Rathaus in närrischer Hand

„Das Tor bleibt zu, damit ihrs wisst, weil es aus deutscher Eiche ist“, versuchte Oberbürgermeister Stefan Bosse vergangenen Donnerstag die Narren der Saskaler Armee, Aufbruch-Umbruch und der Karnevalsgesellschaft Kunstreiter vor dem Rathaus zu vertreiben. Doch das Angebot, eine CD mit den Kaufbeurer Steuersündern, war zu verlockend.

Mit dem 12 Uhr-Glockenschlag spielte Georg Ried (Hoigate) mit einigen Musikern vom „Blechragu“ vorm Rathaus auf. Währenddessen lockte Wolfgang Krebs von den Kunstreitern mit der Steuersünder-CD Oberbürgermeister Bosse vor die Rathaustür. Dieser wollte zwar die CD, allerdings ohne die Karnevals- und Faschingsvereine dafür zu entlohnen. Und erst recht wollte er den Rathausschlüssel nicht herausrücken. Seinem „Unmut“ über die Weigerung des Oberbürgermeisters machte Günther Seydel von Aufbruch-Umbruch Luft: „Schon früher haben wir hier gepocht und die Bagage eingelocht. Sie haben Besserung gelobt - solang vorm Haus der Volkszorn tobt. Kaum sind sie wieder an der Macht wird alles wie zuvor gemacht.“ „Doch um Probleme hier zu lösen, kann man nicht vor sich hindösen“, verteidigte sich Bosse. Trotzdem kam es wie es kommen musste: das Kaufbeurer Oberhaupt gab den Rathausschlüssel ab. Bis zum heutigen Aschermittwoch schwangen die Narren das Zepter. Ein gelungener erster Rathaus-Sturm, bei dem die „jecken Jungs“ von der Wertachgarde unterstützt wurden. Und Wolfgang Krebs versprach schon für das nächste Jahr, dass dann der gesamte Rathausplatz voll sein wird mit Narren und Zuschauern.

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