Gewinn

Preis durch Stadtradeln: Das neue Marktoberdorfer Lastenrad ist kostenlos und umweltfreundlich

Fototermin mit dem neuen Lastenrad: Martin Vogler (v. li.), Carmen Kugler, Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und Martin Barth.
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Fototermin mit dem neuen Lastenrad: Martin Vogler (v. li.), Carmen Kugler, Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und Martin Barth.

Marktoberdorf – Im Oberdorfer Fahrradhaus kann man ab sofort ein Babboe Lastenrad ausleihen. Es ist mit einem 40-Nm-Elektromotor ausgestattet und einem Akku mit einer Leistung von 375 Wattstunden. Bei dem Lastenrad handelt es sich um einen Preisgewinn, der bei der letzten „Stadtradeln”-Aktion im vergangenen Juli von der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e. V. verlost wurde. Die Marktoberdorfer Teilnehmer und Teams hatten sich während des dreiwöchigen „Wettradelns” sportlich ganz hervorragend geschlagen.

In der kommunalen Größenkategorie „10.000 bis 50.000 Einwohner” hatte es die Stadt im bayerischen Vergleich auf Platz eins geschafft. Bundesweit hatte Marktoberdorf den vierten Platz belegen können – und zwar vor einigen großen Städten wie Hamburg, München und Köln.

Das Lastenrad war zwischen mehreren außergewöhnlich leistungsstarken Teilnehmern verlost worden. Gewonnen hat es jetzt die Stadt Marktoberdorf. Zusammen mit dem Bündnis „Nachhaltiges Marktoberdorf” hat die Kommune es nun in die Obhut von Stadtrat Martin Barth (CSU) geben, genauer gesagt in das Fahrradgeschäft „Oberdorfer Radhaus”, das Barth zusammen mit Thomas Aschermann in der Kaufbeurer Straße 1 betreibt. Hier wird man sich um die Pflege und die Wartung des Lastenrads kümmern – und natürlich auch um dessen Verleih. Angedacht ist eine Leihfrist von ein bis zwei Tagen, damit möglichst viele Marktoberdorfer es in ihrem Stadtgebiet nutzen können. „Auf den Auerberg kann man mit dem Rad nicht fahren”, schmunzelt Barth beim Pressetermin vor seinem Fahrradladen, „aber im Stadtgebiet ist das Rad ein praktisches und umweltfreundliches Transportmittel für Großeinkäufe, kleine Umzüge und Fahrten zum Wertstoffhof.”

Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Carmen Kugler vom Bündnis „Nachhaltiges Marktoberdorf” kümmert sich auch um die örtliche Lebensmitteltafel. Sie beabsichtigt das Rad in diesem Zusammenhang für Lebensmitteltransporte zu nutzen. Natürlich soll das Lastenrad auf seinen Wegen auch einen Werbeeffekt für sich selbst haben. Vielleicht bringt das den einen oder anderen Marktoberdorfer ja auf die Idee, sich selbst ein solches Rad anzuschaffen.

Martin Vogler von der Stadtverwaltung nutzte den Pressetermin auch gleich, um auf die nächste Aktion „Stadtradeln” hinzuweisen, die vom 13. Juni bis 3. Juli 2021 stattfinden wird. Über 70 Teilnehmer hätten sich bereits dafür angemeldet, sagte Vogler. Zusammen mit Marktoberdorfs Erstem Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell ermunterte Vogler alle Menschen, die entweder in Marktoberdorf wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder einem Verein angehören, sich direkt für die Kommune unter www.stadtradeln.de/marktoberdorf zu registrieren. Das gleiche gelte für die vier weiteren teilnehmenden Kommunen Obergünzburg, Buchloe, Füssen und Nesselwang.

Wer nicht in diesen Kommunen aktiv sei, könne sich seit diesem Jahr auch über den Landkreis Ostallgäu anmelden, ergänzte Vogler (www.stadtradeln.de/kreis-ostallgaeu). Wie berichtet, wird der Landkreis heuer zum ersten Mal an der Aktion teilnehmen.

Fahrradklimatest: Marktoberdorf im vorderen Mittelfeld

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (kurz ADFC) ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Er versteht sich einerseits als „Verbraucherclub”, der sich mit der Qualität von Produkten rund ums Fahrrad beschäftigt, und andererseits auch als verkehrspolitische Lobbyorganisation, die sich nach eigenen Angaben landesweit „für die konsequente Förderung des Fahrradverkehrs” einsetzt. Unter Anderem veranstaltet der Verein alle zwei Jahre den sogenannten Fahrradklimatest.

Von September bis einschließlich November 2020 konnten Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland zum neunten Mal über die Bedingungen des Radfahrens in ihren Kommunen abstimmen. In der Auswertung der landesweiten Befragung war die Stadt Marktoberdorf von den 418 Orten ihrer Größenklasse mit der Gesamtnote 3,5 deutschlandweit auf dem 82. Platz gelandet. Damit liegt die Stadt noch im ersten Fünftel, was eine leichte Verbesserung gegenüber dem Jahr 2018 darstellt, denn damals hatte Marktoberdorf nur die Note 3,8 erhalten.

Besonders positiv schlugen bei den Bewertungen der 99 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Reinigung und der Winterdienst auf den Radwegen zu Buche. Gelobt wurde aber auch die Lobbyarbeit für das Radfahren in Form von Werbekampagnen. Für Martin Vogel von der Marktoberdorfer Stadtverwaltung spielte hier die erfolgreiche Teilnahme an der Aktion „Stadtradeln 2020” eine wichtige Rolle. Nachholbedarf sahen die Befragten unter anderem noch bei den Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme im Öffentlichen Personennahverkehr. Des Weiteren wünschten sie sich mehr öffentliche Fahrräder in der Stadt.

von Felix Gattinger

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