Eine der sichersten Gegenden

+
Albert Müller, leitender Kriminaldirektor (v. li.), Polizeipräsident Werner Strößner und Polizeihauptkommissar Christian Eckel stellen die Kriminalstatistik 2015 vor.

Kempten/Landkreis – Das südwestliche Schwaben, von Lindau bis Ulm, zählt demnach weiterhin zu den sichersten Regionen Deutschlands. Zu diesem Ergebnis kommt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in seiner Kriminalstatistik 2015 (PKS), das es vergangene Woche in Kempten vorgestellt hatte.

Im Rahmen eines Pressegesprächs zog Polizeipräsident Werner Strößner bei der Veröffentlichung der detaillierten Zahlen ein positives Fazit. „Die grundsätzliche Sicherheitslage in unserem Zuständigkeitsbereich gestaltet sich nach wie vor sehr gut. Dies ist vor allem dem professionellen und engagierten Einsatz sowie der akribischen Ermittlungsarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zu verdanken!“ 

Die registrierten Straftaten stiegen im vergangenen Jahr laut Bericht um 1.572 Fälle auf 41.463 Taten an. Die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten pro 100.000 Einwohner, die sogenannte Häufigkeitszahl, nehme mit 4.390 innerhalb Bayerns einen Spitzenplatz ein. Bundesweit beträgt die Häufigkeitsziffer 7.530 (Zahl 2014, PKS für 2015 noch nicht veröffentlicht). Die Aufklärungsquote habe das Präsidium Schwaben Süd/West im vergangenen Jahr abermals steigern können – auf 69,4 Prozent. 

Die Straßenkriminalität habe sich nur gering um 0,9 Prozent auf 6.329 Fälle erhöht. In Buchloe gab es 126 Fälle, in Markt­oberdorf 164, in Füssen 216 (Ostallgäu gesamt: 587) und in Kaufbeuren 469. 

Die Diebstahlkriminalität stellt mit 11.331 Fällen nach wie vor die größte Deliktsgruppe dar. Gegenüber dem Vorjahr stieg ihre Zahl um 4,8 Prozent auf das Niveau von 2013. Rund 18,3 Prozent machen Ladendiebstähle aus. In Kaufbeuren wurden 808 Diebstähle verzeichnet (2014: 794) und im Ostallgäu 1131 (2014: 1035). 

Im Bereich der Rauschgiftdelikte gelang es im vergangenen Jahr 2.847 Fälle aufzudecken, was einer Steigerung um 13,7 Prozent zum Vorjahr entspricht. 42 Rauschgiftdelikte wurden in Buchloe verzeichnet, 71 in Markt­oberdorf, 81 in Füssen (Ostallgäu gesamt: 336) und 156 in Kaufbeuren. 

Bei den Sexualdelikten konnte ein Rückgang um 3,6 Prozent auf 453 Fälle verzeichnet werden. „Neben unserer Präventionsarbeit und den akribisch geführten Ermittlungen, sind wir vielfach auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Ich möchte dazu ermutigen, verdächtige Beobachtungen unverzüglich der Polizei zu melden. Verbrechensbekämpfung ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung“, resümiert der Leitende Kriminaldirektor Albert Müller, Leiter des Sachgebiets Kriminalitätsbekämpfung des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. 

Anlass zur Sorge gibt bereitet laut den Beamten aber nach wie vor die hohe Zahl an Wohnungseinbrüchen. „Nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl an Präventionsmaßnahmen ist es uns gelungen, eine weitere Steigerung der Wohnungseinbruchszahlen zu verhindern. Dennoch liegt die Anzahl der Einbrüche nach wie vor auf einem hohen Niveau. Hier wird auch in Zukunft unser volles Engagement gefordert sein“, so Polizeipräsident Werner Strößner. 

Regional gesehen entwickelt sich das Phänomen sehr unterschiedlich. Während in weiten Teilen des Allgäus die Fallzahlen stagnierten oder gar rückläufig waren, mussten in den nördlichen Landkreisen Günzburg und Neu-Ulm zum Teil deutliche Steigerungen verzeichnet werden. Die Gewaltkriminalität stieg im Bereich Schwaben Süd/West auf 1.325 Fälle an, was in etwa dem Niveau des Jahres 2013 entspricht. Allerdings sei es den Beamten laut Bericht gelungen, die ohnehin sehr gute Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich auf 88,2 Prozent zu steigern. Den größten Anteil in diesem Bereich nehmen mit über 80 Prozent die gefährliche und die schwere Körperverletzung ein. In Buchloe wurden im vergangenen Jahr 20 Gewalttaten, in Füssen 46, in Marktoberdorf 30 (Ostallgäu gesamt: 130) und in Kaufbeuren 129 zur Anzeige gebracht.

kb/Martina Staudinger

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Stolz auf geleistete Arbeit
Stolz auf geleistete Arbeit
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?

Kommentare