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Psssst! – Natur im Wochenbett

Brut- und Setzzeit: Jäger bitten Spaziergänger und Hundehalter um Rücksicht

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Alleinsein bedeutet für dieses Kitz Sicherheit.

Marktoberdorf/Landkreis – Unsere Natur wird jedes Frühjahr zur Kinderstube. Von Ende April bis Anfang Juni erreichen die Brut- und Setzzeiten in Feld und Wald ihren Höhepunkt. Der Bayerische Jagdverband warnt vor falscher Tierliebe. „Alleinsein bedeutet Sicherheit“.

Während die Jungtiere von Fuchs und Wildschwein, Stock­ente und Hase bereits erste Gehversuche wagen, erwarten die Jäger in den nächsten Wochen die ersten Rehkitze im Revier. Manchmal liegt die Kinderstube der Wildtiere an viel begangenen Wegen oder in unmittelbarer Nähe zu Ortschaften.

Da heißt es, Abstand halten. Der kleine Hase in der Wiese oder das einsame Kitz im Dickicht wecken bei vielen Menschen Beschützerinstinkte. Doch Peter Keßler, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Jägervereinigung Marktoberdorf, warnt: „Allein ist nicht gleich verwaist. Die Jungtiere ducken sich ins Gras oder auf den Boden und tarnen sich so vor ihren Fressfeinden.“

Wildtiere sind keine „Rabenmütter“

Rehkitze und kleine Hasen kommen nahezu ohne eigenen Körpergeruch auf die Welt, so Keßler. Tiermütter, die das Leben ihres Nachwuchses schützen wollen, legen die Kleinen daher in Wiesen oder im Wald ab und suchen es nur zum Füttern auf, um das Versteck durch ihre eigene Witterung nicht an Fressfeinde wie Fuchs und Marder, Dachs oder Greifvorgel zu verraten, erklärt der Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe.

Rücksichtsvoll in der Natur

Von Dackel bis Dobermann – Hunde haben einen natürlichen Jagdinstinkt, weiß Keßler. Deshalb appellieren alle Jäger an das Verantwortungsbewusstsein der Haustierbesitzer: „Bleiben Sie in der Brut- und Setzzeit grundsätzlich auf den ausgewiesenen Wegen und führen Sie Ihre Vierbeiner an der Leine, wenn sie nicht auf Ruf oder Pfiff reagieren. Denn die Jungtiere sind trotz guter Tarnung freilaufenden Hunden schutzlos ausgeliefert und bieten eine leichte Beute.“

Auch für die werdenden Muttertiere besteht Gefahr. Unmittelbar vor der Geburt seien sie stressempfindlich. „Ein frei laufender Hund kann eine Rehgeiß über die Straße hetzen und so einen Wildunfall provozieren oder auch eine Fehlgeburt oder Tot der Geiß verursachen“, so Keßler.

Vorsicht bei Wildschweinen

Besonders vorsichtig sollten Menschen sein, wenn sie beim Spazierengehen einer Bache mit Nachwuchs begegnen. „Wildschweine sind wehrhaft und verteidigen ihre Frischlinge. Hunde, die sich zu nah an den Nachwuchs wagen, können schwer verletzt werden“, gibt Keßler zu bedenken.

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