Premiere für Waaler Passion

Der Premierensonntag der diesjährigen Waaler Passionsspiele stand ganz im Zeichen einer großen Anzahl von Ehrengäs- ten. Als Schirmherr hatte sich Dr. Thomas Goppel, Mitglied des Landtags (MdL), bereit erklärt zu fungieren, ihm zur Seite stand Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger. Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer vertrat die Staatsregierung, Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert den Bezirk Schwaben. Ferner waren anwesend die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, die Landräte Johann Fleschhut (Ostallgäu) und Gebhard Kaiser (Oberallgäu), Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse und eine Reihe von Bürgermeistern der Nachbargemeinden.

Der Vorsitzende der Passionsspielgemeinschaft Waal e.V., Werner Rahn, begrüßte alle Premierengäste und eröffnete die Waaler Passion 2009. Er sprach von einer „fast 400-jährigen Tradition, die es zu bewahren gelte". Schirmherr Dr. Thomas Goppel gestand, „alle Spielleiter der letzten fünfzig Jahr miterlebt zu haben" und konstatierte: „Wer öfter da war, wird sich stets fragen, ist das die Geschichte wie sie damals war?“ Und Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger dankte dafür, „dass die Passionsspielgemeinschaft immer wieder das Herzstück unseres Glaubens und die Zeit Jesu darstellt.“ Waals Bürgermeister Alois Porzelius verwies darauf, dass der Ursprung dieser Passionsspiele auf die Zeit vor rund 400 Jahren zurück zu führen ist, wo überall die Pest wütete. Er lobte die Bürger Waals, die von Mai bis Oktober jedes Wochenende bereit sind mitzuwirken. Der neue Spielleiter Florian Martin Werner, war sich „der Größe der Aufgabe durchaus bewußt" und wunderte sich, „dass ein Oberbayer mit langen Haaren, noch nicht 40 Jahre alt", so angenommen wurde. Er schob es auf seine „Münchner Mentalität, die nicht gar so weit entfernt ist von der der Allgäuer, zumindest der der Waaler“. Zum pünktlichen Beginn der Premiere sang ein gemischter Chor das Kyrieeleison. Die erste Szene auf der Bühne zeigte die Vertreibung von Adam und Eva, nach ihrem „Sündenfall" mit dem von der listigen Schlange gereichten Apfel, aus dem Paradies. Dann leitete das Spiel über auf den Einzug von Jesus auf einem Esel am Palmsonntag in Jerusalem. Wie er danach den Tempel betritt und die Händler aus ihm vertreibt. Die Szenen setzen sich Schlag auf Schlag mit der jedem Christen geläufigen biblischen Geschichte auseinander und der Tod in Gestalt des „Gailmund" (Dietmar Ledel) ist allgegenwärtig. Ob der Hohe Rat der Juden den Tod des von ihnen angezweifelten Messias beschließt, oder ob Judas gegen 30 Silberlinge sich bereit erklärt, seinen „Meister" zu verraten. Schließlich wird Jesus vor den Hohen Rat geführt, dann vor den römischen Statthalter Pontius Pilatus geschleppt, und vor König Herodes gezerrt. Letztere erkennen in ihm keinen Schuldigen. Wieder geht's vor Pilatus, der schließlich das Volk entscheiden lässt, ob er Barnabas oder Christus freilassen soll. Das Volk ruft: „Kreuziget ihn" und man drückt ihm eine Dornenkrone auf's Haupt. Dazu singt der Chor: „Oh Haupt voll Blut und Wunden.“ Die Kreuzigungsszene auf Golgatha ist äußerst beeindruckend, hervorragend gespielt von dem jungen Thomas Hindinger, der als Jesus am Kreuz die ganze Leidensfähigkeit des Gottessohnes „rüber bringt", um schließlich „in Herrlichkeit" wieder auferstanden, alle die an ihn glauben „heim zu holen".

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