Vom Kindergarten über 5G-Funk und Gestank bis zum Auskoffern des Bachbetts

Bürgerversammlung – Querbeet: Was die Leuterschacher bewegt

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Jede Menge Gesprächsbedarf. Impression von der Bürgerversammlung in Leuterschach.

Marktoberdorf-Leuterschach – Der Anbau beim Kindergarten, die Sorge wegen Elektrosmog im Zuge des 5G-Mobilfunknetzes, der Gestank im Kanal, das Auskoffern des Baches, eine gefährliche Ausfahrt auf die Kreisstraße, der zunehmende Schwerlastverkehr, der Bau einer Wasserleitung, Stausituationen auf dem Weg zum Brauhaus oder die Container vor der Turnhalle als „Schandfleck“: Querbeet kam eine Fülle kommunaler Themen bei der Bürgerversammlung in Leuterschach zur Sprache.

Wenn es darum geht, ein Paradebeispiel für eine Bürgerversammlung mit einer intensiven, lebhaften, bisweilen harten, aber fairen Aussprache zu finden, ist die Zusammenkunft im Gasthof Vogler zu nennen. Knapp 100 Frauen und Männer verfolgten nicht nur die einleitenden Ausführungen des Bürgermeisters Dr. Wolfgang Hell zur Stadtpolitik und die Erklärungen des Kämmerers Wolfgang Guggenmos zum Haushalt der Stadt. Mehrere meldeten sich auch engagiert zu Wort.

Schon seit Anfang Mai sind der Rathauschef und der Kämmerer auf Tour, um nach der Bürgerversammlung im Modeon auch in den sechs Stadtteilen Station zu machen. Und überall ergibt sich zur Diskussion ein anderes Bild: von ruhigem Verlauf wie in Rieder über lebhaft wie in Geisenried (Stichwort Baugebiet) bis zu bunt und breitgefächert wie in Leuterschach.

Kindergarten

Zum Anbau für eine zweite Gruppe beim Kindergarten in Leuterschach frage Alexandra Epple nach. Anlass dafür war für sie ein Bericht, dass der Fördertopf der Regierung von Schwaben für solche Baumaßnahmen ausgeschöpft sei. „Was können wir Eltern tun? Sollen wir einen Brief schreiben“, wandte sich Alexandra Epple an Bürgermeister Hell. Der schilderte, dass der Förderantrag laufe und der Bauantrag demnächst behandelt werde. Er könne einem Votum der 25 Stadträte zum Ausbau nicht vorgreifen, aber: „Wir wollen’s machen.“

5G-Mobilfunk

Christian Diwisch, der mit der Familie 2018 aus dem Berliner Raum nach Leuterschach gezogen ist, verlangte von der Stadt „ein wachsames Auge“ mit Blick auf gesundheitliche Auswirkungen beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes. Er verwies darauf, dass einige Wissenschaftler einen Ausbaustopp beim 5G-Mobilfunknetz fordern. Es sei ein Unding, dass Hersteller und Betreiber dieser fünften Generation, die mit höheren Frequenzen den Datendurchsatz steigern soll, keine Unbedenklichkeit der Technik nachweisen müssen.

Container an Halle

Vor der Turnhalle in Leuterschach sei vor allem der Kleidercontainer ein Schandfleck, befand Dieter Luitz, der Vorsitzende des TSV Leuterschach. Dort würden meist zusätzliche Säcke abgestellt. Er war für ein „ersatzloses Entfernen“. Die Pfarrei sammle dreimal im Jahr Altkleider.

In der Turnhalle

Kleine Umbauten (Vorschlag: den Gang zur Zuschauerbox machen) oder besser noch ein Anbau an der Turnhalle würden die Situation bei Spielen deutlich verbessern, sagte TSV-Chef Luitz. Jetzt seien in der Halle bei manchen Wettkämpfen die Füße der Zuschauer im Weg.

Bach ausräumen

Im Lobach das Bett breiter zu machen und auszukoffern, dafür sprach sich Josef Göppel aus. Dies sei bei einer Hochwasserlage von Vorteil. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell räumte ein, der Lobach sei gewiss ein „Nadelöhr im Ort“. Aber ein schnelles Ausbaggern „machen Sie nicht ohne Wasserwirtschafts­amt“, fügte Hell hinzu.

Schwerlastverkehr

Die Geschwindigkeit einiger Autofahrer auf der Kreisstraße, aber auch die deutliche Zunahme des Schwerverkehrs seit dem Ausbau der Autobahn bis Füssen sprachen Ludwig Meggle und Werner Müller an. Am nördlichen Ortseingang seien bis zu 80 Stundenkilometer auf der Hauptstraße keine Seltenheit, so Meggle.

Wasserleitung

Wenn im Weiler Fechsen die Wasserleitung neu verlegt werde, solle man am besten gleichzeitig auch die Stromleitung und die Kabel fürs Internet mit erledigen. Dafür machte sich Günther Fischer stark, der Wegebaubeauftragter ist. Dann könne die schmale Straße mit 4,20 Meter komplett mit einer neuen Asphaltschicht versehen werden. Franz Müller ergänzte: Bevor die Wasserleitungen eingezogen werden, sollte die Stadt endlich „Grundstückssachen regeln“. Er berichtete davon, dass der Verkehr neben der schmalen Straße oft über eine 200 Quadratmeter große Fläche seines Grundstücks fließe.

„Was mir stinkt…“

Mit den Worten „Was mir stinkt, ist der Kanal“ meldete sich Christian Epple zu Wort. Besonders an warmen Tagen würden üble Gerüche aus den Gullydeckeln aufsteigen. Epple, zugleich Kirchenpfleger, hatte aber noch ein anderes Anliegen: Er drückte namens der Kirchenstiftung den Dank aus an die Stadt für den zehnprozentigen Zuschuss zur 2,3 Millionen Euro teuren Renovierung der Pfarrkirche Leuterschach.

Stau auf Zufahrt

Auf der Straße zum Brauhaus in Leuterschach dürfen Lkw eigentlich erst ab 6 Uhr anfahren. Doch dies käme sogar früher vor, schilderte Erwin Frommknecht. Die Folge sei, dass sich hinter wartenden Lkw ein Rückstau bilde und andere Autofahrer nicht durchkämen.

jj

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