Für den Straßenausbau im Waaler Süden und für Ersatzbau der Schule

Waal hat gewählt

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Es war ein spannender Wahlabend in Waal. Die Stimmen wurden im Sitzungssaal der Feuerwehr im Rathaus öffentlich ausgezählt.

Waal – Die Entscheidung ist gefallen. In einer Bürgerbefragung sprach sich eine knappe Mehrheit für den Straßenausbau im Waaler Süden aus, wie ihn die Verwaltung vorgeschlagen hatte. Somit unterlagen vor allem die Anwohner der St.-Niklaus-Straße und der Jägerhausstraße, die sich gegen die Pläne des Rathauses bis zuletzt gewehrt und den Bürgerentscheid ins Leben gerufen hatten. Die Wahlbeteiligung war mit insgesamt 57,7 Prozent sehr hoch. Allerdings gab es auch eine große Zahl von ungültigen Stimmen.

Neben dem Straßenausbau mussten die Bürger noch über einen weiteren Streitpunkt in der Gemeinde entscheiden. Die Frage war, ob man die alte Schule in Waal saniert oder einen Ersatzbau errichtet. Zwei Drittel der Wähler entschieden sich für den Bau eines Ersatzgebäudes, ein Drittel hätte gerne die alte Schule behalten und saniert.

Straßenausbau

Insgesamt waren 1825 Bürger in Waal und den Ortsteilen Bronnen, Emmenhausen und Waalhaupten wahlberechtigt, 1054 gaben ihre Stimme ab. Das notwendige Quorum, also die gesetzlich vorgegebene Mindestzahl an Stimmen gemessen an der Zahl der Einwohner, wurde somit erreicht. Für den Erhalt des Dorfcharakters stimmten 488 mit Ja und 468 mit Nein. 98 Stimmen waren ungültig.

Für das Ratsbegehren, das mehr Fußgängerschutz und Verkehrssicherheit forderte, stimmten 566 Bürger mit Ja und 395 mit Nein. Hier wurden 93 ungültige Stimmen gezählt. Da es durchaus möglich war, sowohl für den Erhalt des Dorfcharakters als auch für mehr Verkehrssicherheit mit Ja zu stimmen, war letztlich eine Stichfrage notwendig, um den Wählerwillen zu erkennen. Hier war dann mit 564 Stimmen eine klare Mehrheit für das Ratsbegehren. 454 Bürger entschieden sich im Stichentscheid für die Erhaltung des Dorfcharakters.

Interessant war, dass im Ort Waal die Bürger durchaus mehrheitlich für die Erhaltung des Dorfcharakters plädierten. Hier sprachen sich 329 Wahlberechtigte aus und nur 253 für das Ratsbegehren. Gekippt wurde der Trend allerdings, als die Ergebnisse der Ortsteile Bronnen, Emmenhausen und Waalhaupten eintrudelten. Die Initiatoren des Bürgerentscheids gerieten dadurch auf die Verliererstraße.

Große Begeisterung für den Sieg beim Ratsbegehren war im Rathaus weder bei Bürgermeister Alois Porzelius noch bei den anwesenden Gemeinderäten zu spüren. Ein eher nachdenklicher Karl Völk, 2. Bürgermeister der Marktgemeinde, betonte gegenüber unserer Zeitung, nunmehr müsse man versuchen, mit den Bürgern wieder ins Gespräch zu kommen. Völk gab zu, dass die Kosten für die betroffenen Anwohner teilweise sehr hoch seien. „Da müssen wir uns noch etwas überlegen“.

„Das wäre alles nicht nötig gewesen, wenn wir vorher miteinander geredet hätten“, sagte Martin Schmid, Ausbaugegner und Mitinitiator des Bürgerentscheids. „Ich bin gespannt, was bei dem Gesprächsangebot von Bürgermeister Karl Völk herauskommt“, kommentierte Schmid.

Der Waaler Marktgemeinderat will die Ergebnisse der beiden Bürgerentscheide bereits am Dienstag kommentieren. Das am Sonntag bei Redaktionsschluss noch vorläufige amtliche Endergebnis wird vom Buchloer Verwaltungschef Arthur Salger geprüft.

Sanierung der Alten Schule oder Neubau

Streit hatte es neben dem Straßenausbau auch über einen Abriss der alten Schule gegeben. Die Verwaltung wollte das Gebäude aus den 1950er Jahren abreißen und durch einen kommunalen Neubau ersetzen.

Für eine Gruppe Waaler Bürger war diese Entscheidung nicht in Ordnung. Sie strebten deshalb ein Bürgerbegehren an. Dem Argument von Bürgermeister Alois Porzelius, dass ein Neubau, weil auch mit staatlichen Zuschüssen in Höhe von 455.000 Euro versehen, viel billiger sei als eine Sanierung der vollkommen verbauten „Alten Schule“, setzen die Protestler entgegen, hier würde ein Stück Waaler Zeitgeschichte mit hohem Erinnerungswert abgerissen. Die „Alte Schule“ sei zudem ein Kulturgut, schrieben die Unterzeichner an den Bürgermeister.

Wie berichtet, dient das Gebäude allerdings nicht mehr als Schulhaus sondern als Treffpunkt für Waaler Vereine.

von Siegfried Spörer

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