Stadt mit eigener Schokolade

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Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger (links) und der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke gehen mit guten Beispiel voran und unterstützten Waltraud Schuster mit ihrem Buchloer Weltladen.

Buchloe – Kaffee, Tee, Weine, Gewürze aber auch Kunsthandwerk aus aller Welt gibt es im Buchloer „Weltladen“ in der Bahnhofsstraße zu kaufen. Das besondere daran ist, dass die Produkte nach den Prinzipien des „fairen Handels“ verkauft werden.

800 Welt-Läden gibt es in ganz Deutschland. Sie werden als gemeinnützige Vereine geführt und leben nicht zuletzt vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. 

Zum Auftakt der „Fairen Woche“ (11. bis 25. September) präsentierten die 1. Vorsitzende Waltraud Schuster und ihr Team eine neue Kreation. Sie nannten es die „süße Verführung“. Es ist Schokolade, die unter der Eigenmarke „Buchloer Fairführung“ verkauft wird. Die 100-Grammtafel ist umhüllt von einer farbenfrohen Banderole, die das Rathaus und andeutungsweise das Logo und Wappen der Stadt zeigen. 

Für Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger, der zu Beginn der „Fairen Woche“ dem Laden einen Besuch abstattete, ein Grund, gleich 30 Tafeln zu kaufen. „Damit kann ich meinen Stadtrat überraschen“, sagte ein schmunzelnder Bürgermeister. 

Da konnte Stephan Stracke, CSU-Bundestagsabgeordneter aus dem Ostallgäu, natürlich nicht nachstehen und orderte ebenfalls 30 Tafeln der Buchloer Stadtschokolade. 

Mit ihrem Besuch im Buchloer Weltladen zeigten beide Politiker, wie ernst es ihnen mit dem „fairen Handel“ ist. Buchloe ist, wie berichtet, seit kurzem „Fairtrade-Stadt“ und hat es sich auf die Fahnen geschrieben, den Handel mit fair hergestellten Produkten zu unterstützen. Für den Rathauschef ist es eine Selbstverständlichkeit mit gutem Beispiel voran zu gehen. So serviert Josef Schweinberger seinen Gästen im Rathaus Kaffee oder aus dem Weltladen. 

Ziel der „Fairen Woche“ ist es, die Transparenz im Handel aufzuzeigen. Die Verbraucher sollen wissen, dass die Weltläden nur Produkte anbieten, von denen gesichert ist, dass von den Produzenten und in der gesamten Lieferkette gerechte Löhne gezahlt werden und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sichergestellt sind. Kinderarbeit wäre beispielsweise ein absolutes „No Go“ für einen Kontrakt der Weltläden mit den Produzenten. 

Die Buchloer nehmen die Produkte des Weltladens gut an, bestätigte Waltraud Schuster unserer Zeitung. Zusammen mit ihren beiden Vorstandsmitgliedern Brigitte Neumeister und Claudia Wahl und den 24 ehrenamtlichen Helfern betreiben sie den Weltladen, den es bereits seit 1993 in Buchloe gibt. „Wir haben viele Stammkunden“, sagte Waltraud Schuster unserer Zeitung. Rund 65 Prozent des Umsatzes entfallen auf Lebensmittel, die restlichen 35 Prozent auf Artikel des Kunstgewerbes.

 Waltraud Schuster weiß aber auch, dass es ein sehr langwieriger Weg ist, die Verbraucher davon zu überzeugen, beim Einkauf auf fair hergestellte Produkte zu achten. Oft ist es keine Frage des fehlenden Bewusstseins der Verbraucher sondern eher eine Frage der mangelnden Transparenz. Wer aber in den Weltläden einkauft, kann sicher sein, fair hergestellte und vertriebene Produkte zu kaufen.

von Siegfried Spörer

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