Damit ist jetzt Schluss

Polizei reagiert mit neuer Kontrollgruppe auf Tuning- und Autoposer-Szene

Polizisten stehen an einem getunten Auto.
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Viele Mitrglieder der „Autoposer“-Szene sorgte in den letzten Monaten zunehmend für Polizeieinsätze. Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West stellt sich diesem Trend mit einer schlagkräftigen Kontrollgruppe entgegen.

Kaufbeuren/Landkreis – Illegale Autorennen, übermäßige Lärmbelastung der Anwohner durch aufheulende Motoren, gefährliche Fahrmanöver und illegale, teils verkehrsgefährdende Anbauten an Kraftfahrzeugen. Auch in Kaufbeuren und dem Ostallgäu gibt es immer wieder Vorfälle dieser Art (wir berichteten). Das wird die Polizei eigenen Angaben zufolge so nicht weiter hinnehmen. Eine neu gegründete Kontrollgruppe wird sich nun um dem negativ auffallenden Teil der Poser- und Tuningszene kümmern und für Ordnung sorgen.

17 sichergestellte Fahrzeuge und 47 Anzeigen sind das bisherige Fazit der neu gegründeten „Kontrollgruppe Poser- und Tuningszene“ beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West (PP), wie die Polizei berichtet. Die „Autoposer“-Szene sorgte in den vergangenen Monaten vielerorts zunehmend für Polizeieinsätze. Das Polizeipräsidium stellt sich diesem Trend mit einer schlagkräftigen Kontrollgruppe entgegen. Seit vier Wochen führen die speziell geschulten Beamten an Treffpunkten der Szene regelmäßig Verkehrskontrollen durch.

Dabei geht es der Polizei ausdrücklich nicht darum, Personen zu kriminalisieren die ihrem Hobby nachgehen und An- und Umbauten fachgerecht und ordnungsgemäß vornehmen. Sondern um die Wenigen, die mit illegalem Tuning und durch gefährliche Fahrmanöver die Szene in Verruf bringen.

Auch bei den jüngsten Kontrollen in Memmingen am vergangenen Wochenende wurden erneut fünf Fahrzeuge sichergestellt und 15 Fahrer wegen nicht zulässiger Umbauten und zu lauten Abgasanlagen angezeigt. Mehrfach wurde Fahrzeugen die Weiterfahrt untersagt, weil die Betriebserlaubnis erloschen ist.

In den vergangenen Jahren hatten sich bereits mehrere Dienststellen im Schutzbereich des PP Schwaben Süd/West intensiv gegen ein vermehrtes, jedoch eher lokal beschränktes Auftreten von „Autoposern“ aufgestellt.

Zu einer Lageneubewertung kam es aber, nachdem sich am 12. Juni diesen Jahres Anhänger der Tuningszene mit entsprechenden Fahrzeugen in Kaufbeuren und an diversen Orten im Schutzbereich des PP Schwaben Süd/West getroffen hatten. An diesem Samstagabend waren Personen teilweise bis aus der Schweiz und Liechtenstein sowie aus diversen Regionen Bayerns und Baden-Württembergs angereist.

Zusammen mit unbeteiligten aber feierwütigen jungen Erwachsenen fanden sich zeitweise bis zu 250 Fahrzeuge beziehungsweise 500 Personen an einschlägigen Treffpunkten ein. Im Schutz der Masse gab es laut Polizeibericht zahlreiche Verstößen gegen die Verkehrsvorschriften. Bei etlichen Fahrzeugen musste davon ausgegangen werden, dass sie massiv gegen die Zulassungsvorschriften verstießen.

Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West reagiert mit speziell geschulten Beamten und konsequenten Kontrollen

Als Reaktion auf diese Ereignisse richtete das PP Schwaben Süd/West unverzüglich eine „Kontrollgruppe Poser- und Tuningszene“ ein. Gemeinsam mit den örtlich zuständigen Polizeiinspektionen und mit Unterstützung der Einsatzzüge des Präsidiums finden nun jedes Wochenende Schwerpunktkontrollen statt. Diese haben das Ziel, von vornherein entsprechenden Ansammlungen entgegen zu wirken, Verhaltensverstöße durch polizeiliche Präsenz bereits im Vorfeld zu unterbinden und bei getunten Fahrzeugen eine vertiefte Kontrolle durchzuführen.

„Die „Kontrollgruppe Poser- und Tuningszene“ hat sich bereits in den vergangenen Wochen als schlagkräftige Einheit erwiesen. Die Beamten haben die Szene im Blick und sind auch mit den benachbarten Polizeipräsidien gut vernetzt“, stellt der stellvertretende Leiter des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, Herr Dr. Stadler, fest.

Bereits die ersten vier Wochenenden zeigen die Effizienz der „KG PT“. Bei 28 Fahrzeugen wurde ein Erlöschen der Betriebserlaubnis festgestellt, siebzehn Fahrzeuge, mit denen die Besitzer in der Szene kurz zuvor noch für leuchtende Augen und Bewunderung sorgen wollten, wurden aufgrund ihrer technischen Veränderungen sichergestellt und teilweise vor den Augen der mehrheitlich ungläubig reagierenden Szenenangehörigen zum Gutachter abgeschleppt. In diesen Fällen stehen den Haltern neben den Kosten für die Gutachten und den Abschleppvorgang regelmäßig auch hohe Kosten für den Rückbau der Fahrzeuge ins Haus. Abgesehen von sicherheitsrelevanten Mängeln wurden zudem diverse Verkehrsordnungswidrigkeiten, aber auch Straftaten wie Fahren ohne Fahrerlaubnis und Betäubungsmitteldelikte festgestellt.

„In der Szene hat sich die Kontrollgruppe und deren Knowhow inzwischen herumgesprochen. Illegale Kraftfahrzeugrennen, gefährliche Umbauten an Fahrzeugen und rücksichtslose Verkehrsverstöße werden wir nicht tolerieren und auch künftig konsequent zur Anzeige bringen“, so Dr. Stadler.

kb

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