Besondere Fürsorge

Wie der Reit- und Voltigierclub Gutenberg in Oberostendorf die Corona-Pandemie erlebt

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Auch in der Stallgasse herrscht Maskenpflicht: Daniela Gallien (rechts) und Verena Albrecht sind zusätzlich auf Abstand mit ihren Pferden.

Oberostendorf – Die Coronakrise und ihre dadurch entstandenen Probleme machen auch vor den Vereinen in unserer Region nicht Halt. Der Reit- und Voltigierclub Gutenberg (RVC), beheimatet auf der Reitanlage Obermaier, muss während dieser außergewöhnlichen Zeit ebenfalls große Hürden überwinden. Pferdebesitzer versuchen die Auflagen zu meistern.

Neu ist, dass seit dem 8. Juni in geschlossenen Räumen, Reithallen, Stallungen und Sattelkammern nun eine Maskenpflicht gilt.

„Das bereitet mir schon Bauchweh, denn viele Eltern haben mir immer wieder gesagt, wie froh sie sind, dass es im Stall keine Maskenpflicht gibt“, sagt Daniela Gallien. Die vergangenen Wochen und Monate waren für die 37-jährige Vorsitzende kein Zuckerschlecken. „Ein Pferd kannst du ja nicht so ohne Weiteres in die Ecke stellen und abwarten bis alles wieder vorüber ist.“ Während der Ausgangsbeschränkungen durften Besitzer zwar zu ihren Pferden, doch der Aufenthalt beschränkte sich auf maximal zwei Stunden pro Pferd. Gallien konnte sich glücklich schätzen, dass sie zu diesem Zeitpunkt viele fleißige Hände hatte. Schließlich mussten täglich die Pferde weiter versorgt und bewegt werden. Besonders die Kinder litten sehr darunter, durften sie doch von heute auf morgen nicht mehr zu den Vierbeinern. An eine Reitstunde war über Wochen nicht mehr zu denken. „Wir haben zahlreiche Anfragen der Eltern bekommen, ob wir Bilder von den Pferden schicken können, weil die Sehnsucht bei den Kindern doch so groß war“, sagt Gallien.

Unterricht in kleinen Gruppen

Seit den leichten Lockerungen vom 11. Mai ist wieder einiges möglich: Ein Unterricht mit kleinen Gruppen á vier Personen ist wieder erlaubt. Dabei müssen Abstand und Hygienevorschriften besonders beachtet werden. Ein Unterricht auf dem Außenplatz ist ebenfalls wieder möglich. Doch die strengen Auflagen beim RVC stoßen nicht gerade auf helle Begeisterung. „Wir müssen ein Anwesenheitsbuch führen, wer wie lange da ist, damit wir alles zurückverfolgen können“, sagt Gallien. Der Schulbetrieb ist unter hohen Auflagen wieder durchführbar. Umkleiden vor Ort ist genauso nicht möglich wie das Zuschauen auf der Tribüne. Selbst das so beliebte Reiterstübchen darf nicht öffnen. „Uns sind hier leider die Hände gebunden.“

Besonders groß ist die Freude, dass die Reittherapie wieder stattfinden kann. Verantwortlich zeigt sich neben Christina Krekel auch Verena Albrecht. Die 31-Jährige kümmert sich mit viel Leidenschaft um junge Erwachsene und Kinder, die psychische oder physische Probleme haben. Auch Menschen mit Behinderung nehmen die Reittherapie gerne wahr. „Die ersten Stunden nach den Lockerungen waren unglaublich. Ich habe in so viele glückliche Gesichter geschaut. Alle waren so froh, wieder bei den Pferden zu sein, trotz der strengen Hygienevorschriften“, so Albrecht. Obwohl im Stall langsam die Normalität zurückkehrt, leidet das Vereinsleben beim RVC. 

Die im April angesetzte Mitgliederversammlung musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden, eigene Veranstaltungen dürfen nicht stattfinden. „Wir können leider nichts anbieten, geschweige denn etwas auf die Beine stellen“, bedauert Gallien. In einer sehr bewegenden und emotional geführten Videobotschaft wandte sie sich an ihre Mitglieder, Vorstandskollegen und Reitsportfreunde. Die Vereinsvorsitzende bedankte sich für die großartige Unterstützung während der schweren Phase der Coronakrise. „Was ihr alles geleistet habt, übertrifft all meine Erwartungen.“ Richtige Normalität muss allerdings auch bei den Pferdeliebhabern noch etwas warten.

Stefan Günter

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