Nach dem Rechten sehen

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Polizeihauptkommissar Stefan Elmer betreut die Einrichtung einer Sicherheitswacht an der PI in Marktoberdorf.

Marktoberdorf – Eine ehrenamtliche Sicherheitswacht soll künftig in Marktoberdorf Polizei und Bürger unterstützen. Seit vergangener Woche liegt die Genehmigung des Bayerischen Innenministeriums vor, eine Sicherheitswacht in der Kreisstadt einzurichten.

Vergangenen Oktober hatte bereits der Stadtrat seine Zustimmung zum Vorhaben der Polizeiinspektion erteilt (wir berichteten). Ansprechpartner sein, vor Ort Präsenz zeigen und damit präventiv gegen Vandalismus und Straßenkriminalität wirken – das seien die vorrangigen Aufgaben der zusätzlichen Sicherheitskräfte, die stundenweise in der Kernstadt und den Ortsteilen nach dem Rechten schauen sollen.

Noch im Laufe dieses Jahres soll die acht Mann (und Frau) starke Sicherheitswacht in Marktoberdorf ihren Dienst aufnehmen, wenn es nach Polizeihauptkommissar Stefan Elmer geht. Er wird Ansprechpartner und Ausbilder der künftigen Sicherheitskräfte bei der Polizeiinspektion Marktoberdorf sein, und später Einsatzschwerpunkte und -orte gemeinsam mit den Kollegen der Polizeiwache koordinieren. Abhängig ist das auch davon, wie schnell sich nun geeignete Bewerber finden. Denn nicht jeder selbst ernannte Hilfssheriff ist willkommen. „Wir suchen Bürger mit ausgezeichnetem Leumund, die zuverlässig und verantwortungsbewusst sind“, sagt Elmer. Sie sollen das Grundgesetz achten, den Anforderungen des Außendienstes gewachsen sein und über eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung verfügen. Für die ehrenamtliche Tätigkeit wird eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde bezahlt.

40 Stunden Ausbildung

Geeignete Bewerber, so Elmer, werden zu einem Eignungstest eingeladen, der aus einem schriftlichen Teil und einem Auswahlgespräch bestehe. Nach erfolgreicher Bewerbung erfolge dann eine rund dreimonatige Ausbildung durch die Polizei in Marktoberdorf. In 40 Unterrichtseinheiten werde grundlegendes Wissen in Strafrecht, Eingriffsrecht und Dienstkunde vermittelt. Dann erst würden die Männer und Frauen in Zweier-Trupps auf der Straße nach dem Rechten sehen – nicht in Uniform, aber doch an Namensschildern, Ärmelschlaufen und dunkelblauen Jacken mit deutlichem Schriftzug erkennbar. Mit ihren Funkgeräten stünden sie in Kontakt mit der Polizei, so Elmer weiter.

Handschellen? Dienstwaffe? Fehlanzeige. Elmer betont, dass die Sicherheitswacht nicht die Aufgaben der Polizei übernehme, sondern sie präventiv unterstütze und vor allem Ansprechpartner für die Bürger sei. „Bei Verkehrsunfällen und Schlägereien werden weiterhin Polizisten vor Ort sein.“ Die Einrichtung einer Sicherheitswacht habe außerdem auch keinen Einfluss auf die personelle Ausstattung der Polizeiinspektion in Marktoberdorf.

von Angelika Hirschberg


Sicherheitswacht Marktoberdorf – Bewerber gesucht:

Voraussetzung: Bewerber müssen mindestens 18 und höchstens 60 Jahre alt sein, zuverlässig und verantwortungsbewusst sein, und jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung eintreten. Sie sollten gesundheitlich dem Außendienst gewachsen sein und über eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung verfügen. Der Aufwand wird pauschal mit acht Euro pro Stunde vergütet. Bewerbungen sind schriftlich an die Polizeiinspektion Marktoberdorf, Meichelbeckstraße 42, 87675 Marktoberdorf zu richten.


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