und Frau arbeiten gehen – was noch vor wenigen Jahrzehnten die Ausnahme war, ist heute ganz normal. In der öffentlichen Diskussion stellt sich dann jedoch häufig die Frage: Was ist mit den Kindern? Bleibt die Erziehung auf der Strecke, wenn sich außer Papa auch Mama beruflich selbst verwirklicht? Dass dies nicht der Fall sein muss, sondern im Gegenteil eine Halb- oder Ganztagsbetreuung in einer Kindertagesstätte oft sehr positive Auswirkungen auf den Nachwuchs hat, kann man zum Beispiel in der Kinderkrippe St. Josef in der Pfarrgasse erleben. Dort wurden am Montag vergangener Woche die neuen Räume im frisch ausgebauten Dachgeschoss eingeweiht.

Prälat Günter Grimme von der katholischen Jugendfürsorge erteilte im Rahmen einer andächtigen Zeremonie seinen Segen. Die KJF ist seit September 2009 Träger der Einrichtung. Genutzt werden die Räume zwar schon seit Oktober vergangenen Jahres, aber „der Josefstag erschien uns als schöner Anlass, die Räume offiziell einzuweihen.” freut sich Annelies Gräser, die Leiterin der Einrichtung. Entstanden ist auf einer Fläche von ca. 180 qm ein neuer Platz zum Spielen, Kreativ sein und für den Kontakt untereinander. Die Räume bieten altersgerechtes Spielzeug für Kinder vom Baby- bis zum Kindergartenalter. „Wir hatten in unserer Kinderkrippe bislang vier Gruppen mit Kindern in Ganztags- und Teilzeitbetreuung”, erklärte sie. Gleichzeitig anwesend seien immer höchstens zwölf Kinder. Nun könne die Kita durch die neuen Räumlichkeiten zwei zusätzliche Gruppen anbieten. „Der Bedarf besteht, wir sind die einzige Krippe in Kaufbeuren und ausgelastet.” So die Leiterin. Neue Übergangsgruppe Damit gebe es insgesamt Platz für 86 Kinder. Neu geschaffen wurde außerdem eine so genannte „Übergangsgruppe”, die den Kindern den Übertritt in den Kindergarten erleichtern soll. Jeder Mensch stehe in seinem Leben immer wieder vor Übergangssituationen, sei es beruflich oder privat, wie Umzüge, Jobwechsel, Trennungen. Der Wechsel in Kindergarten oder Schule und die Art, wie er bewältigt wird, sei für das weitere Leben nicht zu unterschätzen . „Wir gehen hier bewusst auf die Kinder ein, um ihnen die Angst vor solchen Situationen zu nehmen.”, erklärte Annelies Gräser. In allen Bereichen richten sich die insgesamt 15 Mitarbeiterinnen der Kinderkrippe an anerkannten pädagogischen Grundsätzen und Erkenntnissen aus, aber auch die christlichen Grundwerte spielen eine große Rolle. „Jedes Kind hat seine eigene Art, die Welt zu erforschen. Wir legen Wert darauf, diese individuellen Interessen zu fördern und zu unterstützen.” Dieses offene und gleichzeitig geradlinige Konzept soll sich auch in der Gestaltung der neuen Räume wieder spiegeln. Architekt Christian Stadtmüller ist stolz auf das Projekt: „Die Räume sind hell und freundlich, dabei weitläufig gestaltet und zurückhaltend eingerichtet um den Kindern statt Reizüberflutung eine Freiheit zur eigenen Kreativität zu geben. Das Leitkonzept der Krippe wurde sozusagen verbildlicht.” Die Kosten für den Ausbau betrugen rund 140000 Euro, die komplett von die Stadt Kaufbeuren übernahm. 30000 Euro fielen für die Ausstattung und Möbel an. Wer sich für einen Krippenplatz interessiert, kann im Internet auf der Homepage des Trägers www.bistum-augsburg.de nachsehen, über die Telefonnummer 08341/90230 einen Termin mit Annelies Gräser vereinbaren oder sich beim Jugendamt informieren.

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