„Trotzphase – Tütenkleber“

querKunst – Teil V
der Kulturakteur-Serie

Bildschirm, Kamera, volle Konzentration bei querkunst Kaufbeuren
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Klangspuren digital – Bildschirm, Kamera, volle Konzentration. So fanden einige Workshops im Lockdown statt.

Kaufbeuren – Mit einer wöchentlich am Mittwoch erscheinenden Serie begleitet der Kreisbote derzeit die vom Kulturamt Kaufbeuren initiierte Aktion „Trotzphase“ und stellt jeweils eine der phantasievoll benannten Kategorien vor. Örtliche Kulturakteure, die den Einschränkungen der Corona-Pandemie besonders kreativ und engagiert begegnet sind, sollen mit diesem Projekt durch ein umfangreiches Medienpaket ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. Im heutigen fünften Teil lernen Sie querKunst kennen, die „Tütenkleber“.

Im Februar 2016 haben Tatjana Nocker und Helga Holzhausen in der Pfarrgasse querKunst, „einen Kunst-Raum in Kaufbeuren für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“ eingerichtet. Mittlerweile ist querKunst seit fünf Jahren etabliert und in fast doppelt so große Räumlichkeiten in der Ludwigstraße 41a umgezogen, das Team hat sich vervierfacht.

Um die Kinder nach dem Motto „Jetzt erst recht!“ trotz der Distanz zu erreichen und zu motivieren, haben die Kursleiter wenigstens für diejenigen Workshops, die digital stattfinden konnten, neue Konzepte entwickelt. Sie haben über Zoom-Konferenzen teils von zu Hause aus, teils aus dem querKunst-Raum die Kinder angeleitet und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützt.

Digitale Workshops in Lockdownzeiten

Folgende Workshops wurden digitalisiert: In „Think Tank“ schrieben, malten, zeichneten, fotografierten und bauten Kinder ab acht Jahren Besucher*innen der Stadt ihre Ideen zu der Frage „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ In „Scrapbook“ gestalteten die Teilnehmer ab acht Jahren mit unterschiedlichsten kreativen Techniken und Materialien ihr ganz individuelles Tagebuch mit Zeichnungen, Collagen, Texten und ähnlichem und drückten aus, was sie in dieser von Corona geprägten Zeit beschäftigt und welche Hoffnungen oder Wünsche sie haben. Das „Malcafé“ richtete sich an Kinder ab sechs Jahren und lud Freundesgruppen und ganze Familien ein, sich spannende Geschichten zu unterschiedlichen Themen zu erzählen und phantasievolle Bilder dazu zu malen. Für die „Klangspuren“ überlegten sich die Teilnehmer ab acht Jahren Botschaften und erfanden Klänge, Musik und Geräusche, die sie aufnahmen und über Lautsprecher in den Stadtraum spielten. Sie sammelten Materialien und Objekte und bauten diese zu neuen kleinen Klanginstallationen zusammen. In der „Modellierwerkstatt“ arbeiteten Jugendliche und Erwachsene frei nach eigenen Vorstellungen mit Ton.

„Kunst Care Pakete“

Das Wesentliche bei all diesen digitalen Workshops waren jedoch die „Kunst-Care-Pakete“, in die alle zwei bis drei Wochen von den „Tütenklebern“ passend zum Thema des Workshops das benötigte Material (Stoffe, Papiere, Modelliermasse, Perlen, Knöpfe, …) gepackt wurde, damit die Kinder sofort loslegen konnten. Die Kinder wurden per Whatsapp informiert, die Tüten entweder vorm querKunst Raum abzuholen, oder die Pakete wurden per Post verschickt, zum Beispiel nach Regensburg und Peiting. Trotz der umfassenden digitalen Vor- und Aufbereitung durch querKunst war es vor allem für Grundschulkinder oft schwierig dabei zu bleiben: die Gemeinschaft im Raum fehlte, der Kontakt über yden Bildschirm war zu abstrakt, die nötige digitale Ausstattung zu Hause fehlte. Die größeren Kinder waren jedoch mit Eifer und Begeisterung dabei.

Seit 7. Juni wieder analoge Workshops

Die Workshops finden nun wieder analog bei querKunst statt. In den Ferien sollen nun folgende Workshops angeboten werden: In „Klangspuren“ sollen die Kinder nach Klängen suchen – Dinge zum Klingen bringen, Bodypercussion ausprobieren, mit der eigenen Stimme experimentieren und vieles mehr – diese aufnehmen, bearbeiten und verbinden und so ein Kunstwerk aus Klängen herstellen.

Im „Malcafé in der Natur – Landart“ sammeln die Kinder unterschiedliche Naturmaterialien und gestalten daraus Bilder und Objekte. Die Werke werden eingebettet in die Natur und erhalten mit Farben besondere Akzente. Die Montage/Assemblage und die Endprodukte werden fotografisch dokumentiert.

Inspiriert durch die Sagen der Stadt entwickeln die Kinder in „Schattentheater: Schatten der Stadt“ ihr eigenes Schattenspiel, eine Reise durch die Zeit. Dazu gestalten die Kinder Figuren, Hintergründe und bauen Kulissen sowie Requisiten für das Schattentheater.

Das „Medienwerkstatt-Filmprojekt“ mit dem Titel: „Eis essen“ (Untertitel: Digital animierte Illustration) ist ein Anfängerkurs für Kinder ab 10 Jahren. Erzählt werden soll mit einer Profi-Illustration Animation-App eine Idee mit Bewegung mit eigenen Zeichnungen in einer Endlosschleife.

Anmelden zu den Ferienprojekten oder zu einer kostenlosen Schnupperstunde kann man sich online über www.querkunst-kaufbeuren.de, per E-Mail unter info@querkunst-kaufbeuren.de oder telefonisch unter 08341/908 7285.

Ingrid Zasche

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