Die Zukunft beginnt jetzt

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Autor Stephan R. Meier liest im roten Großvaterstuhl aus seinem Zukunfts-Thriller „NOW“. Zaungast bei der Lesung: Eine fliegende Drohne.

Kaufbeuren – Im Foyer „die Zukunft“, im Saal alle Stühle besetzt – die multimediale Zukunftsshow „Lesung 4.0“ vergangene Woche im Stadtsaal anlässlich der Vorstellung des soeben erschienenen Zukunfts-Thrillers „NOW – Du bestimmst, wer überlebt“ war ein voller Erfolg.

Autor Stephan R. Meier (Jahrgang 1958) hatte allerdings auch – zusammen mit der Buchhandlung Edele – allerhand einschlägige Unternehmen mobilisiert, um auf das Thema „Zukunft“ einzustimmen. Vor der eigentlichen Lesung erhielt das Publikum ausreichend Zeit, mit gar nicht mehr so zukünftigen, sondern bereits jetzt verfügbaren technischen Errungenschaften im Foyer Bekanntschaft zu schließen.

Definitiv der Liebling der Damen war der niedliche Roboter „Roboy“, dessen sympathisches Gesicht von Disney-Designern stammt und dessen Kosten sich im mittleren zweistelligen Millionenbereich bewegen. Roboys sprechende Mimik mit den riesengroßen, leuchtenden blauen Augen drückt sehr menschlich wirkende Emotionen aus: sein Mund bewegt sich, wenn er spricht, er kann freundlich lächeln, er senkt verschämt die Augen und errötet, er produziert ein Kussmündchen, seine Augen verfärben sich rot, wenn er verärgert ist. Allerdings tut er das noch nicht aus eigenem Antrieb, sondern er erhält die entsprechenden Befehle von seinen „Vätern“ vom AILab der Universität Zürich. Leider gingen fast alle von Roboys witzigen Kommentaren im hohen Geräuschpegel der animierten Menge unter, auch mit dem Laufen hapert es noch und sein avisierter „menschlicher“ Händedruck war doch noch recht mechanisch.

Das 3D Food Printing System „Bocusini“ von der Print2Taste GmbH ist für figürliche Tortendekorationen aus Schokolade und farbigem Marzipan konzipiert. An diesem Abend wurde als schnelle Kostprobe für die Gäste der plastische, gecrackte blaue Schriftzug „NOW“ vom Buchcover gedruckt.

Die Wertach Energiewerke hatten draußen vor dem Stadtsaal einen Renault ZOE und einem Bugatti T-34 mit E-Antrieb aufgebaut. Im Saal durfte man unter Anleitung Segways ausprobieren, die ebenfalls elektrogetriebenen mobilen Zweiradplattformen. Und damit das Publikum nicht hungern musste, wurden neben zweierlei Cocktails auch zwei Varianten von Kartoffelsuppe und zweierlei Desserts gereicht.

Lautstarker Auftakt

Als alle Platz genommen hatten, erschien vor den erwartungsvollen Besuchern zunächst eine große, mit einer Kamera bestückte fliegende Drohne, die einen enormen Krach und so viel Wind produzierte, dass sie alle Lesezeichen aus dem im roten Großvatersessel für die Lesung bereitliegenden Buch heraus wedelte. Lautlos anschleichen können sich Drohnen also derzeit noch nicht.

Eine kleinere Drohne wie einen Luftballon hinter sich herziehend trat danach der Autor auf. Stephan R. Meier las gut und artikulierte klar verständlich. Zwischendurch musste er aber immer wieder mit gebieterischen Handbewegungen größere und kleinere Drohnen verscheuchen, die ihm beim Lesen über die Schulter gucken wollten. Das war natürlich ein Gag – die Drohnen wurden hinter der Bühne von ihrem „Herrchen“, dem Drohnen-Piloten Daniel Beck von der Copter Company, gesteuert.

Die Zuhörer lauschten mucksmäuschenstill den ausgewählten Textstellen aus der ersten Buchhälfte, und die meisten wollten im Anschluss unbedingt wissen, wie es weitergeht – am liebsten aus einem an Ort und Stelle erworbenen, signierten Exemplar.

Bevor der Autor für Fragen zur Verfügung stand, trug die Gruppe „Te-Won“ der beiden jungen Tenöre Jonas Wuermeling und Maximilian Daum die eigens für NOW geschaffene Musik vor. Meier hatte sich mit „Te-Won“ zusammengetan, um zu dem beim Lesen ablaufenden Kopfkino, ähnlich wie Filmmusik erstmals eine „Buchmusik“ zu komponieren. Und schließlich verwies Meier auf den QR-Code im Buchumschlag, der zur Seite www.penguin.verlag.de/now führt, wo alle weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit Meiers Thema verfolgt werden können. Meier selbst versteht trotz aller spielerischen Freude an den Möglichkeiten der Hochtechnologie sein Werk als „Warnbuch“ und möchte möglichst viele Menschen sensibilisieren für die mit Zukunftstechnik verbundenen Gefahren, falls nicht gleichzeitig ein allgemein gültiger „moralischer Kompass“ geschaffen wird.

von Ingrid Zasche


Zum Buch:

„NOW – Du bestimmst, wer überlebt“ von Stephan R. Meier

Penguin Verlag; ISBN/EAN: 9783328100492; 13 Euro

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