Würdiger Raum zum Verabschieden

Gebäude im Kaufbeurer Waldfriedhof soll umgebaut werden

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Umbau vorgesehen: Das Zentralgebäude im Waldfriedhof Kaufbeuren erhält einen Verabschiedungsraum, ein Behinderten-WC und wird teilsaniert.

Kaufbeuren – In diesen Tagen ist viel von der Zukunft und ihren Herausforderungen die Rede, von Digitalisierung, Veränderungen der Struktur des Handels, der Städte, der Kommunikation zwischen den Menschen. In diesen Diskussionen tauchen auch Aspekte auf, die wir gar nicht so gern in Betracht ziehen. Einer davon ist die Tatsache, dass unser Leben endlich ist. Und wie sich zeigt, verändern sich selbst die letzten Rituale im und nach dem Leben des modernen Menschen. Das führt zu bestimmten Konsequenzen, auch für die Stadtverwaltung.

Der Bau- und Umweltausschuss beschäftigte sich auf seiner Sitzung am Dienstag mit einem Vorhaben, das an die Friedhofsverwaltung und an das Baureferat der Stadt herangetragen wurde: Dem Umbau des Zentralgebäudes im Waldfriedhof Kaufbeuren.

Wie Christian Mandl, der Leiter des Hochbauamtes, erläuterte, geht es dabei um zwei Aspekte, nämlich den Einbau eines Verabschiedungsraumes und die technische Teilsanierung des Gebäudes.

Der neu in das Gebäude einzuordnende Verabschiedungsraum soll, wie Peter Ruhland, Leiter der städtischen Friedhöfe Kaufbeuren, erklärte, die Möglichkeit schaffen, einen zeitgemäßen würdevollen Abschied von den Verstorbenen zu gewährleisten. So müssen kleine Trauerfeiern und Urnenbeisetzungen, an denen nur wenige Angehörige teilnehmen, nicht mehr in der großen Aussegnungshalle stattfinden. „Das trägt“, so Ruhland, „dazu bei, dass Gefühle von Verlorenheit und Einsamkeit gar nicht erst aufkommen. Zudem ist die Verweilzeit in diesem Raum nicht mehr so kurz und klar festgelegt, wie es derzeit in der großen Halle der Fall ist“.

Das Projekt sieht vor, Büroräume in die derzeit leer stehende Wohnung des Friedhofsverwalters zu verlegen und ein Behinderten-WC einzubauen. Dort ist auch ein separater Gebäudezugang vorgesehen.

Die Ausschussmitglieder folgten dieser Argumentation, allerdings warfen die hohen Kosten von etwa 450.000 Euro Fragen auf. Das Baureferat erklärte dazu, dass bei der Planung auch ein umfangreicher Erneuerungsbedarf an der bestehenden Infrastruktur festgestellt wurde. So ist etwa, schon aus Sicherheitsgründen, die Erneuerung der gesamten Elektroinstallation notwendig. Diese stammt noch aus der Errichtungszeit in den 1960er Jahren. Ebenso verhält es sich mit der Ölheizung. Um eine zeitgemäße Energienutzung zu gewährleisten, soll ein neuer Öl-Brennwertkessel eingebaut werden.

„Wir haben das Projekt von allen Seiten betrachtet und diskutiert“, erklärte Oberbürgermeister Stefan Bosse ergänzend. „Elektroausrüstungen sind teuer, und kostengünstiger geht es wirklich nicht. Veränderungen an der Elektroinstallation heben den Bestandsschutz auf. Das heißt, alles muss für etwa 80.000 Euro erneuert werden. Der neue Kessel schlägt auch mit etwa 40.000 Euro zu Buche.“ Baureferent Helge Carl ergänzte, dass es sich dabei jedoch nicht um eine Generalsanierung handelt. Die nicht betroffene Bausubstanz des Gebäudes sei so weit in Ordnung.

Da das Vorhaben dem investiven Bereich zuzuordnen ist, bedeutet das gebührenrelevante Kosten von etwa 20.000 Euro pro Jahr. Diese sind jedoch gering im Vergleich zu den jährlichen Gesamtkosten für den Betrieb der Friedhöfe. Sollten im kommenden Kalkulationszeitraum keine weiteren außergewöhnlichen Aufwendungen entstehen, muss nach Einschätzung des Standesamtes die derzeitige Gebührenkalkulation nicht verändert werden. Der Ausschuss wird dem Stadtrat vorschlagen, die für das Projekt benötigten Haushaltsmittel in die mittelfristige Finanzplanung ab 2020 aufzunehmen.

Bauvoranfrage

Ebenfalls positiv schätzte der Bauausschuss die Bauvoranfrage eines Investors zur Errichtung des Neubaus eines Wohn- und Geschäftshauses in der Schraderstraße 18 mit Tiefgarage ein. In Vorabstimmungen wurde bereits eine Einigung über die Bauhöhe des Neubaus erzielt, so dass dem Investor nunmehr eine Genehmigung der Stadtverwaltung in Aussicht gestellt werden kann.

Treppe vor Fertigstellung

Auf Anfrage erklärte dann Baureferent Carl noch, dass nach letzten Abstimmungen zwischen Architekten und Baufirmen mit einer Fertigstellung der Treppe am Rathaus, also die Anbindung zwischen Forettle Center und Altstadt, Anfang Juni zu rechnen ist.

von Ingo Busch

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