Rentenberatung auf Russisch

Im Stadtteil Neugablonz leben traditionsgemäß viele Russlanddeutsche. Gerade die 60- bis 80-Jährigen beziehen oft nur eine kleine Rente oder leben gar von Sozialhilfe - obwohl sie in der ehemaligen Sowjetunion in jüngeren Jahren hart gearbeitet haben. Das Problem: viele wissen gar nicht, dass sie Anspruch auf Rentenzahlungen aus dieser Zeit haben, die von den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion geleistet werden müssen.

Dabei kann es in Einzelfall um hunderte Euro gehen, die die deutschen Rentenkassen oder Sozialämter dann einsparen können. Um die Gelder zu beantragen, ist aber eine besondere Beratung nötig, denn viele der Betroffenen sprechen besser Russisch als Deutsch und kennen sich mit dem komplizierten internationalen Gesetzesregelwerk nicht aus. Auf Initiative von Vladimir Walter aus Neugablonz, dem Vorsitzenden des Vereins der Russlanddeutschen, wird nun erstmals in Deutschland eine Rentenberatung speziell für diesen Personenkreis eingerichtet. Dazu kommt aus Augsburg der DRV-Berater Max Krämer, der Deutsch und Russisch spricht. Vladimir Walter ist dankbar: „Wir Russlanddeutschen sind Deutschland sehr verbunden, da wir hier eine Zukunft und ein neues Leben gefunden haben. Wenn der Deutsche Staat durch diese Maßnahme entlastet werden kann, werden wir unser Möglichstes dazu tun.” Bisher sei dies schwierig gewesen. Wenn das Modellprojekt gut angenommen wird, sei angedacht, auch in anderen Städten eine solche Rentenberatung durchzuführen. Die erste Beratung soll am 9. September im Kaufbeurer Rathaus durchgeführt werden, telefonische Voranmeldung ist erbeten unter der (0821) 500-1700. Danach wird Max Krämer jeden weiteren zweiten Donnerstag eines Monats erneut zur Beratung vor Ort sein.

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