Buchloer Hallenbad sollte längst fertig sein

Ins Schwimmen geraten

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Eigentlich sollte das Buchloer Hallenbad längst fertig sein. Einzelnen Firmen ist es aber gelungen, die Sanierung durch Unzuverlässigkeit komplett ins Stocken zu bringen.

Buchloe – Das Buchloer Hallenbad sollte eigentlich schon längst für den Badebetrieb wieder offen sein. Ist es aber nicht.

Das Einzige was bisher baden ging, war der Terminplan, da wohl einige der Baufirmen ins Schwimmen geraten waren. Entsprechend sauer waren die Mitglieder des Schulverbandes der Mittelschule, die als Hauptträger vorige Woche eine Ortsbesichtigung vornahmen. Was sie zu sehen bekamen, war hanebüchen oder wie es Stadtrat Herbert Barthelmes ausdrückte: „Ein Saustall“.

Das Hallenbad war eher ein Freibad, durch das der Wind pfiff, da die kompletten Außenglasfassaden nicht montiert waren. Der Grund waren falsch gelieferte Spezialschrauben. Doch auch die anderen Bereiche sahen nicht viel besser aus. Immerhin ist das Hallendach dicht, stellte ein resignierter Josef Schweinberger in seiner Funktion als Verbandsvorsitzender fest. Der Rest ist nicht fertig, da die Firmen, die pünktlich gearbeitet hatten, oft nicht weiterarbeiten konnten, weil andere Firmen sie im Regen stehen ließen.

Auch der beauftragte Waaler Architekt Walter Rohrmoser ist stinksauer. Hatte er doch noch auf der letzten Schulverbandsversammlung im Frühjahr verkündet, dass der Terminplan gehalten werden könne. „Eine solche Ignoranz von Firmen habe ich in meinem ganzen Berufsleben noch nie gehabt“, schimpfte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Rohrmoser berichtete den Mitgliedern des Schulverbandes, dass er unzählige Briefe geschrieben, Nachfristen gesetzt, den Firmen hinterher telefoniert und Mails geschrieben habe und trotzdem sei nicht passiert. Die betroffenen Firmen seien einfach auf Tauchstation gegangen und waren nicht mehr zu erreichen, sagte Rohrmoser.

Sollte man nicht Konventionalstrafen in die Ausschreibungen mit einbauen, frage der Waaler Bürgermeister Alois Porzelius. „Nach der VOB ist das sittenwidrig“, betonte der Architekt. Es gelte nur, was in der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) stehe.

Die Sanierung des Hallenbades, das nicht nur von den Schulen sondern auch von Bürgern genutzt werden kann, war notwendig geworden, weil es in die Jahre gekommen war. Die Elektrik galt als veraltet, die Filteranlagen zu klein. Rohre mussten teils mehrfach geflickt werden und die Kompressoranlage bezeichnete man als Museumsstück. Auch Dach und Fassaden galten als sanierungsbedürftig. Der Komfort im Umkleidetrakt entsprach auch nicht mehr den Anforderungen, da man sich in den Einzelkabinen beispielsweise kaum umdrehen konnte.

Die gesamten Bauleistungen waren ordnungsgemäß nach VOB ausgeschrieben worden. Für den Bürgermeister beweist der Fall einmal mehr, dass die billigsten Firmen nicht immer die besten und zuverlässigsten Unternehmen sind. Einmal ausgeschrieben, sei man an die Angebote gebunden, sagte Josef Schweinberger. „Hier ist einiges seitens der Firmen nicht ordnungsgemäß gelaufen.“ Für Schweinberger ist es nun wichtig, zu einem verbindlichen Eröffnungstermin zu kommen. Der ist allerdings in weitere Ferne gerückt. Angepeilt ist der Sommer 2018. Dann ist allerdings die Hallenbadsaison längst vorbei.

Noch ärgerlicher ist für den Bürgermeister und den Schulverband allerdings die Tatsache, dass auch die dringend notwendige Sanierung der Dreifachturnhalle möglicherweise aufgeschoben werden muss. „Wir können den Schulen nicht jede Sportmöglichkeit nehmen“, betonte Schweinberger. Sowohl das Hallenbad als auch die Dreifachturnhalle wurden in den Jahren 1974/75 zusammen mit der Mittelschule errichtet.

Anders als beim Hallenbad ist hier die Staatliche Realschule und der Landkreis als Sachaufwands­träger zu einem Drittel mit eingebunden. Hier sind es vor allem die Sanitäranlagen, die saniert werden müssen. Das Dach muss ebenfalls gemacht, die Fassade gedämmt, die Fenster erneuert und die Lichtkuppeln abgedichtet werden. Böden und Trennwände der Turnhalle wurden bereits erneuert.

Von Siegfried Spörer

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