"Forettle": Freie Wähler fordern vorgezogene Bürgerbeteiligung

Kein Mehrwert für die Innenstadt

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Wie es auf dem Gelände Forettle weitergehen soll, daran scheiden sich die Geister. Doch die Kritiker werden immer zahlreicher.

Kaufbeuren – Die Stimmen, die einen realen Nutzen des geplanten Fachmarktzentrums am "Forettle" in Zweifel ziehen, werden immer lauter. Nun spricht sich auch Bernhard Pohl, Stadtrat und Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, gegen das Projekt aus. Die vom Investor vorgestellt Nutzungsart "bringe nichts" und sei daher abzulehnen.

Die Begeisterung über das anvisierte Fachmarktzentrum im „Forettle“ hält sich bei den Bürgern offenbar in Grenzen (wir berichteten). Jetzt erklärte auch Bernhard Pohl von den Freien Wählern, dass die vom Investor vorgestellte Nutzungsart Kaufbeuren nichts bringe und damit abzulehnen sei. 

In einem Antrag fordert die Stadtratsfraktion der Freien Wähler einen „Planungsdialog im Rahmen einer vorgezogenen Bürgerbeteiligung, denn die Bebauung einer für die Stadtentwicklung so bedeutenden Fläche könne nur gemeinsam mit den Bürgern, Einzelhandelsverband und Anwohnern erfolgen, so Pohl. Aus den Anregungen müsse dann im Stadtrat ein Ideenkatalog entwickelt werden, der widerum als Vorgabe dem Investor vorgelegt wird. So habe dieser die Möglichkeit, sein Vorhaben nach den Vorgaben der Stadt zu realisieren. „Gelingt ihm das nicht, besteht aus unserer Sicht keine Notwendigkeit, hier Baurecht zu schaffen“, betont Pohl in dem Antrag. 

Die bloße Verlagerung eines Anbieters („Expert“) in die Innenstadt bringe keinen Mehrwert. Gelinge eine vorgezogene Bürgerbeteiligung nicht, so kündigt Pohl an, einen Bürgerentscheid zur Überprüfung eines Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan vorzubereiten. „Dann ist die Bevölkerung gefragt“, fordert Pohl. 

Diese Sichtweise scheinen auch vielen Kaufbeurer Bürgerinnen und Bürger zu teilen, wie eine aktuelle Umfrage gezeigt hat. Immerhin haben sich demnach rund 70 Prozent gegen besagtes Fachmarktzentrum aus- gesprochen. Ein Trend, der auch OB Stefan Bosse nicht verborgen geblieben ist: „Tatsächlich sehen viele Bürger und auch Stadträte im bisher vorgelegten Konzept des Investors offenbar keinen Zusatznutzen für Kaufbeuren“. Dies liegt aus Bosses Sicht „sicher am Konzept selbst“, von dem man sich mehr erwartet hatte. Eine große Rolle spiele aber wohl auch der Eindruck, „die Stadt könne den Investor zwingen, zusätzliche Attraktionen anzubieten oder im Forettle etwas ganz anderes zu machen“, erklärte Bosse auf Anfrage. 

Wie sich die Zusammenhänge tatsächlich darstellen, möchte die Stadt, wie berichtet, den Bürgerinnen und Bürgern bei einer entsprechenden Info-Veranstaltung am 5. November 2013 um 20 Uhr im Stadtsaal Kaufbeuren erläutern (wir berichteten) und damit in eine vertiefte Diskussion eintreten.von Kreisbote

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