Privatgrundstücke mit einbinden

Solche Grünflächen, wie bei der Fendt-Villa, gilt es angesichts des hohen Versiegelungsgrades zu erhalten.

Eine Selbstverpflichtung für die nächsten 20 Jahre, so könne man die beschlossenen Leitziele bezeichnen, erklärte Bürgermeister Werner Himmer auf die Frage nach der Rechtsverbindlichkeit des ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept). Eben diese Leit- ziele, die auf der Basis eines vorangegangenen Workshops durch die Würzburger Städteplaner Schirmer konkretisiert worden waren, sorgten für Diskussionsstoff in der letzten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses (wir berichteten).

Übergeordnete Leitziele für die Kernstadt, wie zum Beispiel das Stärken von Verbindungen in die Landschaft, bilden die Grundlage für die Definition der Innenstadtleitziele. Hierbei werden dann räumliche Ziele (Verkehr stadtverträglich integrieren, Stadtplätze mit Aufent- haltsqualität entwickeln oder Grünbereiche gestalten und entwickeln) und funktionale Ziele (Wohnfunktion stärken, zentrale Einkaufslage stärken oder Entwicklungspotenziale nutzen) unterschieden. Diese wenigen Beispiele zeigen die Komplexität des Vorhabens, nicht zuletzt auch deshalb, weil dabei nicht nur öffentliche Einrichtungen und Liegenschaften betroffen sind, sondern auch Privatpersonen, die mit ihren Grundstücken, oder ihrer Investitionsbereitschaft mit eingebunden werden sollen. Die Diskussion im Plenum zeigte dies sehr deutlich am Beispiel des Innenstadtzieles „Grünbereiche gestalten“. Mit den Worten: „vielleicht hat der Besitzer ja andere Vorstellungen“ oder „wir überplanen das Gelände eines Kollegen“ äußerten Carl Singer (FW) und Eugen Kögel (CSU) ihre Bedenken. Andreas Wachter (CSU) beklagte dass die Salzstraße nicht mit bei der Innenstadtplanung berücksichtigt worden sei, obwohl sie Gegenstand der Arbeit im Workshop gewesen sei und Eugen Kögel machte sich gar für die südliche Meichelbeckstraße stark. Ohne private Grundstücke gebe es kein Entwicklungskonzept, denn ISEK sei eine Leitlinie für die gesamte Innenstadt, argumentierte Himmer, die Salzstraße solle jedoch mit in das Entwicklungskonzept aufgenommen werden. Dass das Nichteinhalten der „Selbstverpflichtung“, wie Himmer sie nannte, durchaus auch finanzielle Auswirkungen für die Stadt haben kann, wurde an der Frage von Peter Grotz (FW) deutlich, der sich mit Blick auf die Fördermittel nach den Folgen einer Abweichung erkundigte. ISEK stelle die Entwicklungsrichtschnur dar, für die die Stadt Mittel aus dem Förderprogramm des Bundes „Aktive Stadt und Ortsteilzentren“ nutze, erklärte Stadtbaumeister Peter Münsch. Es müsse für kleinere Abweichungen ein Konsens mit der Regierung von Schwaben gesucht werden. Grotz hakte nochmals nach, und erkundigte sich, ob der gesamte Zuschuss zurückzuzahlen sei, was Münsch mit einem „gegebenenfalls ja“ beantwortete. Jutta Jandl (SPD) wollte von einem Wiederaufleben einer „Für- und Wider-Diskussion“ nichts wissen und wies darauf hin, dass man sich schließlich darauf geeinigt habe, die Stadt weiter zu entwickeln. Dem erneuten Aufflammen der Diskussion um den Erhalt und die Entwicklung von Grünflächen in der Stadt begegnete Münsch mit dem Hinwies auf den mit 90 Prozent extrem hohen Versiegelungsgrad der Innenstadt. Trotz zahlreicher weiterer Einwände empfahl der Ausschuss schließlich dem Stadtrat die Annahme der Leitziele für die Innenstadt.

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