Neues Hydraulikwerk in Kaufbeuren lädt zu Besichtigung und Festakt

Richtspruch für die "Neuzeitliche Hydraulikburg" 

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Manches ist noch recht provisorisch auf dem Gelände des neuen Hawe-Werks – schließlich ist bis zum endgültigen Einzug des Unternehmens, geplant für Mitte 2014, noch Zeit. In einer der vier Hallen wird allerdings bereits produziert.

Kaufbeuren – Auf dem Gelände des neuen Hawe-Werks ist man in Richtung Eröffnung wieder einen Schritt weiter. Am Mittwoch wurde zusammen mit rund 400 Handwerkern, Firmenangehörigen und Gästen Richtfest gefeiert. Der Sprecher des Vorstands Karl Haeusgen lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt.

„Wer eine Firma baut, hat auch die Verantwortung dafür, was er da hinstellt“. Mit diesem Satz umriss Hawe-Vorstandssprecher Karl Haeusgen bei seiner Rede zum Richtfest des Kaufbeurer Werkes am vergangenen Mittwoch, warum diese Unternehmensansiedlung sich von anderen deutlich unterscheidet. Denn auf dem rund 145.000 Quadratmeter großen Firmengelände stehen laut Haeusgen nicht nur Effektivität und Kostenminimierung im Vordergund. Vielmehr sollte der Neubau auch optischen und sozialen Anforderungen genügen. Schritt für Schritt werden nun in den nächsten Monaten die vier Hallen, Bürogebäude und Sozialbereiche fertiggestellt, der endgültige Bezug ist für Mitte 2014 geplant, 500 Menschen sollen dann hier arbeiten. 

Rund 400 Baubeteiligte, Mitarbeiter und Geschäftspartner waren der Einladung zum Richtfest des neuen Hawe-Werks für die Produktion im Hydraulikbereich auf Kaufbeurer Flur gefolgt. Zwar habe man „keinen hölzernen Dachstuhl“, wie Karl Haeusgen schmunzelnd bemerkte, die traditionell gekleideten Zimmerer, der Richtspruch und das „Gläserwerfen“ durften aber trotzdem nicht fehlen. Auch sonst präsentierte sich das Unternehmen, das außer dem Münchner Stammsitz und Kaufbeuren noch über sechs weitere Standorte in Deutschland mit rund 2.200 Mitarbeitern verfügt, bewusst bürgernah und sympathisch. 

„Es gibt so viele Gewerbegebiete, wo keinerlei Bezug zur Umgebung besteht. Doch Industriebau und Hochwertigkeit müssen sich nicht ausschließen“, stellte Haeusgen klar. Und so verfügt die „neuzeitliche Hydraulikburg“, wie er es formulierte, über eine Mitarbeiterkantine mit Bergblick, einen begrünten Innenhof, kurze Wege und viel Tageslicht in den Produktionshallen. „Eine differenzierte Gebäudestruktur, die Gemeinschaft schafft“ sei hier entstanden, fügte Architekt Frank Barkow vom Büro Barkow-Leibinger hinzu. 

Auch auf die Außenwirkung wurde geachtet – so habe man für die Gebäudeseite, die der B12 zugewandt ist, „mehr Geld als nötig in die Hand genommen“, um die Fassade optisch besonders eindrucksvoll erscheinen zu lassen, wie der Projektleiter Produktion Andreas Koelen im Rahmen eines Rundgangs bemerkte (siehe gesonderten Artikel in kommender Ausgabe). Und so habe das Hawe-Werk durchaus das Zeug zum „Wahrzeichen für Kaufbeuren“, waren sich Oberbürgermeister Stefan Bosse und Haeusgen schnell einig. „Sie haben nicht nur ein Werk errichtet, sondern die Stadt Kaufbeuren damit auch ein Stück weit aufgerichtet“, betonte Bosse in seiner Rede die Bedeutung der Unternehmensansiedlung: „Es war damals eine schwierige Zeit, und wir haben die Nachricht, dass Hawe nach Kaufbeuren kommt, als ein gutes Zeichen für die Zukunft aufgefasst“ und erklärte in Anlehnung an ein Zitat des Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit: „Das hat uns gezeigt: Kaufbeuren ist zwar arm, aber doch sexy“. 

Hawe sei die „in der Historie der Stadt Kaufbeuren bislang größte Gewerbeansiedlung“. Von 300 Kommunen, die sich als Standort für das neue Werk bewerben konnten, hatte Kaufbeuren schlussendlich das Rennen gemacht – „Nicht zuletzt, weil die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung so hervorragend geklappt hat“, lobte Haeusgen. 

Die Kernkompetenz in Kaufbeuren soll zukünftig in der Massenfertigung sogenannter PSL-Blöcke und -Schieber sowie in der „automatisierten Baugruppenmontage und getakteten Endmontageinseln“ liegen. Ein großes Lob sprach gab es von Haeusgens Seite auch für die verschiedenen Handwerksbetriebe, die am Bau beteiligt waren, Zeitplan und Kosten konnten eingehalten werden. In Gebäude und Grundstück investiert Hawe rund 100 Millionen Euro. Bei aller Freude über das bislang gelungene Projekt vergaß Haeusgen jedoch nicht, an den 55-jährigen Arbeiter zu erinnern, der im Juni dieses Jahres bei einem tragischen Arbeitsunfall auf dem Werksgelände ums Leben kam: „Ihm und seiner Familie gilt unser Gedenken“.von Michaela Frisch

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