Emotionale Verabschiedung

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Oberstudiendirektorin Susanne Jehl übergibt den roten Tagesplaner als Zeichen der Amtsübergabe an den Nachfolger und bisherigen Stellvertreter, Studiendirektor Christof Walter.

Kaufbeuren – „Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzem Herzen“. Dieses Zitat von Konfuzius gaben die Schülersprecher des Jakob-Brucker-Gymnasiums ihrer scheidenden Rektorin Susanne Jehl mit auf den Weg. Nicht ohne sich vorher für die beginnende Schulsanierung zu bedanken: „Darauf können Sie stolz sein.“ In einer bewegenden Veranstaltung mit über 400 Gästen und Schülern ist die Oberstudiendirektorin in den Ruhestand verabschiedet worden.

Vorher hatten „die Jünglinge“ Sophia und Fabian Jüngling an der Geige und Felix Jüngling am Klavier, Kunst- und Kulturpreisträger der Stadt Kaufbeuren 2014, einen Irish-Mix und auf speziellen Wunsch von Susanne Jehl, ein Lied von Paganini gespielt. Das Orchester, der Chor, die „Tanzsäcke“ des Gymnasiums und die „Brucker-Brass“ sorgten mit weiteren Einlagen für einen abwechslungsreichen Ablauf. Durch das Programm führten charmant die Schülerinnen der Klasse 8c, Cäcilia Bolz und Mirjam Stein. 

Studienrat Bernhard Fritsch vom Personalrat des Gymnasiums erinnerte noch einmal an die Hauptforderungen, mit der Susanne Jehl 2012 als Rektorin angetreten war: „Es muss wieder Ordnung und Sauberkeit an der Schule einkehren und die Schule muss zeitgemäß saniert werden“. Weiterhin forderte sie damals verbesserte Sicherheit auf dem Schulweg durch Tempo 30 vor der Schule und wollte flache Hierarchien einführen. All das hätte sie nun erreicht, meinte Fritsch, und zog vor ihr, im wahrsten Sinne des Wortes, anerkennend seinen Hut: „Chapeau“. 

Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse erinnerte sich an die ersten Kontakte mit Su­sanne Jehl. „Die Tiefgarage“, so habe Susanne Jehl damals den Charme der Aula des Gymnasiums bezeichnet und setzte kurzum die Schulsanierung auf die Agenda der Stadt. Inzwischen sei die Sanierung auf der Tagesordnung ganz nach oben gerutscht und ein Baubeginn für 2017 erscheint in greifbarer Nähe. Freimütig gab der OB Jehl noch einen Tipp zum Nachdenken mit, für die Zeit im Ruhestand und empfahl ihr ein Engagement in der Stadtpolitik. 

Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Schwaben, Leitender Oberstudiendirektor Peter Kempf, verglich in seiner Verabschiedungsrede die Tätigkeit einer Schulleitung, mit „der Führung einer Wandergruppe von Spitzensportlern und Amateuren, die bei Nacht und ohne Sicht, gleichzeitig an drei verschiedenen Zielen ankommen sollen.“ Er verabschiedete Jehl offiziell in den Ruhestand und dankte ihr für ihre Prägung des Profils des Jakob-Brucker-Gymnasiums. 

„Für mich standen immer die Schüler im Mittelpunkt des Interesses“, bestätigte Susanne Jehl in ihrer Abschiedsrede, zurückblickend auf ihr Lebenswerk. „Und ich sehe das Gymnasium auch als Kulturträger.“ Lehrer sollten als Vorbilder erlebt und die Schüler zu mündigen Bürgern erzogen werden. An die Schüler gewandt, bedankte sie sich: „Danke für euer Lächeln auf dem Schulhof“. Bildhaft übergab Jehl mit einem roten Tagesplaner anschließend die Leitung des Gymnasiums an ihren bisherigen Stellvertreter, Studiendirektor Christof Walter. 

Endgültig in den (Un-)Ruhestand verabschiedet wurde Susanne Jehl vom beeindruckenden 90-köpfigen Chor des Gymnasiums, zusammen mit dem 85-köpfigen schuleigenen Orchester und der elfengleichen Stimme von Sopranistin und Studienrätin Raphaela Lutz mit einer emotionsgeladenen, schwedischen Ballade „Gabriellas Song – Sa Som I Himmelen (wie im Himmel)“. Gänsehaut pur!

von Wolfgang Krusche

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