"80 Prozent müssen reichen"

Ursprünglich waren 4,85 Millionen Euro für die Erweiterung der FOS/BOS vorgesehen. Neue Zahlen gehen jetzt von rund 6,38 Millionen Euro aus. Foto: Becker

Eigentlich wollte die Stadt Kaufbeuren den Förderantrag für die Erweiterung und den Umbau der Kaufbeu-rer Fach-/Berufsoberschule (FOS/BOS) Ende September bei der Regierung von Schwaben einreichen. Das mit 4,85 Millionen Euro teure Projekt steht nun aber kurz vor einem Stopp. Der Grund: Aktuelle Kostenberechnungen der Architekten Stadtmüller.Burkhardt.Graf Ende August dieses Jahres haben ergeben, dass das Vorhaben nun rund 6,38 Millionen Euro kosten wird. Offenbar zu viel für einige Stadträte. In der jüngsten Bauausschusssitzung einigte sich das Gremium daher darauf, den Punkt im Stadtrat neu zu behandeln. Dann soll geklärt werden, ob man mit Blick auf den fristgerechten Förderantrag an den Plänen festhält, diese zwecks Einsparungen modifiziert oder gar noch einmal ans Reißbrett geht.

Wie OB Stefan Bosse eingangs betonte, hätte man von vornherein mehr veranschlagen müssen. Doch auch bei einer realistischen Betrachtung rechnet der Rathauschef nun mit Kosten nicht unter sechs Millionen Euro. Daher sollte geprüft werden, wo man den Rotstift ansetzen kann, auch wenn dies bedeute, dass man den Förderantrag nicht mehr fristgerecht einreichen kann. Die Folge wäre eine Verschiebung des Projekts um ein Jahr. Damit bliebe auch die angespannte Schulsituation ein Jahr länger die selbe. Als Ursache für die Kostensteigerung führte Bosse unter anderem die momentan überhitzte Marktsituation in der Baubranche an. Seit Jahresbeginn seien die Preise aufgrund der Auslastung der Firmen regelrecht explodiert. Vor allem bei den Technikgewerken seien Preissteigerungen von 20 bis 70 Prozent zu verzeichnen. Aber auch die Ausstattung der Fachklassen schlägt kräftig zu Buche. Laut Christian Mandl vom Hochbauamt wurden die Investitionskosten für diesen Bereich zu niedrig geschätzt. Immerhin die Hälfte der neuen Klassenräume sollen aber als Fachklassen ausgestattet werden. Wie berichtet, sehen die Erweiterungspläne vor, bis Mitte 2014 einen zusätzlichen Neubau mit sieben Klassenzimmern und sechs Lehrsälen mit Nebenräumen sowie eine Erweiterung der Pausenhalle auf dem ehemaligen Gelände der Flussmeisterstelle zu errichten (Kosten hierfür bisher 4,35 Millionen Euro). Im Altbau werden Fachräume zu Klassenzimmern umgebaut (rund 500.000 Euro bisherige Planungskosten). Einsparen könne man laut Mandl, in dem man unter anderem auf die Anbindung der Erweiterung an den Bestand verzichtet. Dies bedeute aber auch, dass momentan keine Erweiterung der Aula vorgesehen ist, dies könne man aber zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Das Hochbauamt weist darauf hin, dass bei einer Ausführung in mehreren Bauabschnitten die Gesamtkosten sogar noch deutlich höher ausfallen können. Daher stellte der Oberbürgermeister im Gremium auch bewusst die Frage, „wollen wir wirklich sechs Millionen Euro investieren?“ Andere wichtige Projekt müssten dann zurückgestellt werden. Auch an die Adresse des im Ausschuss anwesenden Schulleiters Wolfgang Gall gerichtet erklärte Bosse: „Das was wir hier reinstecken, fehlt uns anderswo. Andere Einrichtungen müssten auch Abstriche hinnehmen. Hundert Prozent Zufriedenheit gibt es aufgrund unserer städtischen Finanzlage in Kaufbeuren nicht, 80 Prozent müssen auch reichen“. Von einem Weg zurück ans Reißbrett hält Karl Georg Bauernfeind (CSU) nichts. Dabei hat er insbesondere die Planungskosten im Auge, die bis dato bereits 200.000 Euro verschlungen hätten. Daher solle man das Projekt fortführen, bei gleichzeitiger Kostenreduzierung. Felix Wobst (CSU) wollte erst die genauen Kosten für eine Umplanung ermittelt haben, um letztlich diese gegenüberstellen zu können. Diese liegen aktuell aber noch nicht vor, so Bosse. Letztlich entschied das Gremium die Entscheidung über das Vorhaben in die Stadtratssitzung am 25. September zu vertagen. Dann sollen Projekt- tanten und Architekten die aktuellen Zahlen auf den Tisch legen. Auf dieser Grundlage will der Stadtrat dann entscheiden, ob man der Erweiterung und dem Umbau der FOS/BOS für rund sechs Millionen Euro zustimmt, oder einer alternativen Planung, die den vorgegebenen Kostenrahmen einhält. Bleibt alles beim Alten, kann der Förderantrag fristgerecht Ende September eingereicht werden, anderenfalls ist dies erst wieder 2013 möglich.

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