Ins Rathaus? – „Jetzt erst recht“

Regine Herz zieht in Günzach für CSU – Parteilose Wähler in den Wahlkampf

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Regine Herz möchte die neue Bürgermeisterin von Günzach werden.

Günzach – Zur Nominierungsversammlung der Gruppier­ung CSU – Parteilose Wähler kamen Anfang Januar rund 200 Bürger in den Gemeindesaal Günzach. Außerdem machte sich Regine Herz aus Unterthingau als Neubürgerin der Gemeinde bekannt. Mit der Absicht als Bürgermeisterkandidatin für die Gruppierung ernannt zu werden.

Zwölf Kandidaten für den Gemeinderat stellten sich den Anwesenden vor. Sieben der Kandidaten gehören bereits dem amtierenden Gemeinderat an. Die ehrenamtlichen Leistungen von fast allen Kandidaten hatten bei den Vorstellungen einen hohen Stellenwert. Jeder einzelne Kandidat bringt sich aktiv im Gemeindeleben in Günzach und den entsprechenden Weilern und Ortsteilen ein. Nach den Ausführungen legten die 99 stimmberechtigten Bürger eine Listenfolge durch ihre Wahl fest.

Regine Herz stellte in ihrer Rede die Worte Offenheit, Transparenz und einen ehrlichen Umgang mit den Bürgern voran. Auch ein ordentlicher Umgang in den Gemeinderatssitzungen soll ihrem Wunsch nach wieder Einzug halten. „Miteinander statt Gegeneinander“, so benannte Herz ihr Ansinnen. Von 93 abgegebenen Stimmen erhielt sie 83 und wurde somit zur Bürgermeisterkandidatin der Wählergruppe CSU – Parteilose Wähler nominiert.

Ein Recht auf offene Kommunikation

Beinahe wäre es für Herz‘ Kandidatur zu spät gewesen. Die amtierende Bürgermeisterin Wilma Hofer hatte Herz‘ eingegangene Bewerbung nicht gleich bekanntgegeben (der Kreisbote berichtete). Dieses Verhalten habe sie darin bestärkt, diese Kandidatur anzutreten, so Herz‘ Fazit. „Jetzt erst recht, Unwahrheiten oder Bewerbungen zu unterschlagen, geht für eine amtierende Bürgermeisterin aus meiner Sicht gar nicht“, sagte die 46-Jährige. „Zu sagen, ‚ich entschuldige mich für meinen kleinen Fehler‘, damit ist es nicht getan,.“ Denn die Bürger hätten ein Recht auf offene Kommunikation und Transparenz. Auch sei es Herz wichtig, wieder eine ordentliche Gesprächskultur im Gemeinderat einzuführen, „ohne Wutausbrüche der Rathausspitze“.

Es sei immer der Wunsch der studierten Betriebswirtin gewesen, Bürgermeisterin zu werden. Zuletzt hatte sie die Leitung der Finanzen und Buchhaltung im Festspielhaus Füssen inne, bis sie vor einem Jahr in der kaufmännischen Verwaltung eines Ingenieurbüros (Tiefbau) begann. Sie bringe viele der nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse für das Amt der Rathauschefin mit. Günzach solle sich unter ihrer Führung nachhaltig entwickeln.

Handlungsbedarf in vielen Bereichen

Handlungsbedarf sieht die Mutter dreier Kinder in einer zeitnahen Instandhaltung von Gebäuden, Straßen und Kanalsystemen, um Kosten für notwendig werdende Sanierungen zu sparen. Auch sollen das Bahnhofsareal gestaltet und das Rathaus barrierefrei ausgebaut werden. Sie möchte die Landwirtschaft unterstützen, heimische Produkte besser vermarkten und ortsansässigen Unternehmen mehr Unterstützung zukommen lassen. Wichtig sind Herz erneute und zielorientierte Verhandlungen für das neue Baugebiet, da diese bereits seit sechs Jahren ruhen. Auch möchte die Kandidatin, dass Trauungen samstags wieder durchgeführt werden.

Ihre Fachgebiete, wie das ehrenamtliche Redaktionsmitglied des Marktblatt Unterthingaus es benannte, seien Kommunikation, Organisation, Finanzen und Diplomatie. Sie sei stets auf der Suche nach Sparmaßnahmen im Sinne von Alternativen und Förderungen. Das Ehrenamt liege ihr am Herzen. Sie war unter anderem ehrenamtlich als Markträtin in Unterthingau aktiv, arbeitete in der Verwaltung einer Ganztagsschule mit und engagiert sich aktuell für die Bücherei. Nun möchte sie sich für einen fairen Wahlkampf einsetzen.

Gemeinderatsliste Günzach CSU – Parteilose Wähler 

1. Stefan Fischer, Albrechts, 52 Jahre, Verbraucherschutzbeamter 2. Uwe Schröder, Günzach, 63 Jahre, IT-Manager 3. Manfred Vetter, Eggenbühl, 48 Jahre, Bezirkskaminkehrermeister 4. Hans Ganser, Autenried, 64 Jahre, Produktionsleiter im Ruhestand 5. Andreas Fleschutz, Günzach, 46 Jahre, Molkereitechniker 6. Regine Herz, Immenthal, 46 Jahre, Betriebswirtin 7. Andreas Drescher, Günzach, 46 Jahre, Justizvollzugsbeamter 8. Martin Streicher, Günzach, 34 Jahre, Maschinenbautechniker 9. Daniel Wegmann, Rudwarz, 32 Jahre, Landwirtschaftsmeister 10. Christiane Liebherr, Immenthal, 42 Jahre, Abwassermeisterin 11. Hans-Jürgen Hoog, Günzach, 58 Jahre, Fachkraft für Arbeitssicherheit 12. Michael Filser, Günzach, 52 Jahre, Bauspar- und Finanzfachmann

Selma Höfer

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