Rohdaten aus der Verkehrszählung liegen vor

Wer fährt in Buchloe wann wohin?

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Das neue Verkehrskonzept soll Grundlage für die weiteren langfristigen Planungen in Buchloe werden. Beispielsweise könnten Überlegungen gestärkt werden, für Pendler ein Parkhaus am Bahnhof zu errichten, für Radfahrer mehr Radwege zu bauen oder den ÖPNV zu verbessern. Das Foto zeigt den P+R-Platz an der Karwendelstraße.

Buchloe – Selten haben Buchloes Stadträte es mit derartig vielen Zahlen zu tun gehabt. Es ging dabei noch nicht einmal um den Haushalt, sondern um die Präsentation der Ergebnisse aus der Verkehrserhebung.

Im Juli hatten Schüler des Gymnasiums zusammen mit der Polizei einen Tag lang Autos und Fahrräder gezählt und Autofahrer nach ihren Herkunftsorten sowie Fahrzielen befragt. Darüber hinaus gab es eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten der Bürger. Die Rücklaufquote war mit 18 Prozent überraschend hoch. 

Diese Zahlen sind nun die Grundlage für den Verkehrsentwicklungsplan. Alexander Süssmuth von der beauftragten Münchner Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr GmbH präsentierte die Rohdaten auf der jüngsten Stadtratssitzung. Fast für jede größere Straße gab es Zahlen, wie viele Autos oder Radfahrer durchfahren. Auch das Abbiegeverhalten wurde registriert. Gesondert erfasst wurde der Liefer- und der Schwerlastverkehr. 

Einige der Zahlen überrascht die Stadträte nicht, beispielsweise der hohe Durchgangsverkehr durch Lindenberg, die Landsberger Straße oder auch die Amberger Straße. Wiederum ergab die Zählung, dass beispielsweise der Schwerlastverkehr in einzelnen Straßen objektiv geringer war als subjektiv von einigen Stadträten empfunden. Im sogenannten Quell- und Zielverkehr ergaben sich Spitzen an den Schulen. 

Untersucht wurde aber nicht nur der Fahr-, sondern auch der ruhende Verkehr, da sich daraus wichtige Hinweise für zukünftige Planungen ergeben. Untersucht wurden die Parkplätze für den P+R-Verkehr. Diese Parkplätze an der Karwendelstraße und am Ladehof mit ihren insgesamt rund 600 Plätzen sind heute schon fast an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt, zumindest am Stichtag der Untersuchung. Bürgermeister Josef Schweinberger berichtete dem Gremium, dass man vor einigen Tagen eine zusätzliche Zählung veranlasst habe. 

Die Zahlen des Münchner Instituts wurden bestätigt. 615 parkende Fahrzeuge zählte man auf den drei P+R-Plätzen. Wenig überraschend war die Analyse der Herkunftsorte der Pendler. 44,7 Prozent der Fahrzeuge hatten beispielsweise ein OAL-Kennzeichen, 36,5 Prozent kamen aus dem Landkreis Mindelheim und 3,1 Prozent aus dem Landkreis Landsberg am Lech. Der Rest verteilte sich auf andere Landkreise. 

Die anonyme Haushaltsbefragung ergab eine Reihe weiterer wichtiger Erkenntnisse, auch über das Mobilitätsverhalten. Angeschrieben wurden alle Buchloer Haushalte. Der Zweck der Fahrten wurde ebenso abgefragt wie auch das dazu benutzte Verkehrsmittel. Eine Erkenntnis war, dass der ÖPNV innerhalb von Buchloe kaum eine Rolle spielt, anders ist das beispielsweise bei den Fahrten von und zu den einzelnen Ortsteilen. 

Darüber hinaus hatten die Bürger die Möglichkeit, ihre Wahrnehmungen und Vorschläge mitzuteilen. Angesprochen haben die Einwohner oft zu hohe Geschwindigkeiten, auch in den Tempo-30-Zonen, Probleme bei der Querung von vielbefahrenen Straßen wie der Landsberger Straße und vor dem Rathausplatz. Einige Bürger befanden, in Buchloe gäbe es zu wenige Radwege. Vermisst wird von einzelnen Bürgern ein Stadtbussystem. 

Bürgermeister Josef Schweinberger skizzierte dem Stadtrat die weitere Vorgehensweise. Hauptaufgabe der Stadt-Land-Verkehr GmbH sei es, Vorschläge auszuarbeiten, wie man Verkehr optimieren oder auch minimieren kann. Entstehen soll ein Verkehrskonzept für die Zukunft der Stadt. Die erarbeitenden Vorschläge sollen dann im Stadtrat diskutiert werden. 

Für den Rathauschef ganz wichtig: Die Einwohner sollen in Bürgerversammlungen ausführlich unterrichtet werden. Einschränkend wies Josef Schweinberger darauf hin, dass natürlich jeder Vorschlag des Münchner Instituts auf seine Machbarkeit, auch unter finanziellen Gesichtspunkten, geprüft werden müsse. von Siegfried Spörer

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