Region Kaufbeuren im Blick

Politik vor Ort: (v. l.) MdL Dr. Wengert im Gespräch mit Sabine Heiß und Christian Melzer von der Geschäftsleitung HS-Systemtechnik. Foto: Becker

Bei einem Besuch in der Wertachstadt absolvierte der Abgeordnete des Bayerischen Landtages Dr. Paul Wengert ein umfangreiches Tagesprogramm. Als wirtschafts- und verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion galt sein großes Interesse der regionalen wirtschaftlichen Situation. Speziell die Einschätzung von Unternehmen vor Ort zur aktuellen Lage war für ihn von Bedeutung. Eine Besichtigung der Firma HS-Systemtechnik in Neugablonz und ein Gespräch mit Oberbürgermeister Stefan Bosse standen im Vordergrund seines Besuches. Dabei wurde seitens Wengert Unterstützung für die weitere Standortsicherung des vorhandenen Fachhochschulzweiges und die Schule der Bundeswehr signalisiert.

In Begleitung von Stadträten der Kaufbeurer SPD-Fraktion besuchte Wengert die Firma HS-Systemtechnik GmbH in Neugablonz. Der rund 50 Mitarbeiter zählende mittelständische Betrieb zeichnet sich durch anspruchsvolles Know-How und Expertenwissen auf dem Gebiet der Blech-, Stanz- und Biegetechnik aus. Der Abgeordnete zeigte sich beeindruckt von der kundenspezifischen Entwicklung über den Prototyp bis zur Serienfertigung. „Man muss vielen Dingen mit mehr Respekt begegnen“, so Wengert. Und weiter: „Denn die kleinen und mittleren Unternehmen sind die Träger der Volkswirtschaft.“ Zwei wichtige Dinge gab Christian Melzer von der Geschäftsleitung dem Abgeordneten mit: Die überaus positive Bewertung des Modells der Kurzarbeit und den Wunsch nach einer Bildungsoffensive für die Verstärkung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).“ Unser Kapital liegt im Wissen“, so Melzer. Situation der Stadt In einem Gespräch mit Oberbürgermeister Stefan Bosse ging es um mögliche Unterstützung für die von der Stadt nicht selbst verursachten Strukturprobleme. Als einzige kreisfreie Stadt ohne Autobahnanschluss sei dies ein Standortnachteil ersten Grades. Ein Antrag des MdL für eine „kleine Vierspur-Lösung ohne Stand- und Mittelstreifen“ war abgelehnt worden. Daher müsse der vierspurige Ausbau vordringlich im Bundesverkehrswegeplan in Berlin aufgenommen werden, damit frühestens 2014/2015 eine Fortschreibung erfolgen kann. Mehr als zufrieden äußerte sich Wengert über den bis 2020 festgeschriebenen Bestand der Fachhochschul-Außenstelle für Finanzwesen, die im ehemaligen BKH-Areal untergebracht ist. „Ich werde mich dafür stark machen, dass der Freistaat die Grundstücke erwirbt, um diese Hochschule weiter als Standort zu verfestigen“, so der Abgeordnete. Für die überproportionale Betroffenheit der Stadt bei der Kürzung der Mittel im Projekt „Soziale Stadt“ müsse man nach alternativen Fördertöpfen suchen. Die Schaffung der P+R-Plätze am Bahnhof auf Kosten der Stadt ist für Wengert unverständlich. Im Hinblick auf das Bahnhofsgebäude selbst sieht Wengert wie viele Bürger keine Notwendigkeit für einen Neubau, sondern hält eine Sanierung für ausreichend. Die Erreichbarkeit aller Gleise für Behinderte sei viel wichtiger. Standort Bundeswehr Dem Abgeordneten und ehemals bei der Luftwaffe in Neuburg stationierten Oberstleutnant der Reserve liegt auch die Bundeswehr am Herzen. Die Technische Schule der Luftwaffe 1 in Kaufbeuren sei nicht nur als großer Arbeitgeber vor Ort sondern auch als Einrichtung der Bundeswehr von besonderer Bedeutung. Und dafür will sich der frühere Nachrichten-Stabsoffizier einsetzen. Seine Fraktion habe vor wenigen Tagen einen Antrag im Landtag eingebracht, bei dem es speziell um die Schulen und Universitäten der Bundeswehr gehe. Ziel sei es, bei der Strukturreform der Bundeswehr für diese Einrichtungen eine Standortsicherheit zu bekommen. Und für den Erhalt Kaufbeurens als seiner Ansicht nach „schönstem Standort der Luftwaffe“ müssten parteiübergreifend alle Hebel in Bewegung gesetzt werden. Nach einem Besuch der gemeinnützigen Einrichtung „Torhaus-Werkstatt“ endete der „Vor-Ort-Termin“ des Abgeordneten in Kaufbeuren.

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