Protest gegen B12-Ausbau

Aktionsbündnis „B12-Ausbau – so nicht!“ macht weiter mobil

+
Das Aktionsbündnis macht auf Nachteile des B12-Ausbaus aufmerksam. 

Marktoberdorf – Das Aktionsbündnis „B12-Ausbau – so nicht!“ verbucht für sich erste Erfolge. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, sei das zweite Treffen von deutlich mehr Ausbaugegnern besucht worden. Dennoch sei bei der Bevölkerung laut Aktionsbündnis „noch nicht angekommen, welch große Dimension der B12-Ausbau hat“.

Auch bei der zweiten Zusammenkunft im Modeon-Restaurant waren sich die Gegner einig, dass der Verkehr durch den Ausbau der B12 erst recht zunehmen werde. „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“, fasste es Grünen-Kreisrätin Gerti Kustermann zusammen, die sich sorgte, dass der Ausbau vor allem Auswärtigen zu Gute komme und für die Einheimischen die Nachteile bleiben.

„Schon an die jetzigen Richtlinien hält sich niemand“, berichtete ein Anwohner aus Germaringen, der die B12 selbst beruflich intensiv nutzte. „100 km/h sind eine Illusion. Schraffierte Flächen interessieren niemanden. Da wird permanent überholt“, so der Betroffene. Würden die Verkehrsregeln besser kontrolliert, wären auch die Gefahren auf der B12 nicht so groß, lautete sein Fazit. Es sei kein Geheimnis, dass die meisten Unfälle auf überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol zurückzuführen seien, sagte ein weiterer Ausbau-Gegner.

Bewohnern der Anrainergemeinden bereite zudem der durch den B12-Ausbau zunehmende Lärm Sorgen. Darüber hinaus sei fraglich, wo bei Lindenberg ein „Jahrhunderthochwasser“ der Gennach abfließen oder Überflutungsbecken unterkommen könnten.

Unterstützung erhielten die Ostallgäuer B12-Ausbaugegner von Aktivisten der Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“. Der Ausbau der B12 zeige eine Doppelmoral: „Wir diskutieren im Rahmen des Grünten-Projekts mit dem Landratsamt Oberallgäu über ÖPNV-Maßnahmen, bessere Zugverbindungen, Auffangparkplätze zwischen Sonthofen und Oberstdorf und Elektrobusse bis ins Tal. Eine vierspurige Autobahn davor ist ein Irrwitz“, so die Aktivisten aus dem Oberallgäu, die mit dem B12-Ausbau mit Besucherströmen in ihre Region rechnen. Entweder ÖPNV oder Straßenausbau, lautete daher ihre Forderung. Dass es zukunftsträchtiger sei, in Bahn- und ÖPNV-Verkehr zu investieren als in den Straßenverkehr, war breiter Konsens bei der Veranstaltung.

Aber auch der „enorme“ und „absolut unnötige“ Flächenverbrauch der anvisierten Trasse war ein großes Thema. Dabei kamen ökologische Nachteile genauso zur Sprache wie die Folgen für Landwirte, deren Ländereien für die Straße genutzt werden sollen. „Drei Bauernhöfe gehen verloren“, beklagte Landwirt Michael Haußer, der für die FDP im Kreistag sitzt und Kreisvorstandsmitglied des Bayerischen Bauernverbands ist.

Dr. Günter Räder, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Ostallgäu und im Marktrat Obergünzburg, wehrte sich dagegen, dass er über die Verkehrs-Toten und Schwerverletzten auf der B12 einfach so hinweggehen würde. „Es trifft mich sehr wohl“, sagte Räder, fügte aber an, dass auch auf ausgebauten Strecken Unfälle passieren würden. „Die Planer gehen her und versprechen uns etwas, was sie nicht halten können.“ Die Statistik spreche schlichtweg dagegen. „Auf der Autobahn passieren mehr Unfälle. Es werden aber andere Unfälle passieren als bisher auf der B12“, sagte Räder abschließend.

kb

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Morgen fahren keine Schulbusse in Kaufbeuren
Morgen fahren keine Schulbusse in Kaufbeuren
Gaststätten verstoßen gegen Corona-Auflagen: Ordnungsamt kontrollierte verdeckt
Gaststätten verstoßen gegen Corona-Auflagen: Ordnungsamt kontrollierte verdeckt
Til Schweiger dreht Szenen seines neuen Kinofilms in Kaufbeuren
Til Schweiger dreht Szenen seines neuen Kinofilms in Kaufbeuren

Kommentare