Ratgeber: Stefanie Schönbergers Buch schlägt Brücke zwischen Alltag und Yoga

Die Quadratur des Karmas

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Kinder, Chaos und Karriere: Stephanie Schönberger suchte ihren Ausgleich beim Yoga – und schrieb ein Buch darüber.

Pforzen – Sowohl der Titel „Das Karma, meine Familie und ich“ als auch der Untertitel „Yoga-Philosophie für einen entspannten Alltag“ lassen bereits erahnen, dass die Allgäuer Autorin Stefanie Schönberger das Thema Yoga von einer eher ungewohnten Seite angeht. Auf eigene Erfahrung als Yoga-Lehrerin bauend, bewegt sie sich humorvoll-abgeklärt zwischen den vier großen K: Karriere, Kinder, Küche, Karma.

Der wohlstrukturierte Aufbau in zwölf Kapitel, und die überschaubaren Unterkapitel verraten die erfahrene Journalistin. Kurz, ein ideales Buch, um es zunächst in einem Zug zu lesen. Später können dann einzelne Schwerpunkte wie bei einem Nachschlagewerk vertieft werden.

Von München nach Pforzen

Mit geistreicher Selbstironie erzählt Schönberger, wie sie von der bayerischen Metropole nach Pforzen übersiedelte. Spätestens nach der ersten Geburt und einigen deprimierenden Erlebnissen wurde klar: Karriere, Kinder, Haushalt und Yoga-Ausbildung waren nur schwer vereinbar. Mit feinfühligem Humor gesteht sie freimütig, wie anders sie sich das Leben auf dem Land vorgestellt hatte. Irgendwie harmonischer. Irgendwie stressfreier. An „Hotel Mama“ hatte sie bei ihrem Entschluss nicht gedacht.

Gute Gründe wieder alles stehen und liegen zu lassen, und in München die Karriere wieder aufzunehmen, wenn da nicht ihre große Leidenschaft für das Yoga wäre. Allerdings war für sie diese Methode auch kein Selbstläufer in Richtung inneres Glück. Da brauchte es schon einige Übung und Ausdauer, um das eigene innere Gleichgewicht zu finden.

Soweit die gekonnte und ansprechende Mischung dieses Buches. Weit entfernt von einer esoterisch abgehobenen Yoga-Philosophie, versteht es die erfahrene Yoga-Lehrerin die geistigen Grundlagen dieser jahrtausendalten Weisheitslehre in den Alltag zu integrieren. Wichtig ist die innere Haltung und die damit verbundenen eigenen Handlungen. Jede Handlung hinterlässt ihre Spuren, Karma. Karma ist gleichzeitig Handlung und Ergebnis der Handlung, wird im detaillierten Glossar am Ende des Buches erklärt. Die tiefe innere Bedeutung der Begriffe erklärt Schönberger an konkreten Beispielen aus ihrem eigenen Familienleben, immer anschaulich und einfühlsam. Hier verweist die erfahrene Yoga-Ausbilderin auch auf weiterführende Literatur und Links.

Praxis und Alltag

Aber Yoga ist weit mehr als das bloße Einüben von bestimmten Asanas, den meist ruhenden Körperhaltungen. Der Autorin geht es vielmehr um den geistig-spirituellen Hintergrund, um den Kontrast zwischen geistig notwendiger, gelassener Haltung und dem oft zu hektischen Alltag. Es fehlt nicht an praktischen Anregungen für konkrete Übungen, um schrittweise in die Welt der inneren Stille zu finden. Die Übungen werden auf diese anschauliche und leicht nachvollziehbare Weise zur konkreten Hilfe bei der Bewältigung des oft stressigen Alltags.

Aber Yoga ist für sie weit mehr als Lebenshilfe und Suche nach Gelassenheit, wie die vielen eingeschobenen Weisheitssprüche und kleinen Geschichten belegen. Die tägliche Yoga-Praxis ist auch immer eine spirituelle Entdeckungsreise. Schönberger weiß: Hinter dem ständigen Fluss unserer Gedanken wartet die Stille, die Weite, wartet unser „Wahres Selbst“.

Fazit: Trotz allem wohltuenden Humors ist der Autorin ein sehr ernstes, tiefgründiges Buch gelungen, das hilft, im Hier und Jetzt diese tiefe spirituelle Erfahrung selbst zu machen.

von Peter Suska-Zerbes

Zum Buch:

Stefanie Schönberger: „Das Karma, meine Familie und ich – Yoga-Philosophie für einen entspannten Alltag“ ist im Beltz Verlag erschienen. Das Buch hat 269 Seiten ist im Buchhandel erhältlich. Im Internet-Handel gibt es eine E-Book-Version. Die Ausbilderin gibt in der Yoga-Schule „8sam“ in Irsee regelmäßig Yoga-Kurse.

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