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Radfahren in Kaufbeurer Innenstadt soll erlaubt werden

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Von: Mahi Kola

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Schild Fußgängerzone Kaufbeuren 2022
Das Radfahren in der Fußgängerzone ist bislang nur zwischen 20.30 und 9 Uhr erlaubt. © Kola

Kaufbeuren – Um die Kaufbeu­rer Altstadt mit Leben zu füllen und mehr Menschen zu animieren, das Auto auch mal stehen zu lassen, will der Umweltausschuss das Radfahren in der Fußgängerzone ein Jahr lang probeweise erlauben. Die Mehrheit der Stadträte im Umweltausschuss befürwortete den Versuch, auch wenn es an mancher Stelle Bedenken gab.

Während das Radfahren in der Kaufbeurer Fußgängerzone bislang nur zwischen 20.30 und 9 Uhr erlaubt ist, soll sich das ab Frühjahr ändern. Einen entsprechenden Antrag hatte Gertrud Gellings (CSU) gestellt. Wie sie in der Sitzung erläutere, erledige sie selbst „soweit möglich alles mit dem Fahrrad“. Eine Öffnung für den Radverkehr sei „einen Versuch wert“, schließlich habe sich das in vielen Städten bereits etabliert und bringe einige Vorteile mit sich – für den Geldbeutel des Einzelnen ebenso wie für die Umwelt und persönliche Fitness. Allerdings sei auch hier gegenseitige Rücksichtnahme geboten. Es gelte für Radler auch weiterhin, die vorgegebene Schrittgeschwindigkeit einzuhalten und Rücksicht auf Fußgänger zu nehmen. Eine Probephase von einem Jahr mit anschließender Auswertung der Erfahrungen stieß bei den Stadträten gemeinhin auf Zustimmung.

Julia Bosse (Generation KF) begrüßte die Initiative, um den Radverkehr zu stärken, forderte aber in dem Zuge auch mehr Radstellplätze. Mit diesem Thema hatte sich der Ausschuss nach einem entsprechenden Antrag der Grünen ebenfalls befasst: Abhilfe soll hier das Parkhaus am Kunsthaus schaffen – denkbar seien beispielsweise Stellplätze in Form von abschließbaren Boxen.

Was die Freigabe für Radler angeht, äußerte Werner Stumpe (KI) Bedenken, zumal er die Fußgängerzone für „zu schmal“ hielt. Catrin Riedl (SPD) befürwortete die Probephase, warf aber gleichzeitig ein, dass die Fußgängerzone der einzige Bereich in der Stadt sei, in dem sich Familien mit Kindern gefahrlos bewegen können. „Zwei Herzen schlagen in meiner Brust“, äußerte sich Karl Eichinger (Freie Wähler) dazu: Er sehe das Vorhaben aus der Sicht des Polizeibeamten sowie des Radfahrers. Erfahrungsgemäß hielte sich die Mehrheit der Radler nicht an die vorgegebene Schrittgeschwindigkeit. Eichinger befürchtete vor allem, dass Marienschüler nach Schulschluss „durch die Fußgängerzone rasen“, und sprach sich für eine engmaschige Überwachung aus. „Ohne Überwachung wird’s nicht funktionieren. Ein erhobener Zeigefinger reicht da nicht aus“, räumte Oberbürgermeister Stefan Bosse ein. Es gehe hier aber vor allem darum, „rowdyhaftes Verhalten“ zu unterbinden, denn die Einhaltung der Schrittgeschwindigkeit sei ohnehin schwer zu kontrollieren. Markus Holste (CSU), Sicherheitsbeauftragter des Stadtrats und Polizeibeamter, sah zwar ein gewisses Konfliktpotenzial zur Mittagszeit, habe aber bei Kontrollen „gute Erfahrungen“ gemacht. Auch wenn sich manche nicht an das Radverbot hielten, sei es seiner Erfahrung nach selten zu Konflikten gekommen. Mit Ausnahme von zwei Gegenstimmen stimmten die meisten Räte dafür, die Fußgängerzone ab Frühjahr für Radler zu öffnen.

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