Der Bus-Pfarrer

Religionslehrer an der Marien-Realschule sitzt für seine Schülerinnen am Steuer

Schulpfarrer und Religionslehrer Franz Walden betätigt sich neuerdings auch als Busfahrer im Schulbusverkehr.
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Schulpfarrer und Religionslehrer Franz Walden betätigt sich neuerdings auch als Busfahrer im Schulbusverkehr.

Kaufbeuren – Mit einem freundlichen „Guten Morgen“ beginnt normalerweise der Unterricht im Klassenraum. Bei Pfarrer Franz Walden kommt dieser Gruß an seine Schülerinnen schon auf dem Schulweg. Er sitzt am Steuer eines großen Gelenkbusses und empfängt die Mädchen an der vorderen Einstiegstür. Seit Mitte Oktober ist der ­Religionslehrer und Schulpfarrer auch als Busfahrer auf der Linie im Einsatz, die von Neugablonz aus die Schülerinnen der Kaufbeu­rer Marienschulen aufsammelt und dann pünktlich und sicher vor ihre Schule bringt. Viele freuen sich, ihn auch in dieser ungewohnten Rolle zu erleben.

„Busfahren ist seit Kindertagen ein Traum von mir“, sagt der 56-jährige Pfarrer Walden und freut sich, dass er endlich die Gelegenheit ergriffen hat, daraus ein reales Hobby zu machen und tageweise als Einspringer im Schulbus-Verstärkerverkehr zu den Marienschulen zu fahren. Möglich war dies, weil er, unterstützt vom Kaufbeurer Busunternehmen „Kirchweihtal“, günstige Bedingungen bekam, um die vorgeschriebenen Kurse und den Fahrunterricht zu absolvieren. „Freilich war die Ausbildung bis zur Busfahrer-Lizenz aufwändig, aber lohnend. Ich find´s einfach cool!“, meint er und lenkt seinen vollbesetzten 18-Meter-Gelenkbus vorsichtig in die nächste Haltebucht.

Nachdem Susanne Fedchenheuer, Schulleiterin an der Marien-Realschule und sein Dienstgeber im Ordinariat in Augsburg grünes Licht gegeben hatten, sieht er nun seinen Hobby-Arbeitsplatz hinter dem Steuer am frühen Morgen auch als Chance, bei den jungen Schülerinnen eine manchmal vorhandene Scheu vor dem „ehrwürdigen“ Pfarrer abzubauen, wenn sie ihn bei einer ganz bodenständigen Arbeit erleben. Seine Busfahrer-Tätigkeit ist dann durchaus auch Thema im Religionsunterricht oder bei Predigten. „Ein Hirte soll seine Gemeinde ja führen. Da ist es gar nicht so abwegig, wenn er sie auch manchmal fährt“, schmunzelt Walden, kündigt durchs Bordmikrophon die Endstation an und wünscht seinen Fahrgästen einen erfolgreichen Schultag.

kb

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