Politischer Aschermittwoch: "Das Handwerk ist treibende Kraft für Wohlstand auf dem Land"

CSU zeigt sich kämpferisch

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Schwabens Handwerkskammerpräsident Hans-Peter Rauch vertritt 30.000 Handwerksbetriebe mit 150.000 Beschäftigten: „Jeder sechste Betrieb steht altersbedingt vor einer Geschäftsübergabe, oder Aufgabe.“

Buchloe/Landkreis – In Buchloe sprach auf Einladung der CSU beim Politischen Aschermittwoch der schwäbische Handwerkskammerpräsident Hans-Peter Rauch zu aktuellen Themen des Handwerks. Kämpferische Grußworte kamen von MdB Stephan Stracke.

Zum traditionellen Politischen Aschermittwoch bei Fischgerichten und Kässpatzen hatten sich die CSU-Ortsverbände Buchloe, Jengen, Lamerdingen und Waal das Thema „Handwerk- Herausforderungen, Chancen, Nachwuchssorgen“ herausgesucht und dafür Schwabens Handwerkskammerpräsidenten Hans-Peter Rauch eingeladen.

In einer feurigen Grußrede fertigte Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke gleich zu Anfang die Sozialdemokratie als „Rückwärtsdenkende Therapiegruppe für Hartz IV“ ab, die zwar einerseits Milliardenschwere Sozialpakete schnüren wolle, aber sich andererseits über ein 20-Milliardenloch bei der Finanzierung beschwere. Die CSU stehe dagegen für Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Angesichts weltweiter Bestrebungen von Protektionismus, müsse man das tun, was den Unternehmen nütze. Die CSU sei kampfbereit für Deutschland und für die Bürger in Deutschland und werde im Europawahlkampf zeigen, wo die CSU stehe.

In seiner Begrüßungsrede spannte der Ortsvorsitzende der CSU Buchloe, Franz Nusser, den Bogen von den großen Reden zur Europapolitik in Passau zur aktuellen Veranstaltung in Buchloe: „In der Europapolitik geht es auch um Wohlstand. Treibende Kraft für den Wohlstand auf dem Land ist aber das Handwerk.“ Landrätin Maria Rita Zinnecker untermauerte die Aussage mit Zahlen zum Handwerk im Ostallgäu: „In 2.300 Handwerksbetrieben arbeiten derzeit 11.600 Beschäftigte.“ 2018 seien immerhin 1.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden.

Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer Schwaben, begrüßte die Anwesenden mit einer kurzen Aufgabenbeschreibung. Neben der Interessensvertretung und verschiedener Dienstleistungen für das Handwerk, übernehme die Handwerkskammer auch staatliche Aufgaben in der Aus- und Weiterbildung und führe ehrenamtlich und mit viel Herzblut die Prüfungen der Gesellen und Meister durch. „In den 30.000 Handwerksbetrieben in Schwaben mit insgesamt 150.000 Beschäftigten sind rund 91 Prozent mit der Geschäftslage zufrieden“, berichtete Rauch. Aber jeder sechste Betrieb stehe altersbedingt vor der Geschäftsübergabe oder der Geschäftsaufgabe. Er beschwerte sich bei der Politik, das über Jahre hinweg Milliardenbeträge in den Aufbau von Studienplätzen gesteckt wurden und im Handwerk viele Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben würden. Es werde nun schon von Seiten der Politik umgesteuert, aber es müsse noch mehr geschehen. Beispielweise forderte er, auch Praktika in Gymnasien einzuführen, Studium und Duale Ausbildung finanziell gleich zu stellen und den Meisterbonus der Bayerischen Staatsregierung von 1.500 auf 2.000 Euro für erfolgreiche Abschlüsse zu erhöhen. Abschließend forderte er die Wiedereinführung der Meisterpflicht, denn: „Seit der Abschaffung der Meisterpflicht vor 15 Jahren findet in diesen 50 Berufen auch keine Ausbildung mehr statt“.

Zur aktuellen Diskussion über ein neues Modell zur Grundsteuerberechnung von Grundeigentümern, setze er sich leidenschaftlich für ein wertunabhängiges Flächenmodell ein. Alle anderen Modelle würden mehr Bürokratie und mehr Kosten bedeuten. Für viele Unternehmer sei der rechtzeitige Grunderwerb eine Reserve für mögliche Unternehmenserweiterungen. Die Aktivitäten der SPD bei der Grundsteuerberechnung bezeichnete er als offensichtliche Geldgeschenke vor der Europawahl, um Wähler wieder zu gewinnen.

Von Wolfgang Krusche

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