Rauschende Ballnacht

Fulminanter Faschings-Auftakt beim Kunstreiter-Buronia-Ball

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Kaufbeuren – Dafür, dass nach den vergangenen Gala-Jubiläen der Buronia-Ball 2019 „wieder etwas bescheidener geplant war“, ließen es die Kunstreiter am vergangenen Samstag im Stadtsaal immer noch ganz schön krachen. Dem Wunsch der Veranstalter nach festlicher Prachtentfaltung bei der Abendgewandung war vor allem die Damenwelt gerne gefolgt, und „frau“ glitzerte um die Wette. Der Stadtsaal war laut Kunstreiter-Präsident Thomas Denninger „bis auf vier Plätze ausverkauft“, und das Deko-Team um Bärbel Diebener und Claudia Roscher hatte mit weißen Rosen und silbernen Leuchtern einen sehr eleganten, stimmungsvollen Tischschmuck gezaubert.

Nach der einleitenden Begrüßung durch den Ehrenpräsidenten Wolfgang Noack übernahm Präsident Thomas Denninger die Moderation des Abends. Er vertrat damit Hofmarschall Günther Alt, der gerade auf den Weltmeeren unterwegs ist. Denninger wollte „aus Datenschutzgründen“ weitgehend auf namentliche Begrüßungen verzichten, außerdem kenne in Kaufbeuren ohnehin jeder jeden. Er begrüßte die „Personen des öffentlichen Lebens“ dann aber natürlich doch, darunter die „Heiligen drei Bürgermeister“. Außerdem gratulierte der Kunstreiter-Präsident Hanna Riedl, die an diesem Abend mit dem Besuch des Buronia-Balles ihren 18. Geburtstag feierte (siehe untenstehenden Artikel) und zog kurz die Kommunalpolitik von 2018 durch den Kakao, bevor er, da er kein Politiker sei, das Wort an Oberbürgermeister Stefan Bosse, den Schirmherrn des Balles, weitergab.

Auch der OB gratulierte in seinem Grußwort Hanna Riedl zur Volljährigkeit, womit sie seit exakt 100 Jahren das Recht zu wählen habe. Dann warf er den Kunstreitern Frauenfeindlichkeit vor – schließlich gebe es nur männliche Vorstände und Senatoren bis hin zu dem erst an diesem Tag neu ernannten Senator Andi Hoffmann. (Immerhin übernahmen Vorstände und Senatoren später Hausfrauenaufgaben, als sie den zum Abschluss des Showtanzes verstreuten Goldflitter zusammenfegten.). Um diesem Vorwurf entgegenzutreten, verliehen die Kunstreiter schnell noch ein paar Orden an Prinzessin Bianca und die beiden Trainerinnen der Schongauer Prinzengarde. Nach dem Grußwort von Christoph Spieß, dem Präsidenten der Bayrisch-Schwäbischen Fastnachtsvereine (BSF), eröffneten OB Bosse und seine Begleiterin Katja Brauner sowie Präsident Denninger und seine Frau Petra den Ball offiziell mit einem Walzer. Danach holten Bosse und Brauner die Vertreter der örtlichen Presse zum Tanz.

Höhepunkt des Abends waren sicher die Gäste aus Schongau, die Schongauer Faschingsgesellschaft Lechau, die vollzählig angetreten waren: ihre Lieblichkeit, Prinzessin Bianca (Haseitl) I. „vom Wald der geselligen Leut‘“ und seine Tollität Prinz Lukas (Häußrer) I., „Musikmarschall vom Schongauer Hofstaat“, zusammen mit dem Hofmarschall Christian Schamper und Hofdame Denise Fichtl, und natürlich mit der Schongauer Prinzengarde mit dem Schlachtruf „Lech-AU!“. Diese heimste zunächst mit ihrem rasanten und synchronen Gardetanz hochverdienten Applaus ein und rissen mit der anschließenden nahezu akrobatischen Showtanz-Einlage in zweierlei Kostümen den Saal zu Beifallstürmen hin.

Für Tanzmusik bis 2.30 Uhr sorgte wieder einmal, wie schon beim „Buronia- und Rundfunk-Ball 1993“, die Band „Voice“. „Damit jede mit jedem einmal tanzen kann“, spielten sie in jeder Runde nur zwei Stücke. Dazu kam ab 22 Uhr für die Tanz-Unlustigen Günther „Güschi“ Seydel, der als One-Man-Band mit seinem elektronischen Roland die Bargenießer musikalisch unterhielt. Sowohl die Bar als auch die Tanzfläche waren immer gut gefüllt. Favorit bei den jüngeren Tänzern war immer wieder Linedance vor der Bühne, wofür man praktischerweise keinen Tanzpartner braucht, sondern mit der Menge wogt. Den Rest der Tanzfläche bevölkerten Traditionalisten, wobei offensichtlich etliche der Paare vor Kurzem einen Tanzkurs absolviert hatten, denn sie zeigten gekonnt Tanzfiguren bei Boogie, Tango oder Samba.

Die Mitternachtsüberraschung entpuppte sich diesmal als köstliche Käseplatte. Kurz, es war wieder eine rauschende Ballnacht.

von Ingrid Zasche

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