Projekt

„Wir in Westendorf“: Treffpunkt für Pflegebedürftige und deren Angehörige eröffnet

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Bei der Eröffnung der Räumlichkeiten in Westendorf vor Ort waren Bürgermeister Fritz Obermaier (v. li.), Monika Jürgens, Walburga Friedhoff, Johanna Steppan (alle BWK), Diakon Gerhard Entrup und Seniorenbeauftragte Irmgard Haberberger.

Westendorf – Wer am vergangenen Samstag zur Eröffnung der neuen Räumlichkeiten des Bayerisches Weißen Kreuzes in die ehemalige Bäckerei in Westendorf kam, fand zwar keine Ladentheke mehr vor, dafür aber eine gemütliche Küche und Sitzgelegenheiten mit nostalgischem Charme. Eine wichtige Funktion erfüllt der Ort aber nach wie vor: Er soll wie früher Dorfmittelpunkt, Begegnungsstätte und Treffpunkt sein.

„Älter werden wir bekanntlich alle“, sagte Westendorfs Bürgermeister Fritz Obermaier in seiner Rede bei der Eröffnung der neuen Begegnungsräume für pflegebedürftige Bürger. Das innovative Projekt mit dem Namen „Wir in Westendorf“ sei also auch eine Errungenschaft im Hinblick auf die eigene Zukunft. Entstanden sei der Gedanke für ein derartiges Angebot bereits vor zwei Jahren. Mit dem Bayerischen Weißen Kreuz und dem Landratsamt Ostallgäu hätten sich hervorragende Kooperationspartner für das im Moment einmalige Projekt im Landkreis gefunden. Das Ziel der Initiative: Unterstützung im Alltag für Betroffene und ein möglichst langer Verbleib im häuslichen Umfeld. Alle Bürger, die Hilfe brauchen, seien herzlich willkommen, betonte Obermaier.

Irmgard Haberberger, Seniorenbeauftragte des Landkreises, stellte zudem kurz vor, was in den Räumlichkeiten zukünftig angeboten werden soll. Sie war als Vertretung von Demenzbeauftragtem Stephan Vogt vor Ort, der das Projekt maßgeblich begleitet hatte. So wird es dort zukünftig wöchentlich ein Bürgercafé geben, in dem sich Betroffene treffen können und dabei die notwendig Unterstützung und Pflege erhalten. Dies sei auch als eine Entlastung für die Angehörigen gedacht. Darüber hinaus soll auch eine so genannte Angehörigentankstelle eingerichtet werden, bei der sich diese über ihre Erfahrungen austauschen können und zusätzliche Hilfe bekommen. Haberberger betonte, dass die Leistung und Belastung der Angehörigen nicht unterschätzt werden dürfe und begrüßte die Idee. Derartige Gesprächskreise seien sehr wertvoll. Für diese Aufgaben werden im Landkreis Schulungen zum Seniorenbegleiter angeboten, bei dem sich Interessierte an insgesamt acht Tagen fort- und weiterbilden. Als Verantwortliche für die Schulungen hofft Haberberger, dass die Kurse im Oktober trotz Corona durchgeführt werden können.

Die Einweihung der neuen Räumlichkeiten war schon für Mai geplant, hätte sich aber durch die gegenwärtige Lage deutlich verzögert. Am Samstag wurde die Eröffnung nun im kleinen Rahmen und unter strikter Einhaltung der Hygienemaßnahmen nachgeholt.

Zur Eröffnung hatten sich einige Bürger aus der Gemeinde eingefunden. Johanna Steppan vom Bayerischen Weißen Kreuz freute sich über das große Interesse. Es sei motivierend zu sehen, dass so viele aus der Gemeinde an der Schulung teilnehmen wollen, darunter auch Bürgermeister Obermaier. Sie schätze die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und habe diese bisher als sehr positiv erlebt. Walburga Friedhoff sprach im Namen des Bayerischen Weißen Kreuzes ihren Dank aus. Sie verwies auf das dreißigjährige Bestehen der Organisation für ambulante sozialpflegerische Dienste. Gertrud Tauber war dort fast von Anfang an dabei. Als Besucherin freute sie sich am Samstag, dass es schön sei zu sehen, wie zeitgemäß sich alles entwickelt habe. „Es ist toll, wenn der Mensch so viel zählt“, so Tauber. Auch Diakon Gerhard Entrup sprach bei der Haussegnung Wünsche für die Räumlichkeiten aus: Es solle allen zu Gute kommen, die Türen des Hauses sollen für die Menschen offen stehen, die die Unterstützung brauchen. Dabei sind die Räume mit gemütlichen Möbeln ausgestattet, damit sich jeder angenommen und wie zuhause fühlen kann. Als am Samstag die ersten Gäste mit Häppchen und Getränken an den runden Tischen saßen, ließ dies bereits erahnen, wie wertvoll der Raum in Zukunft sein wird.

von Agnes Reißner

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