Polizei informiert Bürger bei "Kaufbeurer Stadtgesprächen" der CSU

Besser als der Durchschnitt

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Nach Erläuterung der Polizei-Kriminal-Statistik 2016 für Kauf­beuren moderierte Julia von Stillfried die Fragen an Polizeikommissar Jakob Wich und Dienststellenleiter Polizeioberrat Thomas Maier (rechts).

Kaufbeuren – In einer Reihe von „Kaufbeurer Stadtgesprächen“ will die örtliche CSU die Bürgerinnen und Bürger von Kaufbeuren zukünftig zu aktuellen kommunalen Themen informieren. Auftakt machte kürzlich ein Gespräch zum Thema „Sicherheit – in unserer Stadt und für Ihr Zuhause“, moderiert von der stellvertretenden CSU-Ortsvorsitzenden Julia von Stillfried.

In einem Grundsatzreferat vermittelte Polizeikommissar Jakob Wich von der Polizeiinspektion Kaufbeuren mit der Polizei-Kriminal-Statistik (PKS) von 2016 ein verzerrungsfreies Bild der Kriminalitätslage in Kaufbeuren. Die Gesamtkriminalität sei demnach von 2015 auf 2016 von 2565 Fällen auf 2559 zurückgegangen. In Bayern sei ein durchschnittlicher Anstieg von drei Prozent zu verzeichnen gewesen. Gerechnet nach der Häufigkeitszahl, also pro 100.000 Einwohner gemessen, habe Kaufbeuren sogar einen Rückgang um 1,9 Prozent erreicht und liege damit unter den drei sichersten kreisfreien Städten Bayerns, so Wich. Die Aufklärungsquote sei von 71,7 auf 68,7 Prozent zurückgegangen, liege aber immer noch weit über dem bayerischen Durchschnitt von 63 Prozent. Die wenigen Fälle von Gewaltkriminalität hätten sogar eine Aufklärungsquote von 87 Prozent.

Fahrrad-, Taschen- und Ladendiebstähle seien um rund 15 Prozent zurückgegangen, lediglich eine Serie von Pkw-Einbrüchen 2016 hätte die Zahl vorübergehend von 37 Fällen auf 69 angehoben. Wohnungseinbruchsdiebstähle hätten sich von zwölf auf 14 Fälle gesteigert. Kaufbeuren stehe aber im Vergleich mit Zahlen aus Deutschland noch gut da. Vermögens- und Fälschungsdelikte, wie beispielsweise Enkeltrickbetrug oder Warentrickbetrug bei ebay, sind in der Wertachstadt deutlich rückläufig. Hier waren 2016 nur noch 333 Fälle zu verzeichnen. Sogenannte Fälle des Cybercrime seien eine negative Begleiterscheinung des Internets und zahlenmäßig schwer zu erfassen. Der Sitz der Täter liege meist im Ausland, daher erfolge keine Standorterfassung in Kaufbeuren.

Straßenkriminalität wie Sachbeschädigungen am Auto seien bayernweit rückläufig. Hier waren die Zahlen in Kaufbeuren wegen eines Serientäters auf 135 Fälle angestiegen. Durch ein Köderfahrzeug und Zivilkräfte konnte der Täter auf frischer Tat gefasst werden. Bei der Rauschgiftkriminalität war ein Anstieg von 82 auf 163 Fälle zu verzeichnen. Zur Begründung für die gestiegene Zahl erläuterte Wich aber, dass dies ein Kontrolldelikt sei und die Fallzahlen automatisch ansteigen würden, je mehr kontrolliert werde. Im Vergleich zu Bayern sei die Zahl sehr gut.

Für einen weiteren Abschnitt, Zuwanderung und Kriminalität, gebe es derzeit keinen polizeilichen Schwerpunkt. Bei 48 Asyl­unterkünften im Dienstbereich konzentrierten sich die Straftaten größtenteils auf Fälle untereinander. Hier zeige auch die dezentrale Unterbringung eine gute Wirkung. Insgesamt sei keine Pauschalaussage über höhere Kriminalität bei Ausländern möglich.

Beim Eishockey in Kaufbeuren, zu dem durchschnittlich 1.800 Besucher kämen, gäbe es etwa 150 „Ultras“, die gewaltgeneigt einzustufen seien. Man betrachte von Polizeiseite aus jedes Spiel einzeln und gehe mit unterschiedlichem Kräfteeinsatz bei unterschiedlichen Fangruppen heran. Bei Straftaten oder Störungen des Spielbetriebes gebe es allerdings striktes Stadionverbot.

Insgesamt sei die Polizei in Kaufbeuren zahlenmäßig gut aufgestellt und sei Garant für Sicherheit.

Auf Nachfrage durch die Zuhörer bezifferte der Kaufbeurer Dienststellenleiter Polizeioberrat Thomas Maier die Anzahl mit 75 Stellen. Christian Sobl erkundigte sich nach Schwerpunkten der Rauschgiftkriminalität in Kaufbeuren. Maier versicherte, „Wenn ein Schwerpunkt offensichtlich wird, sind wir auch da“. Der Diskussion um erlaubtem Genuss von Cannabis erteilte er eine Absage: „Das ist heute 100-mal stärker als zur Flower-Power-Zeit und hat unkalkulierbare Folgen“.

von Wolfgang Krusche

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