Nach langer Suche am Ziel

Priesterweihe von Diakon Marco Leonhart aus Pforzen am Sonntag in Augsburg

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Marco Leonhart wird zum Priester geweiht.

Pforzen – Echte Festtage stehen der Pfarrei St. Valentin Pforzen bevor. Am kommenden Sonntag, 28. Juni, werden von Bischof Dr. Betram Meier vier Diakone aus dem Bistum Augsburg in einem feierlichen Pontifikalgottesdienst im Augsburger Dom zu Priestern geweiht. Unter ihnen ist auch Diakon Marco Leonhart aus der Heimatpfarrei St. Valentin Pforzen. Ein wahrer Höhepunkt nicht nur für die dortige Kirchengemeinde, sondern auch für die gesamte Pfarreiengemeinschaft der umliegenden Gemeinden.

Aufgrund der aktuellen Coronabeschränkungen können an dieser Priesterweihe nur geladene Gäste teilnehmen. Allerdings besteht für alle Gläubigen die Möglichkeit über Livestream im Internet auf www.katholisch1.tv beziehungsweise www.bistum-augsburg.de oder www.facebook.com/bistumaugsburg ab 14.30 Uhr mitzufeiern.

Auch bei den am 5. Juli stattfindenden Feierlichkeiten anlässlich der Heimprimiz wird es zu Beschränkungen hinsichtlich Teilnehmeranzahl und vorab geplanten Programm kommen. Aber auch in diesem Fall sind entsprechende Möglichkeiten über das Internet geplant.

Marco Leonhart – ein Spätberufener

Marco Leonhart verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit wohlbehütet bei seiner Familie in Pforzen. Nach dem Besuch der dortigen Grundschule folgten Real- und Fachoberschule in Kaufbeuren mit Abschluss der Mittleren Reife. Beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Karriere.

Im Polizeidienst, den er 20 Jahre lang ausübte, glaubte Leonhart zunächst seine Berufung gefunden zu haben. Es waren, wie der 46-Jährige heute dazu sagt, sehr bewegte und auch verantwortungsvolle Jahre. Er war Mitglied einer Zugriffseinheit für beweissichere Festnahmen bei gewalttätigen Demonstrationen oder bei Castortransporten sowie beim Sondereinsatzkommando. Nach einem Sportunfall wechselte er zum Personenschutz. Doch zu dieser Zeit wuchs der Wunsch täglich mehr, irgendwie Menschen zu helfen, für sie da zu sein und es begann die Suche nach einem anderen Lebensziel. Marco Leonhart interessierte sich mehr und mehr für Glaubensfragen, besuchte religiös ausgerichtete Wochenendseminare und spürte dabei, wie ihm der christliche Glauben gut tat und innerlich stärkte.

Im Jahr 2011 – mittlerweile 37 Jahre alt – gab er den Polizeidienst auf und ging in ein Kloster. Hier kam ihm zum Bewusstsein, was er eigentlich in all den Jahren zuvor gesucht hatte, sagte er gegenüber dem Kreisbote. Er wusste plötzlich, dass er auf seinem Lebensweg nun endlich „sein Ziel“ gefunden hat. Er entschloss sich Priester zu werden.

Bei den Ordensbrüdern vom Hl. Blut in Aufhausen bei Regensburg erfolgte zunächst für Leonhart das Postulat und anschließend ging es ins Augsburger Priesterseminar. Im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen in der Eifel absolvierte er in einem eigenen Seminar für Spätberufene sein Theologiestudium. Seit Februar 2019 verrichtet Leonhart seinen diakonischen Dienst im Rahmen eines pastoralen Praktikums in der Pfarrei St. Elisabeth in Augsburg. Groß sei nun die Freude und Dankbarkeit „endlich das so lang ersehnte Ziel“ erreicht zu haben, so Leonhart.

von Klaus-Dieter Körber

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